Schlesische mit Sauerkraut und Fischsoße

Warten auf das Erhitzen

Meine Eltern stammten aus der näheren Umgebung von Breslau. Als Angehöriger der Deutschen Wehrmacht wurde mein Vater Ende der dreißiger Jahre nach Marburg versetzt. Dort erblickten mein Bruder und ich das Licht der Welt. Wir beide sind also Hessen, echte, obwohl das meine Mutter nie einsehen wollte ...

So gab es denn bei uns an Weihnachten immer Schlesische Weißwurst mit Sauerkraut und Fischsoße. Und auch zu Silvester. Sonst nie! Entsprechend groß war unser Heißhunger, wenn die Kochtöpfe endlich auf dem Tisch standen. Erst in späten Jahren gelang es meinem Bruder und mir, mehr von der Weißwurst zu vertilgen als unser Vater. Wir hatten uns nämlich auf den ersten Metern merklich zurückgehalten und schlugen erst dann zu, als unser Vater keinen Nachschlag mehr verlangte. Taktisch klug, finden Sie nicht?

Was die "Schlesischen" angeht, so weiß ich nur, dass sie hauptsächlich aus Schweinefleisch sind, weiß aussehen und als Besonderheit "Bergamotte-Öl" enthalten. Ach ja, im Saitling sollten sie auch sein. Hier im Österreichischen gibt es sie als "Frische" zu kaufen. Zum Sauerkraut nur so viel, dass es sich um einen fertigen Krautsalat handelt, den man nur noch erhitzen muss.

Bleibt im Wesentlichen die "Fischsoße". Wieso Fischsoße? Ich habe mir an sich nie so richtig Gedanken darüber gemacht. Aber jetzt, da Sie mich fragen, schätze ich mal, dass diese Soße an sich für den Weihnachtskarpfen kreiert worden war. Meine Mutter aber stammte aus einer Metzgerfamilie, wo man lieber etwas Fleischiges an Hl. Abend verspeisen wollte. Nun, so haben wir Söhne es halt bis zum heutigen Tag gehalten und unseren braven Frauen das alte Rezept weiter gegeben:

Zutaten
- 1/2 Honigkuchen
- 2-3 gr. Zwiebeln
- 2 kl. Lorbeerblätter
- Pimentkörner
- Salz
- 3 gr. Pastinaken
- 3-4 Petersilienwurzeln
- 2 Fl. Malzbier (0,5 l)
- 250 ger. Bauchfleisch

Zubereitung
- Wurzelzeug zerkleinern
- Zwiebel in Ringe schneiden
- Ger. Bauchfleisch zusammen mit dem Gemüse in einen Topf mit 3/4 l Wasser einfüllen
- Pimentkörner und Lorbeerblätter dazu geben
- Das Ganze in einem Schnellkochtopf ca. 1 Min. erhitzen
- Honigkuchen in Scheiben schneiden und in Malzbier einweichen
- Gemüsebrei durchpassieren
- Honigkuchen ebenfalls durchpassieren und mit dem Gemüsebrei vermengen
- mit Salz abschmecken
- Weißwurst abwaschen und in der Soße langsam erhitzen

Zur Weißwurst serviert man dann noch Graubrot. Mein Bruder und ich haben aber immer darauf verzichtet, weil das den Platz für die Weißwürste auf dem Teller zu stark einengt ...

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20 Kommentare zum Beitrag
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Andrea Loidl aus Freilassing am 24.12.2009 um 18:43 Uhr  
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Birgit Leidinger aus Wetter am 24.12.2009 um 19:55 Uhr  
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Irene deSeke aus Burgdorf am 24.12.2009 um 21:27 Uhr  
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen am 24.12.2009 um 23:43 Uhr  
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Franz Scherer aus Friedberg am 24.12.2009 um 23:53 Uhr  
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Axel Haack aus Freilassing am 25.12.2009 um 00:41 Uhr  
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Axel Haack aus Freilassing am 25.12.2009 um 07:41 Uhr  
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Franz Scherer aus Friedberg am 25.12.2009 um 08:08 Uhr  
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Axel Haack aus Freilassing am 28.12.2009 um 17:24 Uhr  
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Axel Haack aus Freilassing am 04.01.2010 um 18:38 Uhr  
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Christine Eich aus Wetter am 04.01.2010 um 18:44 Uhr  
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Axel Haack aus Freilassing am 04.01.2010 um 19:15 Uhr  
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Uta Kubik-Ritter aus Uetze am 24.12.2010 um 16:51 Uhr  
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