Reden wir übers Wetter!
Kein Thema wird so oft angeschnitten wie das Wetter. Meist steht es am Anfang einer zwanglosen Unterhaltung oder füllt eine Pause, wenn eine Konversation ins Stocken geraten ist. Das Erregungspotenzial des Wetters ist also groß und es kennt keine Jahreszeit.
Momentan herrscht Sommer. Zum xten Mal wird in den Medien vor der nächsten Hitzewelle gewarnt und zum Wassertrinken sowie zur Applikation von Sonnencremes mit höchstem Schutzfaktor geraten. Eindringlich sogar ...
Kaum zeigen sich die ersten kalten Luftmassen im Westen, schwenkt das Wettergerede um. Bald wird wieder vor drohenden Unwettern gewarnt, vor Blitz, Donner und Hagelschlag. Apokalyptische Wettermeldungen im Stundentakt!
Doch warum den Wetterdienst für diese Hysterie schelten? Wir alle haben diese Lust in uns, über das Wetter zu reden und zu jammern. Erst war es der Winter, der in diesem Jahr nicht weichen wollte. Dann der Frühling, der im Mairegen absoff und schließlich die "Schafskälte" im Juni. Und zur Zeit die Serie von Sahara-Tagen mit Treibhaustemperaturen in der Nacht. Ein schier unerschöpflicher Gesprächsstoff, der alle Frustierten eint, egal wo sie aufeinander treffen.
Was kümmert uns das beschwichtigende Geschwätz von Meteorologen, die uns einreden wollen, alles sei im Normbereich, nichts sei ungewöhnlich. Wir wollen nicht belehrt werden und weiterhin übers Wetter reden oder jammern. Warum wohl? Weil es ein so einfaches Thema ist, wo jeder mitreden kann, über alles Trennende hinweg. Weil niemand die Schuld trägt, am wenigsten man selbst.
Das Wetter ist und bleibt eben, wie es kommt. Reden wir darüber!
(Nach einer Idee aus der Tageszeitung)


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