Diese defensiven Typen führten zwar auch ein strenges Regiment...
Anno dazumal gab es nicht nur prügelnde Lehrer. Nein, es gab auch ebenso viele Lehrer die ohne Prügelstrafe auskamen und trotzdem aufsässige Rabauken bändigten
Diese defensiven Typen führten zwar auch ein strenges Regiment, doch tätlich wurden sie nicht.
Ihre Strafen umfassten: In die Ecke stehen, Lesestücke und Gedichte abschreiben, Nachsitzen, Wanderungen streichen, Turnstunden ausfallen lassen, hundert mal einen Satz schreiben, wie etwa „ich habe geschwätzt“. Wirkungsvoll war besonders der Entzug von Ehrenämter, was größere Narben hinterließ als Tatzen..
Es reichte auch manchmal nur der Satz: "Nun bin ich aber enttäuscht von dir!" Dann habe ich mich wieder schleunigst auf den Hosenboden gesetzt und gelernt.
Ja nach solchen Worten war die Scham ziemlich groß. Schläge erzeugten nur Angst und Wut und bei manchen auch Rache
> "Schläge erzeugten nur Angst und Wut und bei manchen auch Rache"
Bloßstellung kann das aber auch erzeugen.
Ich habe einen Bekannten, der ab 18 Jahren sich selber häufigst eine Entschuldigung wegen Krankheiten schrieb. Als seine Lehrerin ihn zu einem Gespräch bat, da sie sich schrecklich "Sorgen" wegen seiner Gesundheit machte, war er nie wieder "krank", da er sich in Grund und Boden schämte.
Das sind die Dinge, die einen prägen und weiterhelfen, aber nicht Schläge!
@ Andreas: Stimmt, allerdings braucht man auch ein Druckmittel, mit "DEIDIEDEIDIE", "Mama wird jetzt aber gleich böse!", geht es nicht. Lieber mal ein paar schärfere Worte als Schläge, die nur erniedrigend sind und deine Hilflosigkeit offenbaren.
So habe ich meine Schulzeit erlebt, bei uns gab es keine Prügelstrafen. Es war niemals ein Bloßstellen, es war die Strafe, für das was man getan oder nicht getan hatte.
...die waren bei uns in der Minderheit !
> "mit "DEIDIEDEIDIE", "Mama wird jetzt aber gleich böse!", geht es nicht..."
Das stimmt!
Aber physische Gewalt und psychische Gewalt ist auch nicht immer die Lösung.
So kann es hilfreich sein, dem Kleinkind einen Klapps zu geben, während das bei älteren Kindern keine Wirkung oder negative Folgen haben kann, usw.
Genau, immer der Lage angepasst und das macht den guten Lehrer, Erzieher oder - gerade! - denn die sind am meisten gefragt - die Eltern - aus
> "oder - gerade! - denn die sind am meisten gefragt - die Eltern - aus"
Wichtiger Zusatz!
Für mich in meiner Schullaufbahn ein einschneidendes Erlebnis, das ich bis heute nicht vergessen habe:
Die Schule wurde umgebaut und vor dem Fenster stand der Bürgermeister mit dem Architekt. Der Lehrer "ertappte" mich beim rausschauen und zur Strafe mußte ich einen 4 seitigen Aufsatz schreiben mit dem Titel: "Ich komme fast um vor Neugierde", den mußte ich dann vor der ganzen Klasse vortragen und alle lachten und verspotteten mich, das hat mich tief getroffen und zu Hause ging es weiter, denn bei jeder Gelegenheit wurde es mir unter die Nase gerieben.
Beim gleichen Lehrer: ein anderer Schüler wurde von ihm täglich kontrolliert, ob er sauber gewaschen war. Er war ein armer ungebildeter aus einfachsten Verhältnissen stammender Junge und auf ihn hatte es der Lehrer besonders abgesehen. Einmal mußte er sich vor allen mitten ins Klassenzimmer stellen und sich mit einer Wasserschüssel und dem Tafelschwamm waschen. Es war kein Gelächter, es war betretenes Schweigen, er tat allen leid.
Dieser Lehrer hat aber auch oft zugeschlagen, z. B. hat er einen Jungen vom Stuhl herunter geschlagen und richtig verhaut, daß Mädchen das neben ihm saß, hatte aus Angst auf den Stuhl gemacht. Der Vater des Schülers hat daraufhin den Lehrer angezeigt.
Soviel zu physischer und psychischer Gewalt!
Unter Schülern kursiert das Gerücht, dass man in Notwehr handelt, wenn man einem prügelnden Lehrer zuvorkommt ...





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