Die verbindende Funktion des Leberkäses
Was Österreicher und Bayern verbindet, ist nicht nur die gemeinsame Sprache Deutsch, sondern auch die Vorliebe für ein Lebensmittel, nämlich den Leberkäse. So eine meiner wichtigsten Erkenntnisse seit 6 Jahren Leben in Salzburg Stadt und gelegentlichen Aufenthalten im benachbarten Freistaat Bayern.
Allerdings ist der Name "Leberkäse" irreführend. Es ist nämlich weder Leber noch Käse drin, zumindest nicht im Original. Wie der "Leberkas-Pepi" aus Linz erklärt, stamme die Bezeichnung aus 1776 und sei aus den Wörtern "Lab", dem Gerinnen, und "Quas", dem Schmaus, entstanden. Die Bestandteile seien einfach Rind- und Schweinefleisch sowie Speck und Gewürze. Wichtig sei v. a. die Beigabe von Eis, um das "Brät" besser zu binden. Was die Garzeit dieser Fleischmasse, eingepackt in eine Kuchenform, "im Rohr" angehe, so betrage sie etwa 2 Stunden bei einer Temperatur von 170 Grad. Ausreichende Oberhitze im Ofen ergäbe dann die typische Kruste am Ende der Backzeit.
Neben diesem Original gäbe es nach Auskunft des Linzer Leberkäse-Experten noch verschiedene Abwandlungen. Es sei schon "Christkindl-Leberkäse" mit Nüssen und Trauben zu gegebener Zeit auf dem Markt und eine Leberkäse-Variation mit dem Namen "Linz 09" mit Geselchtem und Essiggurken gäbe es auch schon. Selbst ein Leberkäse mit Bärlauch sei heute schon zu haben.
Insgesamt könne man beim "Leberkas-Pepi" heute 14 verschiedene Sorten Leberkäse bekommen. An "starken Tagen" gingen über seine Theke bis zu 1000 Leberkäse-Semmeln. Alle Leute kämen, vom Bürgermeister bis hin zum einfachen Arbeiter. Da solle mal einer herkommen und sagen, der Leberkäse führe Menschen nicht zusammen!
(Nach einem Artikel aus den SN vom 31.07.09)


Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .