Aus Liebe zum Menschen - Arbeit im Bayerischen Roten Kreuz

 
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Bereitschaft

Friedberg: BRK-Friedberg (gegenüber Segmüller) | Wenn Blaulicht und Martinshorn die Hilfe im Notfall ankündigen ist es eine gedankliche Selbstverständlichkeit, das "Rote Kreuz" mit den Hilfeleistungen zu verbinden. myheimat-Bürgerreporter Sabina und Franz Scherer sprachen mit dem Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Aichach-Friedberg Robert Erdin und seinem Stellvertreter und Rettungsdienstleiter Thomas Winter über den BRK-Kreisverband Aichach Friedberg, seine Aufgaben und Tätigkeiten.

Sabina Scherer: Herr Erdin, wo ist der Unterschied in den Begriffen Bayerisches Rotes Kreuz und Deutsches Rotes Kreuz?

Robert Erdin: Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) ist ein Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Im Gegensatz zu allen anderen Rotkreuzverbänden in Deutschland, die in der Rechtsform eingetragener Vereine organisiert sind, ist das BRK eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Unsere zuständige Aufsichtsbehörde ist das Bayerische Innenministerium.

Sabina Scherer: Nach der Schlacht von Solferino im Jahr 1859 entstand die Idee einer offiziellen Hilfsbewegung. Henri Dunant gilt als der geistige Vater der weltweiten Organisation des Roten Kreuzes. Hundert Jahre später verkündete die Internationale Rotkreuz-Konferenz ihre Grundsätze, die bis heute Gültigkeit haben...

Robert Erdin: Ja. Unter diesen Grundsätzen helfen wir auch heute menschlich, unparteilich, neutral, unabhängig, freiwillig, einheitlich und universell.

Sabina Scherer: Wieviele Mitarbeiter und Einrichtungen umfasst der BRK-Kreisverband Aichach-Friedberg?

Robert Erdin: Im BRK-Kreisverband Aichach-Friedberg sind ca. 100 hauptamtliche Mitarbeiter und ca. 1100 aktive, ehrenamtliche Mitarbeiter beschäftigt. Große Unterstützung leisten auch unsere ca. 12.000 Fördermitglieder. Wir haben zwei Geschäftsstellen in Aichach und Friedberg. In 14 Einrichtungen helfen wir in einer Sozialstation, vier Rettungswachen, sieben Wasserwachtstationen und zwei Tagespflegen.

Sabina Scherer: Herr Winter, es braucht sicher eine Menge Technik und Ausrüstung für die Hilfeleistungen?

Thomas Winter: Unser Fahrzeugpark umfasst 15 Rettungs- und Krankenwagen, 7 Wasserwacht-Boote, 19 Einsatzfahrzeuge im Katastrophenschutz und 17 Fahrzeuge für die Pflegedienste.

Sabina Scherer: Herr Erdin, da stellt sich doch die Frage: Wie finanziert das BRK eigentlich seine Leistungen?

Robert Erdin: Das BRK ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts als gemeinnützig anerkannt und nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Darüber wacht der Gesetzgeber. Unsere umfangreichen technischen Ressourcen und die funktionierende Infrastruktur für unsere Einsatzbereitschaft finanzieren wir durch freiwillige Zuwendungen ohne direkte Gegenleistung, durch freiwillige Zuschüsse von Kassen, durch Zuschüsse öffentlicher Kassen auf der Grundlage der strengen Zweckbindung und durch die Kostenerstattung bei erbrachten Leistungen.

Sabina Scherer: Die Freiwilligkeit im Ehrenamt ist also ein Grundpfeiler der Hilfe?

Robert Erdin: Ja, so ist es. Jeder, der helfen will kann bei uns aktiv Hilfe leisten. Unser aktiven Mitglieder helfen als Sanitätshelfer, Rettungssanitäter, Ausbilder in Erster Hilfe, im Betreuungsdienst, im Technischen Dienst, im Katastrophenschutz und als Helfer in vielen weiteren Fachgebieten. Durch anerkannte interne Ausbildungen haben wir heute hoch motivierte Spezialisten in den jeweiligen Fachgebieten.

Sabina Scherer: Ein besonderes Augenmerk legt der BRK-Kreisverband Aichach Friedberg auf die Jugendarbeit.

Robert Erdin: Unsere Leistungen in der Kinder- Jugend- und Familienhilfe sind eine der großen Schwerpunkte unserer Aufgaben. Freizeitprogramme – unser Ferienzeltlager 2010 in Mammendorf bei Fürstenfeldbruck wird wieder eine Freude für diejenigen sein, die aus sozialen Gründen nicht in der Lage sind, auf Urlaubsreise zu gehen. Wir wollen das Bewusstsein der Jugend für die Belange von Gesundheit und Umwelt schärfen sowie die Bedeutung von Frieden und Völkerverständigung vermitteln.

Sabina Scherer: Wird mit den großen Baustellen und Straßensperren im Zuge der Straßenbahnlinie 6 die Einsatzfähigkeit bei Notfällen behindert?

Robert Erdin: Nein, auf keinen Fall. Sonderverkehrsregelungen machen jeden Einsatz uneingeschränkt möglich.

Sabina Scherer: Herr Erdin, nach unserem Gespräch wird deutlich, dass das Rote Kreuz in seiner Gesamtheit nicht fokusiert werden kann auf Blaulicht und Martinshorn.

Robert Erdin: Wir retten, pflegen, betreuen. Im ganzen Landkreis, direkt vor Ort. Sei es mit unserem Dienst "Essen auf Rädern", mit unseren Kleiderkammern für Bedürftige, bei der Schuldnerberatung oder in den Senioren-Gymnastik-Gruppen, um nur einmal Teile unseres Aufgabenspektrums zu erwähnen. "Aus Liebe zum Menschen" lautet der Leitspruch unserer neuen Imagekampagne. Wir setzen damit auf das Eigentliche, auf die grundsätzliche Motivation aller, die sich im Roten Kreuz engagieren und – in welcher Weise auch immer – unterstützen: die Liebe zum Menschen.

Sabina Scherer: Herr Erdin, Herr Winter, vielen Dank für das interessante und aufschlussreiche Gespräch.

Weitere Informationen:
BRK-Kreisverband Aichach-Friedberg im Internet
Downloadbereich des Deutschen Roten Kreuzes mit interessantem Infomaterial.

Fotos: BRK-Kreisverband Aichach-Friedberg, Franz Scherer

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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin friedberger | Erschienen am 30.04.2010
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