Halloween hoasst nix andas wia "Ollaheiligomd"!

Übrigens: Heute ist auch Reformationstag, ein ev. Feiertag ...

bei mir werden alle kleinen Geistr an der Tür auf den 10.11. vertröstet. Das Mattenmärensingen gibt es nur hier bei uns und ich fürchte, dass beide Bräuche nebeneinander nicht bleiben würden.
Da ziehe ich unseren einheimischen Brauch vor, bei dem die Kinder noch das Martinslied an der Tür singen und nicht nur rufen "süßes oder saures" und dann noch irgendwelchen Frust loslassen, wenn es nichts gibt.
Ich gebe ihnen ja gern etwas, aber eben erst am 10. oder auch 11.11.
Ich mag gewachsene Bräuche, die machen Sinn. Sinn kommt von ahd. sinan = der Weg.
Den gleich mit Autobahn vorgesetzten Festen von St.Konsum & Marketing fehlt der Weg. Bei immer noch mehr Ablenkung brauchen wir uns über die ständige Zunahme von Konzentrationsstörungen und dass keiner mehr seine Mitte findet nicht zu wundern.
Halloween in Deutschland ist ungefähr so intelligent wie die deutschen Musterbauernhöfe, die man vor 50 Jahren noch in den Entwicklungsländern gebaut hat.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
Halloween hat mittlerweile einen festen Platz in unserer Spaßgesellschaft. Leider ...
Und dafür wird sogar mehr Geld ausgegebeb als an Silvester.
Aber bestimmt nicht für Grabschmuck
Genau, der Martinsbrauch mit Martinsliedern sollte weiterhin den ersten Platz einnehmen. Da sind wohl die Pfarreien gefragt.
Erika, auf die Pfarreien zähle ich schon lange nicht mehr - wenn wir das behalten wollen, dann sind wir mit unserem Handeln gefragt.
Nicht's anderes als "Geschäftemacherei", deswegen wurde der "neue" Brauch gerne aus den USA übernommen.
Den Kindern gefällt es, ... also was soll's, sollen sie doch ihren Spass haben.
Bei uns sind allerdings keine Geister vorbeigekommen ;)
Christl, Grabschmuck an Allerheiligen ist auch eine Art Geschäftemacherei und ein zur Schau stellen, oder?
Alte Bräuche, Neue Bräuche ... irgendwann ist Halloween auch ein alter Brauch, weil die jetzige Kindergeneration es nicht anders kennt.
Zu meiner Kinderzeit gab es mal den Brauch "Klopferstag", ich weiß aber nicht mehr, zu welcher Zeit und aus welchem Brauch heraus.
Wir sind von Haus zu Haus gezogen mit einem kleinen Holzhämmerchen und klopften an die Türe oder Fensterladen, sagten ein Sprüchlein auf und bekamen dann meist Lebkuchen und Mandarinen.
Ist also auch wieder aus der "Mode" gekommen.
Kennt dass jemand?
LG Lisa
Das hat man in der Dillinger Gegend noch lang während der Adventszeit gemacht.
Das Klopfen war ein Volksbrauchtum an den letzten drei Donnerstage in der Adventszeit. Da durfte die Jugend lärmend durch den Ort zieghen, an allen Haustüren klopfen und um Gaben bitten. Oft wurden auch Bohnen oder Kieselsteine gegen die Fenster geworfen. In manchen dörfern zog man mit Heugabeln aus und sang z. B.
Klöpfel o, klöpfel o
der Bauer is a braver Mo,
Kropfa raus, Kropfa raus
oder i stik enk a Loch ins Haus!
Da wurde dem Klopfer dann etwas auf die Gabel gesteckt, mal ein Stück Speck oder Krapfen oder schon mal ein Weihnachtsgebäck. Vielleicht auch mutwillig ein roher Kartoffel.
Am Pfefferlestag revanchierte sich dann der Klopfer mit einer Gegengabe. Er pfefferte das Gegengeschenk nur schnell in die Stube und verschwand wieder.
So wars in unserer Gegend. Die Klöpfelesnächte
Wie ich sehe, gab es und gibt es in Bayern doch Parallelen zu diesem neumodischen Klamauk aus Amerika ...
Danke für die Info, nun hab ich aber auch nochmal "nachgeforscht" und gelesen, dass man den Klopferstag bis ins 15 Jahrhundert zurückverfolgen kann, ... in diese Zeit passt dann der Brauch mit der Gabel, wie Christl es beschreibt.
Es hatte aber nichts mit dem "Klamauk" aus USA zu tun, vielmehr hatte es ein tieferen Sinn, während der Adventszeit.
Meine alten Sprüchlein hab ich auch dabei entdeckt: Klopfa, klopfa Hämmerle, d's Brot isch im Kämmerle, Äpfel raus, Birna raus, dann geh'n wir weiter in a andres Haus.
Und als 2. hatte ich noch dieses: Klopfer, Klopfer, Klopfersta, gib mir was i traga ka, was i nemme traga ka, häng i an mein Stecka na und schenks am arma Bettelma'!
Ich glaube, wir gingen erst am frühen Abend los, aber randaliert hat damals niemand.
Danke Axel, der Beitrag war wieder einmal mehr, in Erinnerungen zu schwelgen und alte Bräuche aufleben zu lassen.
LG Lisa
Da ist was dran, Axel.