Salzburger Trachtenmode
Wer, wie ich, am liebsten ganzjährig Jeans mit einem Poloshirt trägt und darüber eine saloppe Jacke, begibt sich auf unsicheres Terrain, wenn er über Mode sprechen will, speziell über Trachtenmode, die in einer Weltstadt wie Salzburg so üblich ist. OK, ein Versuch ist es wert, auch auf die Gefahr hin, dass mich die Seitenhiebe modebewusster Damen hier bei myheimat treffen werden.
Um etwas festeren Boden unter meine Füße zu bekommen, greife ich mal in gewohnter Manier auf Wikipedia zurück. Dort steht unter dem Stichwort "Tracht" folgendes zu lesen: "Der Begriff Tracht [...] wird im allgemeinen für traditionelle und historische Kleidung oder Teile davon gebraucht. Die Tracht ist die traditionelle Kleiderordnung einer bestimmten Region, eines Landes oder der Angehörigen einzelner Bevölkerungsgruppen [...]
Die Berufstracht, Zunftstracht oder Amtstracht, welche die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe zum Ausdruck brachte, stammt aus dem handwerklichen und städtischen Umfeld, während die Volkstracht ihren Ursprung in ländlichen Gebieten hat und eine regionaltypische Bekleidungsform darstellt [...]
Traditionelle Kleidung wurde in vielen Teilen der Welt im Zuge der auch kulturellen und modischen Globalisierung im Alltag bereits weitgehend zurückgedrängt und wird nur noch als Festtagstracht getragen. In anderen Ländern werden die traditionellen Kleidungsstücke heute noch im Alltag getragen [...]
Die Volkstracht ist eine regionaltypische Bekleidungsform [...] Im Gegensatz zu traditioneller Kleidung sind Volkstrachten in vielen Fällen bezüglich Farbe, Schnitt, Stoffwahl und Art des Tragens genau definiert.
Volkstrachten gibt es meist in zwei Ausführungen, einer Werktagstracht und einer Festtagstracht. Besonders Festtagstrachten sind oft sehr aufwendig hergestellt. Zu ihnen gehören typische Hüte oder Hauben [...] Die Festtagstrachten werden in ländlichen Gegenden noch oft bei Festen oder traditionellen Anlässen getragen.
Werktagstrachten werden noch vereinzelt als Alltagskleidung getragen (was sie auch ursprünglich waren), heute aber insbesondere in Trachtenvereinen, Heimatvereinen, Brauchtumsgruppen, Musikkapellen, Schützenkompanien und Chören, da sie einfacher und günstiger herzustellen sind als die Festtagstrachten." (http://de.wikipedia.org/wiki/Tracht)
Was ist nun ein Dirndl? Wikipedia schreibt dazu: "Dirndl ist die bayerische und österreichische Variante von hochdeutsch "Dirn" (nicht zu verwechseln mit Dirne) niederdeutsch "Deern“, d. h. die Bezeichnung für ein junges Mädchen. Gleichzeitig war "Dirn" auch die gebräuchlichste oberdeutsche Bezeichnung für eine in der Landwirtschaft beschäftigte Magd. Ein von diesen getragenes Kleidungsstück bezeichnet man als "Dirndlgewand“. Heutzutage wird der Ausdruck vielfach zu "Dirndl“ verkürzt. In der Bevölkerung ist der ursprüngliche Begriff aber immer noch in Gebrauch.
Anfangs noch Dienstbotentracht setzte sich das Dirndl ab etwa 1870/80 in der Oberschicht des Sommerfrischepublikums als modernes Kleid durch. Heute bezeichnet der Begriff Dirndl ein Kleid mit engem, oft tief rechteckig oder rund ausgeschnittenem Oberteil, weitem, hoch an der Taille angesetztem Rock, dessen Länge mit der herrschenden Mode wechselt, und Schürze. Es ist mehr oder weniger eng an Vorbilder aus der Volkstracht angelehnt. Das Dirndl wird sowohl auf Jahrmärkten und Kirtagen im ländlichen Raum als auch auf größeren Volksfesten, wie dem Münchner Oktoberfest, vor allem in Süddeutschland und einigen Alpenregionen oft getragen." (http://de.wikipedia.org/wiki/Dirndl)
Also, für mich stellt sich die Salzburger Trachtenmode jetzt so dar: Es gibt eine städtische und eine ländliche Tracht. Das Dirndl entstammt der ländlichen Tracht, wobei diese in Form und Aussehen regional gebunden oder modisch frei ist. Ungebundene Dirndln kann frau sich zusammenstellen, entweder für festliche Anlässe oder für den täglichen Gebrauch.
Ähnliches gilt für den Mann. Der trägt auch Tracht, die an bestimmte Regionen (Gaue) gebunden oder frei zusammengestellt ist, wie bei mir. Ich habe einen Walkjanker, zwei Leinenjanker und einen Trachtenhut. Manchmal passe ich mich damit meiner Gattin an, wenn die ein Dirndl aus dem Schrank holt oder ihren "Schariwari" zum Lodenrock. Dann greife ich auch schon mal zu meinem "Mascherl", zum "Bierzipf" oder sogar zum Ring mit den "Grandln" ...




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