Die Macht des Gesangs im Reich der Mitte

Die Friedberger Schule für Musik und die VG Langerringen führten ein Theaterstück auf

Mit „Die chinesische Nachtigall“ hat Andreas Schmittberger ein sehr modernes und ansprechendes Märchen von Hans Christian Andersen zu einem Musical umgeschrieben. Unter der Leitung von Carola Piel haben sich Kinder der Friedberger Schule für Musik und der VG Langerringen des Stücks
angenommen, das von seiner Aktualität nichts eingebüßt hat.


Dabei überzeugten die jungen Musiker und Schauspieler durch emotionale Darstellung und ausdrucksstarken Gesang.
Der Kaiser von China (Theresa Bauer) führt ein zufriedenes Leben in seinem lieblichen Palast inmitten eines entzückenden und beglückenden Gartens, den eine Nachtigall mit wunderbarem Gesang erfüllt.
Er macht den Vogel zu seinem Hofsänger, bis sein Schwager, der Kaiser von Japan (Franziska Grasser), zu Besuch kommt. Er überzeugt ihn von der Qualität der japanischen, künstlichen Nachtigall mit Hilfe des Vorstandsvorsitzenden von Nightingale Industries (hervorragend gespielt vom erst acht Jahre alten Daniel Seyler). Die natürliche Nachtigall wird in Schimpf und Schande davon gejagt, da sie in ihrer unscheinbaren, grauen Farbe ohnehin nicht zum Prunk gepasst hatte. Doch als der Kaiser von China auf dem Sterbebett liegt und die besten Ärzte nur über Therapiemöglichkeiten streiten ohne helfen zu können, wünscht er sich nichts sehnlicher als Musik, um sein Leid zu lindern. Kurz vor seinem Tod erkennt der Kaiser, dass er eigentlich nicht für sein Volk da war. Jetzt kann ihn nur noch der faszinierende Gesang der lebendigen Nachtigall vor dem Ende bewahren. Sie rettet sein Leben, damit er seine Fehler wiedergutmachen kann und will als Lohn nichts als ihre Freiheit, um ihre Lieder für den Kaiser und für sein Volk singen zu können.
Insgesamt bestach das Stück durch abwechslungsreiche Musik von Rock bis zur Ballade und durch die Frische und Begeisterung der jungen Darsteller. Sowohl an den Instrumenten Klavier (Katharina Strohmeyr, Juliander Reiner),
Bass (Franziska Bante), Percussion (Jim Piel) und Schlagzeug (Christian Wodke) als auch bei den verschiedenen Gesangsstücken zeigten die Kinder ihr Können und zogen das Publikum in der vollen kleinen Sporthalle am Schwimmbad
in ihren Bann. Sogar die recht schweren Solopassagen der Nachtigall gelangen der dreizehnjährigen Julia Pfänder in beeindruckender Weise. Doch auch die schauspielerischen und gesanglichen Leistungen der anderen Kinder, die erst
zwischen sieben und zwölf Jahren alt sind, standen dem in nichts nach. Beispielsweise Anna-Chiara Fiorentino und Franziska Reiner stellten die Gärtner Cheng und Chang authentisch dar, die für ihre Arbeit nichts als ein hochnäsiges
„Pfü“ erhalten, und daher streiken wollen, aber den Mut dazu zunächst nicht finden.
Ein großes Lob gebührt auch den Eltern, die die originellen Bühnenbilder und die farbenprächtigen Kostüme ehrenamtlich mitgestaltet haben und für die Technik verantwortlich waren.

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