"Lust der Linie" - Marie-Luise Heller zwischen Op und Pop

Sonderausstellung "Lust der Linie" in Friedberg
 
Vernissage-Gäste bei der Begrüßungsansprache

Friedberg: Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg | Mit einer flammenden Laudatio auf die Künstlerin Marie-Luise Heller (1918-2009) begeisterte Adoptivsohn Thomas Weil am 24.02.2010 die Gäste der Vernissage zur Sonderausstellung "Lust der Linie" im Museum im Wittelsbacher Schloss in Friedberg.

Ein knallig roter Luftballon im Spiel des Lichts war für Marie-Luise Heller der geistige Anstoß zu einer neuen Schaffensperiode. Im Zeitgeist der 68er, in der ein leichtes Braun oder etwa ein zartes Lila überhaupt nicht zu sehen waren, wollte sie die klaren abgegrenzten Linien der Pop-Art mit den Primärfarben Rot, Gelb, Grün und Blau in neue Kunstwerke fassen. "Ein großer Schritt heraus aus aus dem Öltopf der bodenständigen Malerei" sei es gewesen, so Thomas Weil, den Marie-Luise Heller von der Ölmalerei hin zu den Werkstoffen Plexiglas und Sprühfarben machte. "Wie eine Besessene" schuf die Künstlerin in den Jahren 1968 bis 1976 ein Werk nach dem anderen. Kaum war eine Arbeit beendet, begann sie mit Begeisterung die nächste. Das Zusammenspiel von Farben, Licht und Linien in Hellers poppigen Plexiglasobjekten weckt aus allen Blickwinkeln die verschiedensten Eindrücke. Die Kunst zwischen Pop- und Op-Art (Optical-Art) erschließt sich dem Betrachter durch seine eigene Bewegung vor den Kunstwerken.

Die Vernissage-Gäste, unter ihnen auch Augsburgs Kulturreferent, Bürgermeister Peter Grab und Stadt- und Kreisrat Peter Feile, waren begeistert von den Effekten der Kunstwerke.

Für Kinder hält de Ausstellung eigene Stationen zum Experimentieren bereit. Im Verlauf der Ausstellung wird ein abwechslungsreiches Rahmen- und Kinderprogramm angeboten.

Denkt man sich in die Zeit um 1968 zurück, finden sich dort keine Airbrush-Pistolen, keine Spezialklebefolien zum Anfertigen von Schablonen und dünn sprühbare Lacke. Jeder einmal aufgetragene Farbauftrag war nicht mehr zu korrigieren. Mit brennendem Ehrgeiz arbeitete Marie-Luise Heller fast jeden Tag bis tief in die Nacht hinein an ihren Werken. Der unstillbare Drang zur Präzision ließ sie oft schon beim kleinsten Fehler in Tränen ausbrechen.

Die ersten Vorbereitungen zur Sonderausstellung hat die 91jährige Marie-Luise Heller noch selbst begleitet. Im Dezember ist sie in einem Augsburger Seniorenheim gestorben. "Viel gezeichnet hat sie bis zuletzt", so Stiefsohn Thomas Weil. Mit Ernst Weil, dem Vater von Thomas Weil war Heller von 1950 bis 1964 verheiratet. Zusammen mit der Friedberger Museumsleiterin Dr. Alice Arnold-Becker sei er es Marie-Luise Heller schuldig, die "Lust der Linie" perfekt zu zeigen. Mit der Unterstützung der Stadtparkasse Augsburg – Friedbergs Erster Bürgermeister Dr. Peter Bergmair bedankte sich dafür beim Vorstandsvorsitzenden Rolf Settelmeier - ist dies auch trefflich gelungen.

Die Ausstellung ist geöffnet vom 25. Februar bis 25. September 2010, dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags, sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr.

Weitere Informationen:
Marie-Luise Heller im Internet
Pop-Art bei Wikipedia
Op-Art bei Wikipedia

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin friedberger | Erschienen am 26.03.2010
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9 Kommentare zum Beitrag
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Silke Krause aus Dillingen am 26.02.2010 um 06:44 Uhr  
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