Altstadtfest „Friedberger Zeit“ lässt heuer im Juli wieder alte Bräuche und Traditionen aufleben: Historientreue hat hohe Priorität
„Habe die Ehre!“ Diesen traditionellen Gruß wird man demnächst wieder oft in der altbayerischen Herzogstadt Friedberg hören. Denn zu einem Stadtfest, das sich durch eine ganz besondere Historientreue auszeichnet, gehören natürlich auch die passenden Redewendungen des 18. Jahrhunderts und die werden nicht nur von vielen Friedbergern gerne gepflegt.
Große Vorfreude ist schon jetzt im Hinblick auf die achte „Friedberger Zeit“ zu spüren, die vom 9. bis 18. Juli 2010 gefeiert wird. Im Zentrum des abwechslungsreichen Festprogramms steht das Ziel, Traditionen und Bräuche wieder neu aufleben zu lassen. Großen Anteil daran haben etwa die Aktivitäten der Handwerkszünfte, die Friedberg im 17. und 18. Jahrhundert zu Wohlstand verholfen haben. Allen voran die Friedberger Uhrmacher, deren Kunst europaweit Ansehen genoss. Beim Historischen Altstadtfest bieten die Handwerker interessante Einblicke in traditionelle Arbeitsweisen. So kann man beispielsweise Steinmetzen, Maurern, Druckern, Töpfern, Korbflechtern oder Schuhmachern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Beliebt bei der „Friedberger Zeit“ sind auch Besuche in der Baderstube, die ein wohltuendes Bad oder eine Massage beinhalten.
Vielfältige Veranstaltungen stehen auf dem Programm, das vom festlichen Einzug, bei dem sich die historisch gewandeten Bürgerinnen und Bürger erstmals den Besuchern präsentieren, über einen Pilgerzug nach historischem Vorbild bis hin zu vielen unterhaltsamen Darbietungen reicht. Da gibt es etwa Gaukler, Komödianten, Spielleute, Zauberer und fahrendes Volk und auch Theatergruppen der Friedberger Schulen bereichern das Programm mit großem Engagement. Vor allem die Einsätze der Stadtwache, die so manchen Delinquenten an den Pranger stellen oder gar mit der Bäckertaufe strafen, sind regelrechte Publikumsmagneten.
Dass zu einem gelungenen Fest auch das leibliche Wohl gehört, ist selbstverständlich. Auch hier bleiben die Organisatoren bei der Zeitreise auf der Spur und lassen in den Schankstuben nur Speisen und Getränke nach überlieferten Rezepten und historischem Vorbild auf die Tische kommen.
Die „Friedberger Zeit“ genießt einen hervorragenden Ruf weit über die Stadtgrenzen hinaus, denn es ist deutlich zu spüren, dass hier keine professionelle Eventagentur mit wirtschaftlichen Interessen am Werke ist, sondern dass das Fest vom Engagement der Bürgerinnen und Bürger getragen wird. Bei jeder Neuauflage des Altstadtfestes sind noch mehr historisch gewandete Bürger zu verzeichnen und das sicher nicht nur, weil für diese der Eintrittsobulus von fünf Euro entfällt. Eine eigens eingerichtete Stoffstube sorgt für die historisch korrekte Basis, um die geforderte altbayerisch bürgerliche Mode des 18. Jahrhunderts zu schneidern. So bevölkern alle drei Jahre Bürgersleut, Handwerker, Bauern, Knechte und Mägde, Zöllner, Schützen, Cordonisten und die besagte Stadtwache die idyllische Friedberger Altstadt.
Info: www.friedberger-zeit.de, Flyer gibt es u.a. im Rathaus (Bürgerbüro)
Bilder: Redaktion




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