Ohne Swing ist alles nichts

„Ohne Swing ist alles nichts“, so übersetzte der musikalische Leiter des Friedberger Musiksommers, Karl-Heinz Steffens, humorvoll das Jazzstück des berühmten New Yorker Cotton-Clubs „It Don't Mean A Thing, If I Ain't Got That Swing“ und sprach damit den Besuchern des diesjährigen Auftaktkonzertes zum Friedberger Musiksommer am 9. Juli direkt aus dem Herzen.

Schon nach dem ersten Stück fühlte man sich ins Jahr 1928 in den legendären New Yorker Cotton Club zurückversetzt, in dem das gerade berühmt gewordene Duke Ellington Orchestra mit genau der Musik auftrat, der das Friedberger Jazzkonzert gewidmet war.
Der neunköpfigen Band, die sich aus international bekannten Musikern zusammensetzte, gelang es durch wundervolles Zusammenspiel, jeden im Publikum in den Bann des Jazz zu ziehen, was sich darin zeigte, dass es fast ein Ding der Unmöglichkeit war, die Füße still zu halten und nicht im Rhythmus mitzuwippen. Romantische Jazzklassiker wie der „Creole Love Call“ wechselten sich mit wilden, nicht minder bekannten Stücken im Jungle Style Duke Ellingtons ab. „Eigentlich ist unser Konzert ein wahres Wunschkonzert“, meinte der langjährige Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker und jetzige Generalmusikdirektor der Stadt Halle, Karl-Heinz Steffens, der mit seiner guten Laune und wundervollen Soli zur mitreißenden Stimmung des Konzerts viel beitrug.
Sehr stimmungsvoll waren auch die traumhaften Soli, die auf allen Instrumenten zu hören waren und meist nahtlos ineinander übergingen. Am meisten begeisterte jedoch die Freude der Musiker selbst an der dargebotenen Musik, die ihnen während des ganzen Auftritts ins Gesicht geschrieben stand und der Musik ganz besondere Authentizität verlieh.
Für eine ganz persönliche Note und besonderen Reiz der Stücke sorgten dieses Jahr wieder die zahlreichen Arrangements des Saxophonisten Thomas Zoller, der laut Fachpresse zu „den bedeutendsten zeitgenössischen Musikschaffenden Europas“ zählt.
Der Friedberger Musiksommer fand dieses Jahr bereits zum 7. Mal statt und „alle Musiker kommen immer wieder gerne nach Friedberg, um die schöne Atmosphäre bei den Auftritten zu genießen“, erzählte Gerd Horseling einer der allesamt ehrenamtlichen Organisatoren und wünschte sich vor allem „nur glückliche Besucher“. Beim Jazzkonzert gab es davon schon mal eine ganze Menge, obwohl das Konzert zum ersten Mal wegen den kühlen Temperaturen vom Schlosshof in die Stadthalle verlegt werden musste.
Trotzdem gelang ein traumhaftes, mitreißendes und auch exklusives Konzert, da die Band in dieser Besetzung nur diesen einen Abend in Friedberg auftrat.

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