150 Jahre Max und Moritz

(Foto: Gemeinfreies Wikipedia-Bild)
Im Oktober 1865 erschien Wilhelm Buschs satirisches Bilderbuch über die Lausbubengeschichten von Max und Moritz auf dem Markt und wurde in den Folgejahren zu einem Welterfolg. Über 190 mal wurde das Buch übersetzt, auch in Dialektsprachen.

Zur Erinnerung: Einer armen Witwe töten Max und Moritz arglistig die Hühner und klauen sie ihr dann auch noch aus der Bratpfanne. Einen Schneider locken sie mit Schmährufen auf eine angesägte Brücke und sehen zu, wie er jämmerlich in den Bach stürzt. Einem Dorfschullehrer stopfen sie Schwarzpulver in die Tabakspfeife, die dann auch explodiert und diesen übel zurichtet.

Nur der Onkel kommt vergleichsweise harmlos davon, weil er die Krabbelkäfer, die ihm seine missratenen Neffen heimlich ins Bett gesteckt haben, kurzerhand erschlägt. Doch ihr vorletzter Streich misslingt: Beim Zuckerbäcker fallen sie in die Teigwanne, landen im Backofen und werden zu Brot, aus dem sie sich aber befreien können.

Auch der letzte Streich gelingt nicht. Ein Bauer entdeckt die beiden, wie sie heimlich Kornsäcke aufschneiden. Er steckt sie flugs in einen leeren Sack und schleppt ihn zur Mühle: Dort werden die Bösewichte gemahlen und landen schließlich als Hühnerfutter auf dem Boden.

Mich interessiert die Frage, warum diese Lausbubengeschichten solch einen weltweiten Erfolg hatten. Eine geeignete Kinderlektüre kann das Buch ja nicht sein, weil es Kinder zur Nachahmung ermuntern könnte. Dann wohl mehr ein Lesestoff für Erwachsene, die sich gerne über Respektspersonen ärgern und Schadenfreude empfinden, wenn man ihnen übel mitspielt.

Wie dem auch sei, vielleicht ist ja auch dieses Buch deswegen so bedeutend, weil Wilhelm Busch als Urvater gilt, als Vorbild für die Comics unserer Tage ...
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3 Kommentare
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Hartmut Stümpfel aus Sarstedt | 23.10.2015 | 17:38  
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Axel Haack aus Freilassing | 23.10.2015 | 18:09  
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Hartmut Stümpfel aus Sarstedt | 23.10.2015 | 19:33  
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