Fischeprojekt im KaKiWu (Katholischer Kindergarten Wulfertshausen)
Seit ein paar Monaten gibt es im KaKiWu ein Aquarium. Eine Mitarbeiterin hatte es zu Hause übrig und mit in die Einrichtung gebracht. Dort fand es einen Platz im Entdeckerzimmer, das so heißt, weil man dort immer vieles selbstständig entdecken kann.
Zunächst war darin nur Kies, ein paar Pflanzen, eine Wurzel, ein großer Stein und natürlich Wasser. Kaum hatten die Kinder das Aquarium entdeckt war klar: in so ein Behältnis gehören eigentlich Fische, aber es sind gar keine drin!
Der KaKiWu ist ein offener Kindergarten, der sehr großen Wert auf die Reggiopädagogik legt (das Zertifikat wird derzeit angestrebt) und viel in Projekten arbeitet. Also war es kein Wunder, dass sich schon bald ein paar interessierte Kinder zu einer „Fischeprojekt“ - Gruppe zusammen fanden.
Ein- bis dreimal in der Woche, hat sich die Gruppe aus neun Kindern im Alter von 4 – 5 Jahren dann getroffen und alles Mögliche über Fische und Aquarien besprochen und gelernt. Ein paar Kinder waren schon richtige Fischexperten, da sie selbst Aquarien zu Hause haben und konnten den anderen sehr viel erzählen. Aber es kamen auch viele Fragen auf, (die nicht immer geklärt werden konnten) z.B.: Kann ein Schwertfisch mit einem Ritter kämpfen? Spucken Feuerfische eigentlich Feuer? Was fressen Fische? Und wie funktionieren eigentlich „Kliemen“ (Kiemen)?
Schnell war allen klar: sie wollen Fische haben! Nur musste noch geklärt werden, woher sie diese bekommen könnten. Aus dem Meer fischen war einen Idee, aber leider gibt es hier kein Meer. Zum Glück wussten die „Experten“, dass man Fische auch im Laden kaufen kann.
Einige grundlegende Sachen waren allerdings noch zu erforschen: so hat die Gruppe herausgefunden, dass es Fische gibt die eine Heizung brauchen „dass sie net frieren“ und welche die keine brauchen. Es gibt Fische, die werden so groß, dass sie nicht in das Aquarium passen, „ja sonst platzt des und des ganze Wasser is weg.“ Es gibt auch kranke Fische, die sterben können, solche wollten die Kinder nicht kaufen. Krebse, Haie oder Piranhas kamen auch nicht in Frage, da diese sonst die anderen Fische auffressen. Und Fische dürfen nicht alleine sein, „da fühlen die sich net wohl.“
Die Gespräche der Kinder wurden mit einem Diktiergerät aufgenommen und für die Eltern schriftlich dokumentiert. Diese Dokumentationen, untermalt mit vielen Fotos können von den Eltern und Kindern jederzeit an der Projekttafel eingesehen werden und lassen sie so am Projektgeschehen teilhaben. Die Kinder der Gruppe haben sich ebenfalls ein eigenes Plakat gestaltet: mit selbst gezeichneten Wasserbewohnern und Fotos. Einige Kinder haben auch zu Hause recherchiert und noch Bilder und Hefte mitgebracht.
So gut mit Informationen ausgerüstet konnten die Kinder ihren Fischekauf planen. Es musste noch das Aquarium abgemessen werden, damit die Verkäufer in dem Laden auch wissen, wie groß es ist, „wir können es ja nicht mitnehmen.“ Bevor sie nun aber Fische kaufen konnten, mussten die Kinder das Becken noch einmal gründlich putzen und testen, ob das Wasser „nicht giftig“ für die Fische ist. Zum Glück war alles in Ordnung, bald ganz sauber und für die Fische bereit.
Am Montag den 04.05.09 war es dann soweit: die Kinder des Fischeprojekts sind zusammen mit zwei Erzieherinnen zu einem Laden gefahren um Fische zu kaufen. Es gab viel zu entdecken: Seeschlangen, Scheibenputzer, Schnecken, Frösche und viele bunte Fische. Zur Auswahl der Aquariumbewohner haben sie sich dann noch einen Verkäufer zu Hilfe geholt, der ihnen sagen konnte welche Fische nicht zu groß werden, wie viele man davon braucht und welche sich vertragen. Am Ende sind sie mit sechs Platys, zehn Neons, fünf Panzerwelsen und einem Scheibenputzer wieder zurück zum Kindergarten gefahren.
Diese Fische leben nun ganz munter im KaKiWu, bis auf einen der Platys, der ist schon beim „Fischegott“ im Himmel. Aber das Projekt ist noch lange nicht vorbei… jetzt gibt es viel zu beobachten, zu staunen und neu zu entdecken. Und dann muss wieder gefragt, nachgelesen und experimentiert werden, um alles zu erforschen, was die Kinder noch wissen wollen.



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