Die gute alte Zeit war zum Beispiel der Tatzenstock,

von Christl Fischer aus Friedberg | am 11.03.2010 | 1304 mal gelesen | 22 Kommentare | 0 Bildkommentare | 1 Bild

Friedberg: Anno dazumal | Die gute alte Zeit war zum Beispiel der Tatzenstock, auch Rohrstock genannt, der hoffentlich nicht mehr gebraucht wird.
Es war ein Requsit der Schulmeister in einer Zeit, als Züchtigungen noch Gang und Gebe waren.
Das Wort Tatzenstock kam aus dem althochdeutschen „Tatze“, also ein Fuß oder die Pfote eines größeren Raubtieres. Abwertend wurde die tatze auf eine große kräftige Menschenhand übertragen.

Aus dem Wort„stoc“ , unter dem man einen abgschnittenen, gerade gewachsenen, dünnen Baum/Strauchast verstand und als Gehstütze oder eben zum Schlagen benützt wird.
Auch das Wort Rohr stammt aus dem Althochdeutschen und hieß „rör“. Bezeichnet wurde damit eine Pflanze mit auffällig langem rohrförmigen Stengel oder Stamm.

Dieser Tatzenstock der Schulmeister war in der Regel ein dünnes, biegsames ca. 40 cm langes Bambusrohr. Es diente als Züchtigungsmittel der Erziehung und Disziplinierung, und diente zur Zucht und Ordnung..
Im bayrisch-österreichischem Sprachraum wurde es zum gefürchteten Tatzensteckerl..
Die Tatze, also der Strafvollzug nach einer vermeintlichen Untat, war ein Schlag mit diesem Steckerl auf die flache Hand des Sünders. Dies spielte sich natürlich vor der ganzen Klasse, meist vor dem Pult, ab.
Dazu kam der mit barschem Ton aufgeforderte Delinquent herauskommen. Was mit gesenktem Kopf und zögernden Schritt geschah.. Der Lehrer ergriff dann dessen Hand am Handgelenk, eine Vorsichtsmaßnahme in vielen Praxisjahren gesammelt und brachte sie in eine Waagrechte.
Die bevorstehende Hinrichtung wurde von der Klasse mit ängstlichem oft auch desinteressiertem Blick verfolgt. Gehörte es doch zur alltäglichen Routine, meist jedoch bei den Lehrern.
Eine unheimliche Stille war im Raum, wenn der Lehrer dann aufforderte: „Streck die Finger“. Das war einleuchten. Denn auf Fäuste mit den hervorstehenden Knöcheln schlug er nie.

Der Sünder streckte also die Finger und der Zuchtmeister zielte weitausholend mit dem Steckerl auf die Handmitte. Der knallige Klatsch hörte sich an, wie beim Zuschlagen mit der Fliegenpatsche. Der bestrafte zog ruckartig die Hand zurück zu einer Faust. Um den Schmerz zu lindern, verschränkte er noch beide Arme und presste sie an den Brustkorb.So machte er sich mit leicht vorgebeugtem Oberkörper und schmerzverzogenem Gesicht zurück in seine Bank. Verfehlte das Züchtigungssteckerl die Handmitte, büßten es die Fingerspitzen oder der Daumen.
Es gab noch eine zweite Variante bei der Vollstreckung der Tatzenstrafe. Der Unterschied war ein ganz wesentlicher und lief folgendermaßen ab.
Der straffällig Gewordene musste die zum Tatzenschlag vorgesehene Hand freistehend hinhalten. So kam es zu einer größeren Distanz und vergrößerte somit den Schwung des Stockes. Verfügte der Henker noch über körperliche Kräfte, dann hörte man die Englein singen.
Jammern galt nicht in dieser guten alten Zeit

Leser über:
Suchmaschinen: 385
externe Links: 90
Weiterempfehlungen: 51
sonstige: 778
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Facebook senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Twitter senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Twitter. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Google+ senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Google+. Mehr dazu rechts unter .
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen Webseiten Senden
Weitere Tags: Züchtigungsmittel (1)
22 Kommentare zum Beitrag
19.800
Willi Hembacher aus Gersthofen am 11.03.2010 um 15:13 Uhr  
15.899
Silke Krause aus Dillingen am 11.03.2010 um 15:17 Uhr  
1.080
wilhelm stümpfel aus Pattensen am 11.03.2010 um 15:45 Uhr  
15.899
Silke Krause aus Dillingen am 11.03.2010 um 15:51 Uhr  
29.736
Christl Fischer aus Friedberg am 11.03.2010 um 16:09 Uhr  
29.736
Christl Fischer aus Friedberg am 11.03.2010 um 16:11 Uhr  
15.899
Silke Krause aus Dillingen am 11.03.2010 um 16:17 Uhr  
11.129
Gabriele Walter aus Ichenhausen am 11.03.2010 um 16:28 Uhr  
269
Carolin S. aus Seelze am 11.03.2010 um 16:42 Uhr  
29.736
Christl Fischer aus Friedberg am 11.03.2010 um 16:50 Uhr  
6.532
Erika Walther aus Augsburg am 11.03.2010 um 17:13 Uhr  
14.096
Jürgen Bruns aus Lehrte am 11.03.2010 um 18:33 Uhr  
563
Martina Jauernig aus Coburg am 11.03.2010 um 19:32 Uhr  
1.080
wilhelm stümpfel aus Pattensen am 11.03.2010 um 19:35 Uhr  
22.829
Karola M. aus Peine am 11.03.2010 um 20:17 Uhr  
1.312
Maria Beyer aus Harburg am 11.03.2010 um 20:59 Uhr  
8.013
Lisa Gutekunst aus Wertingen am 12.03.2010 um 00:20 Uhr  
6.777
Gisela Schild aus Peine am 12.03.2010 um 12:43 Uhr  
29.736
Christl Fischer aus Friedberg am 12.03.2010 um 15:56 Uhr  
14.096
Jürgen Bruns aus Lehrte am 12.03.2010 um 19:20 Uhr  
1.080
wilhelm stümpfel aus Pattensen am 12.03.2010 um 19:29 Uhr  
419
Heinz Fleissner aus Augsburg am 28.03.2010 um 18:38 Uhr  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.