Die Grenzen einer Kuchengabel
Eine Kuchengabel dient dem Zweck, sich beim Kuchenessen gesittet zu verhalten. Nicht die Finger werden hergenommen, um sich ein Stück vom Kuchen abzubeißen, sondern die Spießer ein Gabel. Das gehört zum Guten Ton. Außerdem bleiben die Finger sauber ...
Das lasse ich mir ja auch gefallen, wenn ich vor einem Stück Torte sitze oder einem Apfelstrudel. Doch was ist, wenn vor mir ein prachtvoller Krapfen liegt und mich anlacht. Weil er als "Pfannkuchen" definiert wird, gehört an sich eine Gabel dazu - wegen des Guten Tons. Gestern zur Kaffeezeit habe ich es probiert, einen Pfannkuchen mit einer Gabel zu essen, um mich nicht zu blamieren, falls ich mal in einem Renommier-Café Salzburgs vor diese Aufgabe gestellt werden würde.
Was soll ich Ihnen sagen? Ein Ärgernis ohne gleichen! Schon beim Versuch, mit der Schmalseite der Kuchengabel ein Stück vom Pfannkuchen abzutrennen, flutschte dieser mir wie ein geölter Blitz vom Teller. Mühsam musste ich ihn wieder aufklauben, natürlich mit der Gabelspitze, um mir die Finger sauber zu halten. Der Einfachheit halber ließ ich die Gabel gleich drin stecken, denn so hatte ich das Objekt meiner Begierde schon fixiert. Ein Entrinnen war dem Krapfen also nicht mehr möglich. Doch dafür entronn ihm aber gleich die Marmeladenfüllung, sobald ich versuchte, einen Keil mir aus seinem Laib zu hebeln. Auch weiterer Versuche, an anderer Stelle zum Erfolg zu kommen, scheiterten kläglich.
Schließlich gab ich auf, denn mein Kaffee war schon kalt geworden. Ich legte die Kuchengabel verächtlich beiseite und griff mit den Fingern zu. Die Marmelade tunkte ich dabei vom Teller wieder auf und genoss jeden Happen. Die klebrigen Finger störten mich zwar, aber mit Ablutschen und Abreiben waren sie bald wieder so gut wie sauber.
Sollte ich demnächst einmal in einem Stadtcafé einen Krapfen mit Kuchengabel serviert bekommen, weiß ich jetzt schon, was ich tun werde. Entweder packe ich ihn gleich in eine Serviette ein und verspeise ihn in aller Ruhe daheim, oder ich setze mich über die empörten Blicke aller Anwesenden hinweg und esse ihn wie gewohnt - ungeniert und ohne Gabel ...
Das ist ja richtig lustig geschrieben. Nicht immer ist es von Vorteil, Anstand walten zu lassen.
Achja, und sollte dich doch mal jemand auf die ungesittete Essart hinweisen wollen und fragen, wieso du denn nicht die Kuchengabel nutzt, antworte doch einfach, dass du schließlich zwei gesunde Hände hast. :-)
Gute Idee, Thomas! Allerdings setzt das voraus, dass ich gerade keinen Bissen im Mund habe ...
Nicht immer kommt man mit Anstand weiter, oder muß hungrig vom Platz;-))
Selbst wenn man den Krapfen mit den Fingern isst, sind Unangenehmlichkeiten nicht zu vermeiden. Ich denke da an den Zuckerand um den Mund oder die hervorquellende Marmelade beim herzhaften Abbeißen ...
Kein Mensch ißt einen Krapfen mit der Gabel, "Pfannkuchen" sind hier in Bayern was anderes.
Axel, da haben wohl noch Dessertmesser und ein kleiner Löffel gefehlt. Du hättest mit dem Messer und sanftem Druck - Achtung Spritzgefahr - aus Höhe Breite machen können. Anschließend mit dem Löffel die ausgetretene Marmelade aufnehmen und schließlich mit Messer und Gabel mundgerechte kleine Stücke schneiden. Diese können dann sittsam verspeist werden. ;-))
Einen schönen Sonntag wünscht
Birgit
Ob Berliner oder Pfannkuchen, am besten aus der Hand und natürlich vorsichtig hineinbeißen, sonst hat man das Innenleben auf seiner Kleidung.
@Birgit...
....gute Idee...
ABER - bis Axel mit dieser Anleitung den guten Krapfen verzehrfertig vorbereitet hätte wäre nicht nur der Kaffee kalt geworden - sondern auch er selbst elendig verhungert :-)
****lach...Axel ..... sehr lustig geschrieben.......ich mache es wie Du, mit den Fingern essen und diese, damit sie nicht so kleben, ablecken........man(n) kann den "Berliner" auch mit der Serviette von einer Seite leicht umhüllen ...... und essen, aber wenn man(n) zum Rest des Berliner´s kommt muss man(n) doch die Finger nehmen sonst isst man die Serviette mit ;-)
Und sollte sich jemand darüber aufregen, dann würde ich ihm gern einen Krapfen bestellen und er soll es mir dann einmal vormachen. Man ist ja lernfähig.
Wer taktisch richtig vorgehen will, sucht vor dem 1. Biss das "Impfloch", durch das dem Krapfen die Marmelade einverleibt worden ist. Hat man dieses gefunden, arbeite man sich von dort aus systematisch bis zur Füllung durch. So kann die Marmelade nicht seitlich entweichen und störende Kleckse verursachen ...
Axel, das ist auch genau meine Taktik beim vernaschen.
Gewusst wie! Bleiben nur noch die klebrigen Finger. Aber da hat ja die Karola um 11:02 Uhr schon eine "saubre Lösung" vorgestellt ...
Aber die gehören zum Krapfen auch irgendwie dazu. :-)
Man könnte den krapfen sonst noch auf die Gabel spiessen, aber so fein sieht das dann auch nicht aus ;-)
Axel, Deine versteckte Gebrauchsanweisung wie man (hochdeutsch: Krapfen) verzehrt hast Du sehr humoristisch formuliert. Habe mir das gerade bildlich vorgestellt und mich köstlich amüsiert.....
Eine andere Lösung: Schau'n wir doch mal über die Grenze zu den Niederländern.....zum Kaffee werden grundsätzlich Messer und Gabel gereicht.
Deine Erlebnisse `Krapfen essen` habe ich mit einem
Schmunzel gelesen und füllte mich gleich an mein
Kaffee trinken erinnert ...
Krapfenessen mit Messer und Gabel wäre auch nicht schlecht. Fehlt dann nur noch der Teelöffel für die Marmelade im Krapfeninneren. - Die Idee, den Krapfen aufzuspießen und die Gabel umzudrehen, um den Krapfen abzuknabbern, ist deswegen gut, weil so die Finger sauber bleiben. Zumindest solange die Marmelade nicht nach unten rinnt ...
Krapfen, Berliner, Kreppeln oder Fastnachtsküchle - die muss man einfach in die Hand nehmen :-)
Meine Mutter backt Kreppeln
sie backt sie zu hart
Sie schließt sie in´n Keller
und gibt mir nit satt
Sie gibt mir drei Brocken
die Hühner zu locken:
Komm, Bib! Komm, Bib! Komm, Bib!
Und wenn´s meine Mutter noch einmal so macht
dann nehm ich mein Bündel und sag: Gute Nacht!
Und gehe nicht weiter bis über die Brück
und kehre mein Lebtag nie wieder zurück.
(hessisches Tanzliedchen, aus Kassel)
Mit Gabel einen Krapfen essen ist doch ein lustiges Gesellschaftspiel. Gerade jetz zur Faschingszeit. Wer als erster geschafft hat, den Krapfen mit Kuchengabel zu essen, bokommt noch einen dazu.
Mit Messer & Gabel funktioniert es ganz gut, ähnlich wie bei einem Germknödel.
Ich lach mich weg, wenn ich demnächst einen Japaner oder Chinesen sehe, der einen Krapfen mit 2 Stäbchen zu essen versucht! Obwohl, etwas länger darüber nachgedacht, das durchaus Vorteile brächte ...
Hähnchen ißt man auch nicht mit Messer und Gabel! Aber zwei Stäbchen durch den Krapfen und man kann ihn auf chinesische Art essen, ohne sich die Finger klebrig zu machen. Das hat was. Leider hat unser Chinese zwar Stäbchen, aber keine Krapfen. Na vielleicht hat er wenigstens Glutamat?! austrianer
Hat mir Spaß gemacht, Deine humoristische Anleitung:
"Wie esse ich einen Berliner"... zu lesen. Danke Axel... :o))
Im übrigen hast Du alles richtig gemacht!
Krapfen gehören in die Hand... :o))))
Die Frage nach dem "Maul eines Schlafpythons" dürfte ja nun auch aufgeklärt sein, oder?
Menschen mit einem würgeschlangenähnlichen "Maul" dürften mit gefüllten Berlinern ebenfalls gut klar kommen.
Manchen älteren Menschen ist nur noch 1 Zahn geblieben. Wenn dieser aus dem Oberkiefer haraus ragt, spricht man hierzulande gerne von einem "Krapfenreißer" ...
Pfannkuchen sind auch in Österreich was anderes.
In diesem Sinne: Guten Appetit beim Beißen in den Faschingskrapfen, Axel.
Großen Spaß bereitet auch das Marmeladenschießen.
Dazu lege man einen gefüllten Krapfen vor sich auf den Tisch und schlage kraftvoll mit geballter Faust auf das Gebäck. Richtet man zuvor das Impfloch zum Beispiel auf eine am Nachbartisch sitzende Person, kann die mit Carracho austretende Füllung bei dieser zu ganz zauberhaften Effekten und spontanen Reaktionen führen. Um die Spuren zu besetigen, sollte der flachgeklopfte Krapfen sofort nach der Aktion zusammengerollt und unauffällig verspeist werden.
Karl-Heinz, ich gehe wohl nicht fehl in der Annahme, dass du das selbst schon einmal gemacht hast ...
Richtig, auf Klassenfahrt, das ist aber schon Jahrzehnte her.
Ich kann mir vorstellen, dass dich auch heute noch gelegentlich die Faust juckt, wenn du vor einem Kreppel sitzt ...
Ja, so ein versteckter Reflex ist im Nervensystem noch immer gespeichert. " Man müsste mal wieder richtig auf den Tisch hauen." denke ich oft beim Kauf eines Kreppels. Aber dann siegt der Appetit und ich lasse dann nur die Tüte knallen. Man handelt halt überlegter:-))
Fehlt dann halt nur die fliegende "Marmeladenkugel"! Aber dafür hast du dann ja den Tütenknall ...


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