Im Herbst am liebsten in Meran
Wie oft ich in Meran war, kann ich schon nicht mehr zählen. Immer im Herbst, meistens Anfang Oktober, in letzter Zeit aber lieber Ende September, weil da die bequemen Wanderwege um Meran herum noch nicht so überlaufen sind und die Stadt noch nicht so überquillt, wenn sich Wellen von deutschen Touristen über sie ergießen.
Im Wesentlichen ist es das milde Klima, das die ganze Landschaft in wunderschöne Herbstfarben kleidet und so viele Menschen um diese Jahreszeit dorthin zieht. Überwiegend sind es schon etwas ältere Leute, die in Wanderausrüstung - neuerdings fast ausnahmslos mit Stöcken - die Stadt bevölkern und die attraktive Laubengasse nur schwer passierbar machen. Vor den vielen Schaufenstern mit kulinarischen Angeboten und herbstlichen Lederwaren ballen sie sich immer wieder zusammen oder überfüllen die kleinen Straßencafés, wo sie bei einem Capuccino oder Espresso Ansichtskarten schreiben oder schnattern.Wir gehören zu den Urlaubern, denen eine Woche reicht, um Meran von Neuem zu erleben und zu genießen. Da von Salzburg aus Meran in gut drei Stunden mit dem Auto zu erreichen ist, können wir schon am Ankunftstag (Sonntag) den Nachmittag dazu nutzen, um Meran einen ersten Besuch abzustatten und in Ruhe auf der Kurpromenade eine Kaffee trinken.
Montag dann geht es von unserem Quartier im nahen Algund durch die Stadt hindurch hoch auf den Tappeinerweg, ein Muss für jeden Herbsturlauber. Nach einem kleinen Mittagsmahl am Ende dieses malerischen Weges geht es dann weiter, noch ein Stückchen höher zum Algunder Waalweg, der uns am Nachmittag wieder zurück bringt.
Am zweiten Tag fahren wir von der Stadtmitte aus mit dem Sessellift hoch nach Dorf Tirol, von wo aus man die herrliche Landschaft um Meran herum am besten erleben kann. Der Weg führt uns zum Schloss Tirol hinüber nach St. Peter und dann weiter noch Schloss Thurnstein, vorbei an idyllisch gelegenen Obstplantagen und Weinbergen. Etwas gefährlich wird dann der Weiterweg, wenn wir den "Ochsentod" erreichen, eine beschwerliche Pflasterstrecke, die Menschen und früher auch Zugtieren einige Kraft abverlangt. Zur Kaffeezeit sind wir dann wieder zurück und entspannen nach einem erfrischenden Dusche.
Mittwoch ist unser Einkaufstag in Meran. Ich könnte auch "lady's day" sagen, denn den bestimmt meine Gattin mit ihren Einkaufswünschen, derweil ich hauptsächlich als Berater und Träger fungiere. Meist sind es die Schuh- und Handtaschengeschäfte, die wir auf dieser Shoppingtour ansteuern, doch auch das eine oder andere Schmuckgeschäft sieht uns als Kunden. Die Metzgerläden ziehen uns nicht mehr so an, weil wir gemerkt haben, dass der Tiroler Speck nördlich der Alpen nicht schlechter schmeckt und etliche Cent günstiger ist.
Der Donnerstag ist dann wieder ein Wandertag. Von Töll (Vinschgau) aus wandern wir auf dem wohl schönsten Meraner Waalweg Richtung Marling, vorbei an etlichen einladenden Jausenstationen. Meist endet unsere Wegstrecke im fernen Lana, doch diesmal ziehen wir es vor, uns den steilen Abstieg vom Waalweg nicht wieder anzutun, sondern kehren wieder um. Doch da habe ich mich leicht verschätzt, denn wir haben zur Mittagszeit nicht etwa die Hälfte der Strecke bis Lana zurück gelegt, sondern etwa schon drei Viertel. Trotz aufkeimender Wanderunlust erreichen wir wieder unbeschadet unser Auto am Ausgangspunkt in Töll.
Freitag nach dem Frühstück nehmen wir dann wie jedes Jahr Abschied vom Paradiesgarten Meran. Wegen des beständig schönen Herbstwetters wählen wir unsere Heimreise wieder über den Jaufenpass. Nach einer kleinen Kaffeepause in Sterzing und der Überquerung des Brenners erreichen wir am frühen Nachmittag dann wieder unser heimatliches Salzburg.





Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .