Empörender Baulärm am Dreikönigstag
In katholischen Ländern wie Bayern oder Salzburg darf an einem kirchlichen Feiertag wie dem "Dreikönigstag" nicht gearbeitet werden. Doch in Lehen, einem Salzburger Stadtteil, war es diesmal anders: An der Salzach wurde weiter fleißig gebaggert und gelärmt wie an einem normalen Arbeitstag. Sehr zum Ärger der Anrainer, zu denen auch wir zählen.
Von Anfang an war diese Großbaustelle an der Salzach den meisten Anrainern ein Dorn im Auge. Vergeblich hatten sie versucht, dieses Projekt zu stoppen. Doch die Salzburg AG, die dieses Projekt "Kraftwerk Sohlstufe Lehen" geplant hat und jetzt baut, hat sich über alle Bedenken hinweg gesetzt. Und das mit probaten Mitteln: die angeblichen Vorteile groß reden und die möglichen Nachteile klein. Wie oft hatten die Anrainer auf Info-Abenden vorab versucht, dass man ihre Bedenken Ernst nehmen würde und die Betreiber sich in wichtigen Punkten umstimmen ließen. Doch alles schien schon längst beschlossene Sache und bereits auf den Weg gebracht zu sein.
Und nun das: Baulärm am Dreikönigstag! Schon ab sieben Uhr ging es auf der Baustelle wieder weiter, so wie jeden Tag. Proteste der Anrainer brachten nichts. Man arbeite unter Zeitdruck, hieß es da von verantwortlicher Stelle. Momentan herrsche Niedrigwasser, das gute Arbeitsbedingungen schaffe und ein schnelleres Voranschreiten der Arbeiten erlaube. Zudem gäbe es die "Rahmenarbeitszeit", die Arbeiten in bestimmten Ausnahmefällen wie diesem erlaube.
Ob denn die Salzburg-AG all ihre Versprechungen halten kann, wenn das Kraftwerk 2013 ans Netz geht, wird sich weisen. Die Anrainer bleibe indessen skeptisch, weil sie bezweifeln, dass die Dämme dicht halten und ihre Keller nicht doch eines Tages bei Hochwasser voll laufen werden ...


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