Der richtige Umgang mit einer Suppentasse
Dieser Beitrag ist ein Teil meiner Reihe "Tischmanieren". Sie erinnern sich? Mein letzter Beitrag war dem Thema gewidmet: Wie halte ich beim Essen die Gabel richtig?
Heute möchte ich Ihr Augenmerk gerne auf die Suppentasse lenken bzw. auf den richtigen Umgang mit ihr. Ich darf zunächst voraus schicken, dass ich die Tasse, wenn sich die Suppe ihrem Ende zuneigt, leicht hinten anhebe, um sie besser auslöffeln zu können. Hin und wieder bin ich auch dem Beispiel anderer Leute am Tisch gefolgt und habe die Suppentasse zu diesem Zweck vorne angehoben, um Kleckereien zu vermeiden.
Nun habe ich aber vor kurzem einen Tischgast beobachtet, wie er die Tassen mit beiden Händen ergriff, zu den Lippen führte und sich den Suppenrest direkt einverleibte. Ich habe natürlich nichts gesagt, obwohl ich leicht schockiert war. Ein bisschen gefreut habe ich mich allerdings auch, heimlich natürlich, weil die von mir zubereitetete Suppe (Soljanka) sehr schmackhaft zu sein schien und kein Tropfen verloren gehen durfte.
Klar, dass ich dann beim Abwasch diesen Vorfall noch einmal zu Sprache brachte. Zu meiner Verwunderung hatte meine Gattin keinen Anstoß daran genommen, wie sich dieser Gast am Tisch benommen hatte. "Das wäre heute nicht mehr anstößig", meinte sie beiläufig und drückte mir ein trockenes Hangerl (Geschirrtuch) in die Hand. Ich hakte auch nicht weiter nach, weil ich mir angewöhnt habe, mich nicht mehr über Ungewöhnliches in meinem Gastland aufzuregen, sondern das einfach so hinzunehmen.
Doch diese Frage beschäftigt mich noch immer, wenn auch nur am Rande. Was ist denn nun richtig? Habe ich etwas in Sachen Tischmanieren verpasst, was heute schon längst üblich ist? Ich würde mich freuen, wenn Sie mir ein bisschen nachhelfen könnten, damit ich mein diesbezügliches Wissen updaten kann ...


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