Wer das "Muten" schafft, gilt als "fühlig"

Mit Wünschelruten auf der Suche nach Bodenschätzen (Foto: Wikipedia-Bild)
Die Rede ist vom Aufspüren von Wasseradern und Erdstrahlen mit Hilfe einer Wünschelrute. Menschen, die das können, gelten als Wünschelrutengänger oder auch als "Wünschler".

Es heißt zwar, dass das "Muten", also das Aufspüren von Unsichtbarem, jeder kann, doch Zweifel sind da angebracht. Wer diese besondere Fähigkeit hat, gilt als "fühlig". Zum Handwerkszeug eines Wünschlers gehört ausschließlich eine Rute, die aus einer einfachen Holzgabel bestehen kann oder aus kupfernen Winkelruten. Einhandruten aus Metall, Holz oder Kunststoff sind eher seltener im Einsatz.

Der mittelalterlichen Kirche war das Wünschelrutengehen suspekt und wurde als Teufelswerk verboten. Erst um 1900 wurde es wieder interessant, als in Villisburg, einer deutschen Kleinstadt, die Schlafplätze aller Krebstoten mit dieser Methode untersucht wurden. Dabei stellte man fest, dass sie alle auf unterirdischen Wasseradern gelegen hatten.

Wissenschaftlich war das Wünscheln lange Zeit umstritten. Erst jetzt scheint Physikern und Psychologen der Nachweis gelungen zu sein, dass Erdstrahlen und Wasseradern durchaus Menschen arg stressen können. Den Erklärungen der Wissenschaftler zufolge wird in einer feuchten Ader Wasser durch das Erdreich gedrückt. Weil das Nass durch Sand, Kies oder Lehm beim Aufsteigen behindert wird, entsteht Reibung, die wiederum Wärme und Elektrizität erzeugt. Menschen reagieren auf diese gefährliche Erdstrahlung mit Müdigkeit, Gereiztheit oder sogar Krankheit.(1)

Trotz dieser Untersuchungsergebnisse bleibe ich weiterhin skeptisch, weil es nichts zu sehen gibt, wenn ein Wünschler mit seiner Rute umherspaziert auf der Suche nach einer Wasserader, es sei denn das Ausschlagen seiner Rute am Ende des Suchvorgangs. Kann doch auch ein Krampf in der Hand des "Fühligen" sein durch das anstrengende lange Rutehalten. Mir jedenfalls ist es noch nicht gelungen, mit einer einfachen Holzgabel irgendeinen Bodenschatz aufzuspüren ...

(1) Vgl. Kronenzeitung vom 02.02.14, S. 26/27
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4 Kommentare
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Wilhelm Kohlmeyer aus Hannover-Groß-Buchholz | 03.02.2014 | 08:54  
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Axel Haack aus Freilassing | 03.02.2014 | 09:08  
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg | 03.02.2014 | 20:18  
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Axel Haack aus Freilassing | 03.02.2014 | 21:54  
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