Kleine Haubenkunde

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Goldhauben vor der Alten Residenz in Salzburg

SALZBURG | Weil sich wegen der gegenwärtigen Kältewelle kaum noch jemand ohne Kopfbedeckung aus dem Haus wagt, habe ich mir einmal die Mühe gemacht, diesen Kälteschutz für unser Haupt etwas unter die Lupe zu nehmen. Dabei will ich mich beschränken auf das, was hier gerne als "Haube" und da als "Mütze" bezeichnet wird. Hüte, Kappen und Kapuzen bleiben also außen vor, ebenso wie Helme und Kopftücher.

Zunächst einmal zur Begriffsklärung. Wikipedia weiß mal wieder mehr: "Eine Haube ist eine Kopfbedeckung, die sowohl über eine Gesichts- als auch über eine Halsöffnung verfügt, das heißt, die das Gesicht und den Hals umschließt und unter dem Kinn geschlossen wird. Zu den Hauben gehören daher auch die Kapuzen."(1)

Wenn wir uns umschauen, dann sind solche Hauben heute nur noch als Kapuzen anzutreffen oder als Kopftücher bei muslimischen Frauen. Heute bezeichnen Hauben eng anliegende Kopfbedeckungen wie Strickmützen oder Badekappen. Solche Hauben werden von Männern und Frauen getragen. Doch das war nicht immer so, wie Wikipedia weiter weiß: "Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit verlangte die Norm von verheirateten Frauen das Tragen einer Haube, während unverheiratete ihr Haupt unbedeckt lassen durften. Die Redensart unter die Haube kommen (= heiraten) leitet sich davon ab. Die Haube galt als Zeichen der Frauenwürde und der Wohlanständigkeit; eine Frau ohne Haube galt als 'loses Frauenzimmer'."(1)

Die Haube ist ein fester Bestandteil fast aller Frauentrachten, bei uns v. a. in Süddeutschland und Österreich. Auf dem Bild sind "Goldhauben" vor der Salzburger Alten Residenz zu sehen. Zu den Goldhauben führt Wikipedia an anderer Stelle aus: "Sie wurden ab dem 17. Jahrhundert von den Bürgerinnen in den Städten getragen, später auch auf dem Land. [...] Das Aussterben der Trachten im 19. Jahrhundert brachte die meisten Goldhauben an den Rand der Vergessenheit. Heute werden sie im Zuge der Trachtenerneuerungsbewegung wieder gepflegt und getragen und ihre Herstellung in Kursen gelehrt. Wegen des hohen Arbeitsaufwands (bei einer Riegelhaube z. B. über 300 Stunden) und der entsprechend hohen Kosten werden sie fast ausschließlich in Eigenarbeit gefertigt. Vor allem in Oberösterreich und in Salzburg wird die Goldhaube heutzutage wieder von Frauen an hohen kirchlichen Festtagen getragen."(2)

Bleibt noch ein kleiner Blick in Richtung Hauben oder Sterne, die an Starköche vergeben werden, die in pikfeinen Restaurants arbeiten oder auch gerne in Kochsendungen auftreten. Diese Stars der Haute Cuisine verdanken ihre Auszeichnungen den bekannten Restaurantführern Guide Michelin und Gault-Millau.(3) Wenn diese Herrschaften ihre Kochkünste in nachmittäglichen TV-Sendungen zum Besten geben, dann sollte man gesättigt vor der Mattscheibe sitzen. Wer nämlich mit hungrigem Magen davor sitzt, wird nicht viel von dem Ton mitbekommen, weil der leiser ist als das Magenknurren ...

Quellen:
(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Haube
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Goldhaube_%28Kleidung...
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Gault_Millau

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Karl-Heinz Mücke aus Pattensen am 09.02.2012 um 11:46 Uhr  
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