Radlausflug des Friedberger Kammerchores

Durch`s Urdonautal von Rennertshofen nach Dollstein und zurück

„Wolkig – zeitweise ist mit ergiebigen Regenschauern zu rechnen“, so lautete ein Wetterbericht für die Region um Rennertshofen im Urdonautal. Dorthin führte heuer unsere alljährlich stattfindende Radltour am 15. August 2015, wie immer bestens geplant und vorbereitet von Max. Doch es sollte anders kommen als vorausgesagt und geplant. Zum Leidwesen aller musste der Organisator aus Krankheitsgründen zu Hause bleiben. Es hatte ihn überraschend eine „Unpässlichkeit“ ereilt, bei der man mangels geeigneter Örtlichkeiten lieber auf eine Radtour durch die freie Natur verzichtet. Schade! Und auch der Wetterbericht hielt zu unserer Freude nicht das, was er versprach. Das Gegenteil war der Fall.

Kaum noch ein Blatt Papier hätte dazwischengepasst, so millimetergenau wurden die Fahrräder in Friedberg von Herbert und einigen starken Helfern am Morgen in den Sprinter verladen. Gemeinsam fuhren wir mit mehreren Autos und zusätzlichen Fahrrädern auf den Fahrradständern zum Sportplatz nach Rennertshofen. Dort starteten wir auf dem Radweg durch`s Urdonautal gegen 9.45 Uhr in Richtung Dollstein. Zum Glück hatten einige Frauen in weiser Voraussicht Radlkarten dabei, so dass wir ohne Max immer wussten, welche Abzweigung wir nehmen mussten.

Die Strecke führte durch das imposante Urdonautal. In diesem weiten Trockental bestimmen Felder und Wiesen sowie die aus den bewaldeten Hängen herausragenden Jurafelsen das Landschaftsbild. Das Wellheimer Trockental verdankt seine Entstehung der Urdonau, die sich bis vor 200.000 Jahren in ausschweifenden Schleifen und Windungen durch den Malmkalk des Jura ihr Bett bahnte. Erst später, etwa vor 70.000 Jahren, trocknete dieser Flussabschnitt weitgehend aus. Der Urstrom bezwang Barrieren bei Stepperg und Weltenburg und nimmt seitdem als Donau seinen Verlauf über Neuburg und Ingolstadt. Mit ein Grund für den Sinneswandel der Urdonau war der Meteoriteneinschlag im Nördlinger Ries, der die Flusslandschaft Nordbayerns völlig veränderte. Die an den Hängen hervorragenden Felsen sind vor ca. 150 Millionen Jahren entstanden. Damals befand sich an dieser Stelle ein flaches Schelfmeer. Die Felsen sind ehemalige Meeresriffe, die sich zu steinigen Felsformationen verhärteten und die felsigen Ufer der Urdonau bildeten.

Vorbei an Feldern und Wiesen mit Mais, Krautköpfen und Sonnenblumen fuhren wir bei herrlichstem Radlwetter gemütlich und ratschend (wir hatten auch wenig Gegenverkehr, der unser Nebeneinanderfahren gestört hätte) dahin, neben uns die bewaldeten Hänge und Felsen der fränkischen Alb, über uns der weißblaue bayrische Himmel und um uns herum eine wohltuende Ruhe und reine Luft. Hoch oben auf einem Jurafelsen thronte die Ruine Hütting, eine Burgruine, vermutlich im 11. Jahrhundert erbaut. Sie wurde 1246/47 zerstört und kam aus dem Besitz der Pappenheimer in den Besitz der Wittelsbacher, die sie wieder aufbauten. 1386 wurde die Burg erneut zerstört und ist seitdem nur als Ruine erhalten. 1996 wurde die Burgruine renoviert, um ihre Bausubstanz zu erhalten. Nun begann ein ein Kilometer langer Biotoplehrpfad durch den Wald; anschließend fuhren wir an Forellenzuchtteichen und einer Kläranlage vorbei. Bald türmte sich ein steiler Felsen auf, der Wellheimer Schlossberg mit der Burgruine. Wir ließen den Ort Kohnstein rechts liegen, überquerten die Staatsstraße und näherten uns unserem Zielort für die Mittagspause. Kurz vor 12 Uhr erreichten wir das Gasthaus „Zur Post“ in Dollnstein an der Altmühl. Direkt neben dem Gasthaus gibt es einen Bootsverleih, wo man sich Paddelboote für die Fahrt auf der Altmühl ausleihen kann. Auf der Terrasse des Lokals aßen wir zu Mittag und stärkten uns mit Getränken, denn die etwa 25 km lange Fahrt unter dem weißblauen Himmel hatte uns hungrig und durstig gemacht. Wir plauderten fröhlich und erfuhren so manches Reiseerlebnis.

Kurz noch ein Foto geschossen von dem mit Seerosen bewachsenen Wasser, und schon machten wir uns gegen 14 Uhr auf den Rückweg, das heißt, wir fuhren die gleiche Strecke wieder zurück. Damit unsere Gruppe von 22 Personen nicht allzu weit auseinanderdriftete, hielten wir ab und zu an und machten einen kleine Trink- und Verschnaufpause. Bevor wir Rennertshofen erreichten, rasteten wir in der Nähe des kleinen, aber geschichtlich und erdgeschichtlich sehr interessanten Örtchens Mauern. Hoch oben im Felsen liegen die Mauerner Höhlen, auch „Weinberghöhlen“ genannt, in denen bereits vor 80.000 Jahren, während einer Eiszeit, Mensch und Tier Unterschlupf fanden. In den Höhlen wurden Tierknochen, Steinwerkzeuge, Waffen, aus Mammutzähnen geschnitzte Schmuckstücke und eine Venusstatuette aus Kalkstein und Knochen gefunden.

In Rennertshofen luden wir unsere Fahrräder ein und machten uns auf den Weg nach Rain am Lech. Inmitten dieses schönen, aus dem Mittelalter stammenden Städtchens legten wir im Biergarten der Ratsbrauerei „Zum Bäuml“ die letzte Kuchen- und Kaffeepause ein. Die Besonderheit hier war der „süße“ Flammen-kuchen, belegt mit verschiedenen Obstscheiben und getränkt mit verschiedenen Likören.

Nun traten wir etwa um 17.30 Uhr entspannt den Heimweg nach Friedberg an und verabschiedeten uns nach diesem gelungenen, wunderschönen Ausflugstag.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.friedberger | Erschienen am 02.10.2015
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