Nach Ansicht mancher Experten scheint die Handschrift auszusterben. Das läge an der überragenden Bedeutung von Computern und anderem technischen Gerät, das händisches Schreiben immer mehr zurück drängt. Selbst Bewerbungsschreiben müsste man heute nicht mehr mit der Hand schreiben. Sogar als eMail könnte man sie mittlerweile verschicken. Wie einfach!
Betrachtet man heute Handschriftliches, wenn es gelegentlich noch auftaucht, so ist man hin- und hergerissen, weil sich der Absender sehr viel Mühe beim Schönschreiben gemacht hat, dazu noch mit einem Füller. Alte Exemplare sind sogar noch in der Kurrentschrift (Sütterlin) abgefasst, die nur die etwas angegrauten User unter uns noch lesen können. Weniger alte sind bereits in der Lateinischen Ausgangsschrift verfasst und gut lesbar, ebenso gut wie die in der Vereinfachten Ausgangsschrift zugeschickten. Übrigens: Zu meiner Grundschulzeit gab es noch eine Note für die Handschrift! Das zeigt, welchen Wert man dieser Kunst in grauer Vorzeit schulisch beigemessen hat.
Obwohl die Handschrift heute nur noch ein Nischendasein führt, ganz verschwinden wird sie nie. Denn unersetzlich erscheint sie mir noch als Unterschrift, weil die unverwechselbar ist und oft ein Dokument erst echt macht. Undenkbar, dass man heute beispielsweise eine Bankomatkarte oder eine Hochzeitsurkunde mit Symbolen oder Ähnlichem gültig machen könnte. Nein, die Handschrift hat immer noch ihren (Rest-)Wert und allein wegen des zu schreibenden Namens wird sie uns weiterhin erhalten bleiben. Und das finde ich gut so!
Apropos Schreiben: Haben Sie eigentlich noch einen Füller?
Ich schreibe Briefe zwar noch viel mit dem Stift, habe auch von Berufwegen Plackatschrift gelernt. Doch Schönschreiben ist was anderes. Da sieht es hier schöner aus ;-)
Es ist kein Zufall, dass es in Deutschland über 4 Millionen sog. funktionelle Analphabeten gibt. Das sind Menschen, die kaum lesen und schreiben können. Aber nicht, weil sie es nicht gelernt hätten, sondern weil sie es so gelernt haben wie sie es gelernt haben.
Die Schulpflicht dauert mehr als 10.000 Stunden. Selbst wenn jemand die Hälfte davon geschwänzt hat, müsste es doch möglich sein, in 5000 Stunden den Umgang mit 2x26 Buchstaben zu lernen. Ein Vater schrieb einmal der Lehrerin H.Prem, bei der alle Kinder in 1/3 der üblichen Zeit richtig lesen & schreiben lernten, dass seine 5-jährige Tochter mit der Prem-Methode in zwei Stunden lesen gelernt habe. Frau Prem war eine Lehrerin, die nicht nur Kinder begeistern konnte. Auf einfachste Weise.
Leider wird die Handschrift ganz offiziell immer wieder "vereinfacht" - damit die Kinder nicht mehr so schreiben wie die Eltern. Inzwischen ist es so weit, dass man daran geht, die Schreibschrift abzuschaffen und in einigen Bundesländern nur noch die Druckschrift in der Grundschule geübt werden soll. Als Ich-kann-Schule-Lehrer finde ich so eine Pädagogik einfach erbärmlich.
Wenn man sich die Briefe in der alten deutschen Schrift anschaut, fällt vor allem auf, dass diese - für uns - komplizierter erscheinende Schrift augenfällige Vorteile zu haben scheint: Schon das Schriftbild ist enorm viel ausgeglichener und schöner. Da scheinen sich Fähigkeiten und Eigenschaften mit dem Schreiben entwickelt zu haben, die uns heute schmerzlich fehlen.
Vielleicht sollten wir doch über all das noch einmal neu denken.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
Ich schreibe noch sehr gern und häufig mit dem Füller, gelegentlich auch kalligraphisch mit breiter Feder und Federhalter. Sütterlin habe ich im Kunstunterricht gelernt. Nur die Ansichtskarten schreibe ich mit dem Kuli.
Wenn die Schreibschrift immer mehr zur Druckschrift "verkommt", dann werden eines Tages die Schriftsachverständigen ihre Arbeit verlieren ;))
Sollte das Schreiben mit der Hand eines Tages seine Wertigkeit ganz verloren haben, dann werden bestimmte Teile in unserem Gehirn verkümmern und nur noch Grobmotorik zulassen ...
Ich bekomme lieber eine Postkarte mit drei handschriftlichen Zeilen, als eine Email... ich mache handschriftliche Notizen... ich hab meine Romane mit dem Kuli in Kladden geschrieben... ich mag das Schreiben mit Federn und Scriptol... ich mag auch andere Schriften "nachmalen" wie z.B. Hindi...
Aber Tastatur und Maschine ist eben auch Alltag... ich mag es, in Foren tippend zu diskutieren... ich mag das leichte Lesen gedruckter und nicht handschriftlicher Bücher und Texte... ich mag das Spielen mit Textprogrammen und Textarten...
Und ich schätze, die Unterschrift wird eher verschwinden und durch Daumendruck, Augenscann, RFID-Implantat oder Gen-Checks ersetzt, als die handschriftliche Liebeserklärung auf einem Zettelchen...
So viel hat sich gegenüber früher auch nicht geändert. Den Füller gibt es immer noch, den Kuli damals schon. Die gute alte Schreibmaschine hat ein paar Funktionen mehr erhalten und nennt sich heute Computer. Das Telefon ebenfalls. Dank Einbaukamera und SMS-Funktion hat es bereits das Telegramm ersetzt und wird es vielleicht auch die Ansichtskarten irgendwann verdrängen, was in Anbetracht der Kosten und Laufzeiten leicht zu verschmerzen wäre. Alle heutigen Möglichkeiten zu kommunizieren haben ihre Vorzüge, dumm,wenn man sie nicht nutzen würde.
Grauslige Handschriften hat es zu jeder Zeit gegeben. Das hat aber m.E. nichts mit den Schreibwerkzeugen zu tun.
Eines jedoch scheint sich zu ändern: Glaubt man denPisa-Leuten, verstehen immer mehr junge Leute nicht mehr das, was sie lesen. Wenn das stimmt, glaube ich, dass es ihnen auch zunehmend schwerer fällt, sich schriftlich, aber auch mündlich sauber zu artikulieren. Die Ursachen dafür sind sicher nicht allein im sich stetig wandelnden Zeitgeist zu suchen.
Ich habe gerade mal in mein Zeugnis von der Grundschule geschaut und damals wurde "Schriftliches Gestalten" benotet. Mit Stolz kann ich sagen, ich hatte 'ne zwei.
Auch ich mag heute noch die handgeschriebenen Karten und Briefe. Nur schade, dass es immer mehr in Druckschrift geschrieben wird.
Bei mir im alten Grundschulzeugnis gab es noch eine Benotung für Schönschrift.
Seitenlang haben wir geübt. Zuerst mit einer Brause Feder, später mit dem Pelikan oder Geha Füller. Es ist schade, wenn man die Schreibschrift nicht mehr lernen würde.
> "Glaubt man denPisa-Leuten, verstehen immer mehr junge Leute nicht mehr das, was sie lesen."
Das leigt zum Einen an den neuen Medien - da ist Häppchenlesen und -verarbeiten angesagt...
Zum Anderen liegt es daran, dass Erlerntes verinnerlicht werden muss - bei dem heutigen Input-Überangebot wird vieles dann "weggeschwemmt" und bleibt nicht hängen. Auch braucht der Geist Zeit der Muße - die heute fehlt, wo die Kinder immer länger in Schule&Co verbringen und auch im Privatleben immer weniger Zeit dafür haben.
Auch hier neben meinem Laptop liegt ein Block, mit "handgeschriebenen" Notizen, allerdings nicht mit dem Füller, den verwende ich ausschließlich für Glückwunsch und Trauerkarten, ... ein absolutes MUSS.
Manchmal schreibe ich noch Briefe.
Ich war auch ein "Schönschreiber", ... angefangen mit dem Griffel, dann Bleistift, später kam der Füller dran, ... leider patzte der damals oder es lief Tinte aus.
Einige meiner Schönschrifthefte hab ich noch.
Wenn ich an die Schreibmaschine denke, tun mir noch heute die Finger weh.
Die Handschrift muss erhalten bleiben!
Stellt Euch mal myheimat mit Handschrift vor, oh oh ;)
Das Aus für Graphologen. Wie sollen sie in Zukunft noch einen Guten vom Bösen (Charakter) trennen? Wir trösten uns mit sündhaft teurer Tinte im Microgramm-Bereich aus dem vermaledeiten Tintendrucker, der sogar Fotos druckt, wenn er denn mal druckt.
Stil ist heute, wie ich finde, mehr denn je, mit einem Mont Blank und alltags auch mit einem Lamy (wegen der Patronen) mit breiter Goldfeder zu schreiben. An meine Frauen, auch an die Kinder und an gute Freunde. Ich verbinde Stil auch damit, keine Papiertaschentücher zu verwenden. Ein gutes weißes Taschentuch aus Stoff, frisch gewaschen und gebügelt - es ist ein Stück Lebensqualität, die ich mir erhalten habe und auch weiterhin erhalten will. Auch wenn viele Menschen dafür kein Verständnis (mehr) haben. austrianer
Danke Axel, für Deinen Kulturbeitrag. Und ich weiß auch, dass der Blanc mit C geschrieben wird. Man sieht, dass ich keinen eingebauten Duden benutze. Ich mache meine Fehler noch selbst! austrianer
Ja, auch ich habe noch sehr gerne einen Füllfederhalter, mit dem ich u.a. den Vereinsjahresbericht schreibe. Im achten Schuljahr war das Schönschreibheft noch ein ständiger Begleiter und auch im Zeugnis war eine Note für die Handschrift zu finden. Wenn auch die Schulzeit schon eine geraume Zeit vorbei ist, so ist mir doch eines im Gedächtnis geblieben: stets stichpunktartige Notizen machen...!
Es ist Adventszeit und der Nikolaus steht vor der Türe. Zeit also für dieses groteske Gedicht von Loriot alias Vicco von Bülow:
Advent
Es blaut die Nacht
Die Sternlein blinken.
Schneeflöcklein leise niedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort, vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann' ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im...
Am kommenden Wochenende sind wir Gäste bei einer Jugendweihe in Eisenach. Auf der Suche nach passenden Sprüchen für einen Jungen, der im Rahmen dieser Feierlichkeit auch geehrt wird, bin ich im Internet u. a. auf diese gestoßen:
- Dresden und Umgebung bedeutet auch nach der Jugendweihe Freiheit von Konsum- und Wohlsstandssegnung.
- Du kannst es auch künftig denken rauf und runter: Auch im Osten geht die Sonn´ im Westen...
Immer, wenn ich in einem Lokal sitze und auf mein Essen warte, habe ich Zeit, um meinen Tischnachbarn beim Essen zuzuschauen, verstohlen natürlich. Mir geht es dabei weniger darum, was sie essen, sondern mehr um das, wie sie essen. Genauer gesagt, um die Art und Weise, wie sie die Gabel halten und damit die Speise zu sich nehmen.
Da ich schlecht fremde Leute beim Essen fotografieren kann, habe ich einmal verschiedene...
Handschrift - Schandschrift
Genies haben in der Regel eine schlechte Handschrift...jedenfalls solange es sich um maskuline Genies handelt – ja, komm, Weicheier gibt es immer, Warmduscher oder solche, die ihre Schwestern alles schreiben lassen oder haben schreiben lassen.
Meine Schwester ist ein Computer, Xanthippe, weil er so oft rumzickt, ok ein Hermaphrodit, aber nicht mehr wegzudenken als meine rechte Hand, dafür nehme...
Zehdenick: Kamelbrücke | Früher hat man ja immer diese bunten Postkarten zur Winter- und zur Sommerferienzeit im Briefkasten gefunden. Helioblaue Himmel überspannten traumhaft schöne Strände, sagenhafte Bergwelten oder berühmte Städte dieser Welt. Manchmal erinnerten sie auch nur an die Werbung mit der lila Kuh. Ganz gleich, immer lösten diese Karten bei mir Fernweh aus. Aber scheinbar schreibt niemand mehr, wohin er sich aus dem gemeinhin schlechten...