Ein Schild, ein blauweißer Stern mit einem Bierkrug zeigte an, wenn selbstgebrautes Bier ausgeschenkt werden konnte.

Hier im Ratskeller ist es noch gemütlich
 
Steil ging es vom Ratskeller nochmals tiefer hinunter

Friedberg: CSU Stammtisch im Brauereikeller | Historisches aus der ehemaligen Braustadt Friedberg erfuhr der CSU Stammtischs bei einer Führung mit Wolfgang Heisele
Begonnen wurde beim Braudrexl am Marienplatz. Tief und steil gings hinunter. Unsere Vorfahren brauchten die gewaltigen Kellergewölben um das Bier in riesigen Fässern zu kühlen. Dazu wurde im Winter Eis aus den Seen gehackt und in den Keller geschafft. Wie tief konnte man erkennen, wenn man einen Schacht nach oben sah. Dort schien ein Lichtschimmer durch ein kleines Kreuz, das schon vor dem Haus gezeigt wurde.
Heisele eröffnete, Bier ist keine deutsche Erfindung – gut. Dass Bier aber heute noch beliebt ist – das ist ein Verdienst der Deutschen.
Anfangs nur eine norddeutsche Angelegenheit. Und in Süddeutschland? Weil hier noch viel Wein wuchs, waren Brauereien erst gar nicht zugelassen und der Herzog in Bayern ließ es sich importieren, was jedoch sehr teuer wurde.
Herzog Wilhelm V. beschloss daher ein Bräuhaus zu bauen und bald hatte auch die kleinste Stadt ihre Brauereien. Auch in Friedberg waren mehr als 12 Brauereien bekannt
Doch Bierpanscher waren nicht selten und so wurde von Herzog Wilhelm ein Reinheitsgebot fürs Bier verfügt und wer schlecht gebrautes Bier verkaufte, wurde hart bestraft. Oft wurde alles vernichtet, indem man dem Fass den Boden ausschlug, oder umsonst an die Ärmsten austeilte. Wenn es ganz fürchterlich schmeckte, mussten die brauer ihr eigenes elend Bier selber trinken. Diese Verordnungen brachten tatsächlich in Bayern nun das bessere Bier und sie holten gegenüber den norddeutschen Brauern schnell auf, denn im Norden war man etwas zurückhaltend, um bayerische Vorschriften einfach zu übernehmen.
Im Friedberger Magistrat beschlossene Bierbrauerordnung diente der Kontrolle und Festlegung des Aufschlags. Die Güte des Bieres wurde von den Beschauern Stichprobenweise an den Braustätten und Wirtschaften überprüft. Ein Schild, ein blau weißer Stern mit einem Bierkrug zeigte an, wenn selbst gebrautes Bier ausgeschenkt werden konnte.

Unsere Vorfahren konnten nur brauen, wenn das Wetter es erlaubte, also meist nur im Winter. Sie hackten Eis aus den Seen und schütteten es in die Brauereikeller, um dort das Bier in den großen Fässern bis in den Frühling aufzubewahren und zu kühlen
Brot und Bier gehörten bald als Nahrungsmittel zur Mahlzeit, sind doch beide aus Getreide hergestellt, warum bei den Zunftzeichen der Bäcker auch die Malzschaufel zu sehen sind
Der Name des Biers stammt wahrscheinlich aus dem Althochdeutschen Bior, was Brot, Bier und brodeln bedeutet.
Das schöne am Bier, es schmeckt, ist sympathisch und außerdem auch gesund. Manchmal rettet es auch Leben, wie am Beispiel des Kirchturmeinsturzes in Friedberg zu erleben war. Hildegard v. Bingen gab kurz und bündig den Rat „Trinkt Bier“
Heisele erklärte das vermutlich das Ur-Bier aus einem Stück feuchtem Brot, das zum Gären begann, entstand. Also formte man Gersten oder Weizenfladen, rösteten es und weichten es ein.
Auch der unterm NKD gelegte Sommerkeller konnte noch besichtigt werden und man hörte die Saga von dem Gespenst in der Flasche. Viel gab es zum Thema Bier noch zu hören. Gerne hätte man auch noch den dritten Keller besichtigt, doch Apotheker Pröllers Auto stand auf dem Kellereingang. Auch der Rathausbesuch viel wegen Hochzeiten aus.
Ein schöner Ausklang war noch die gemütliche Kaffeestunde im Altstadtcafe

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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin friedberger | Erschienen am 05.08.2011
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Axel Haack aus Freilassing am 18.07.2011 um 22:11 Uhr  
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen am 18.07.2011 um 23:34 Uhr  
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