In Österreich wird momentan die Frage heiß diskutiert, ob eine "Tetschn" weniger ist als eine "Watschn". Uwe Scheuch, der Obmann der Kärntner Freiheitlichen, ist damit aufgefallen, als er meinte, dass "a klane Tetschn" sinnvoll und gut sein kann.
Zur Wortbedeutung: "Tetschn" und "Watschn" sind für mich Synonyme, also zwei Wörter, die das gleiche bedeuten, nämlich eine deftige und schmerzhafte Ohrfeige. "A klane Tetschn" ist demnach die schwächere Form, also mehr ein Klaps, der nicht besonders weh tut. Wird der Klaps auf den Po (eines Kindes) verabreicht, so wird aus ihm ein kleiner Klaps, der eher wachrüttelt als Schmerzen verursacht.
Ein Schlag ins Gesicht oder auf den Po, ob nun groß oder klein, ist heutzutage verboten, weil es sich um Gewalt handelt bzw. körperliche Züchtigung. In der Schule ist sie strikt verboten, im privaten Bereich auch. Doch sie findet nach meinem Dafürhalten immer noch statt, im Verborgenen. Sie scheint immer noch ein probates Mittel in der Erziehung zu sein, um den Eltern- oder Lehrerwillen durchzusetzen. Übrigens: Es gibt auch eine "verbale Gewalt", die manchmal mehr weh tun kann als körperliche, weil sie in die Seele geht.
Was mich angeht, so bin ich strikt gegen jede Form von Gewalt. Wer sie anwendet, zeigt nur seine Ohnmacht. Ich kann allerdings nicht ausschließen, dass ich in der Erziehung meiner Kinder ohne Klaps ausgekommen bin. Wenn, dann war es wohl eher mal ein Klaps auf den Hintern, um den Lernprozess etwas zu verkürzen. Erziehung nur über den Verstand kann nämlich manchmal sehr zeitaufwändig und nervenaufreibend sein ...
Natürlich kann "a klane Tetschn" für etwas gut sein: Sie zeigt dem Betreffenden ganz konkret, was er getan hat, wo er persönlich in seiner Entwicklung steht und was IHM noch fehlt. Drum heißt der Fehler ja Fehler, weil er uns zeigt, was uns fehlt. Als Ich-kann-Schule-Lehrer habe ich einen einfachen Vorschlag: "Probiere das, was Du mit Deinem Kind vorhast, erst mit Deinem Chef aus!" Wenn er gegen a klaane Tetschn oder einen Klaps auf den Hintern nichts einzuwenden hat, sieht das Dein Kind womöglich genauso.
Das Problem unserer Pädagogik ist, dass sie nach oben ganz anders ausschaut als nach unten: Weisser Mann spricht allzu oft mit gespaltener Zunge, wenn er erzieht.
Freundlich grüßt
Franz Josef Neffe
.....wobei ich zugeben muß daß wir als Kinder uns ab und zu eine "ordentliche Watschn" durchaus verdient haben - und im nachhinein wissen wir auch daß wir unsere Grenzen gesucht, und somit auch gefunden haben.
Geschadet hat´s noch keinem - und wenn ich die heutige Respektlosigkeit so mancher Jugendlicher gegenüber Erwachsenen ansehe denke ich daß ab und zu mal ein "kleiner Einschlag" vonnöten ist...
Wenn das mit den "kleinen Einschlägen" das Problem gelöst hätte, müsste doch langsam mal die Lösung in Sicht sein.
Warum schauen wir eigentlich nicht genauer hin? Mit der "Watschn", die wir als Kinder einfingen, haben wir keineswegs unsere Grenzen gesucht und gefunden sondern allenfalls die Grenzen der "Watscher". Und wir haben IHRE Grenzen übernommen und zu unseren gemacht. Das war weder für sie noch für uns von Vorteil. Es diente nur der Aufrechterhaktung der Hackordnung.
Respektlosigkeiten sind ja nichts anderes als "Einschläge".
Auge um Auge, Zahn um Zahn. Das ist das uneffizienteste Mittel für Respekterzeugung überhaupt. Damit kann man Unterwerfung erreichen und die Kräfte stauen und in Hass, Rach- und Vergeltungssucht umleiten, die sich - da man es "nach oben" nicht wagt - wieder "nach unten" - in der Erziehung entlädt.
Ich meine, wir sollten langsam reif sein, Kräfte anders zu lenken.
Freundlich grüßt
Franz Josef Neffe
> "Ich kann allerdings nicht ausschließen, dass ich in der Erziehung meiner Kinder ohne Klaps ausgekommen bin. Wenn, dann war es wohl eher mal ein Klaps auf den Hintern, um den Lernprozess etwas zu verkürzen. Erziehung nur über den Verstand kann nämlich manchmal sehr zeitaufwändig und nervenaufreibend sein ..."
Als ich groß wurde, gab es noch die "Klopfpeitsche", ein verziertes Stück Holz mit langen Lederriemen dran. Meist war es der Vater, der uns Kinder damit züchtigte, meinen Bruder mehr als mich. Um den Peitschenschlägen zu entkommen, schnitt mein Bruder einmal die Lederriemen ab. Dafür bekam er dann wieder Schläge - mit dem restlichen Knüppel ...
> "Als ich groß wurde, gab es noch die "Klopfpeitsche", ein verziertes Stück Holz mit langen Lederriemen dran."
Sowas finde ich ätzend, sorry.
Ich persönlich sehe nur in reinen Klappsen mit der Hand (Hintern, Finger - aber nicht Gesicht) kein großes Problem. Gegenstände (auch nicht das christliche Züchtigungsstöckchen) kommen gar nicht in die Tüte.
Im Übrigen finde ich die ständige Aufregung über den "Klapps" im vergleich zu dem, was man Kindern heutzutage anders zumutet (miese Umwelt, miese Ernährung, Bewegungsmangel, keine artgerechte Haltung, Abgeschoben in die Fremdbetreuung / kein Familienleben, Konditionierung auf Ideologien oder Wirtschaftsforderungen, Verwandtenmangel, usw.) eher albern und affig übertrieben.
"Probiere das, was Du mit Deinem Kind vorhast, erst mit Deinem Chef aus!" Dieser Satz von Franz Joseph hat mich beeindruckt.
"Die Frage zum Tage“ ist bei mh mittlerweile wie ein Stuhlkreis geworden in der man über ein interessantes Thema diskutiert. Das gefällt mir.
Als Mensch der nicht so verbal fit in sofortigen Antworten ist, bin ich trotzdem gerne dabei.
> "Für strenge Bestrafung war immer der Vater zuständig. Noch heute höre ich meine Mutter drohen: "Wartet nur, bis der Vater heimkommt!"..."
Ja, die Warnung kenne ich auch noch - allerdings hat mein Vater mich nie geschlagen. Im Nachhinein bin ich aber zu der Erkenntnis gekommen, dass schon diese Warnung falsch ist, denn damit wird Angst vorm Vater erzeugt wird.
Wir sollten auch die Kehrseite der Medaille sehen lernen.
Mit dem "Warte nur, wenn der Vater kommt" offenbarte die Mutter doch deutlich ihre eigenen Schwächen und ungelösten Probleme und ihre eigene, fortbestehende - und oft noch wachsende - Hilflosigkeit.
In den 70er Jahren wurden die Probleme zwar diskutiert aber immer nur für die Kinder, nie für die Erwachsenen und ihre Betroffenheit. Daraus erwuchs dann etwas, was ich als Ich-kann-Schule-Lehrer als sehr schrecklich empfinde: Wenn Probleme auftauchen, wird meist nur die Förderung für das Kind forciert. Das passt in den meisten Fällen überhaupt nicht.
Wir müssen uns endlich die Nöte aller Beteiligten konkret anschauen, damit wir nicht immer die verkehrten Probleme oder die Probleme bei den verkehrten Leuten zu lösen suchen.
ALLE spielen bei diesem Spiel mit und wir müssen uns um jeden Spieler sorgfältig kümmern, dann hat die Entwicklung einer guten Gemeinschaft eine gute Chance.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
Ein Blick auf die rechtliche Situation heutzutage:
"Im November 2000 wurde §1631 Abs.2 BGB durch das Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung so gefasst: Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.
§1631 Abs.2 S. 2 BGB stellt nun ein Verbot gegenüber den Eltern dar. Sie dürfen bei der Ausübung der Personensorge körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen nicht mehr verwenden." (Wikipedia: Körperstrafe)
Es ist Adventszeit und der Nikolaus steht vor der Türe. Zeit also für dieses groteske Gedicht von Loriot alias Vicco von Bülow:
Advent
Es blaut die Nacht
Die Sternlein blinken.
Schneeflöcklein leise niedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort, vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann' ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im...
Am kommenden Wochenende sind wir Gäste bei einer Jugendweihe in Eisenach. Auf der Suche nach passenden Sprüchen für einen Jungen, der im Rahmen dieser Feierlichkeit auch geehrt wird, bin ich im Internet u. a. auf diese gestoßen:
- Dresden und Umgebung bedeutet auch nach der Jugendweihe Freiheit von Konsum- und Wohlsstandssegnung.
- Du kannst es auch künftig denken rauf und runter: Auch im Osten geht die Sonn´ im Westen...
Immer, wenn ich in einem Lokal sitze und auf mein Essen warte, habe ich Zeit, um meinen Tischnachbarn beim Essen zuzuschauen, verstohlen natürlich. Mir geht es dabei weniger darum, was sie essen, sondern mehr um das, wie sie essen. Genauer gesagt, um die Art und Weise, wie sie die Gabel halten und damit die Speise zu sich nehmen.
Da ich schlecht fremde Leute beim Essen fotografieren kann, habe ich einmal verschiedene...
Nun berichtete die Calenberger Online Nachrichten vom Antrag der NPD Barsinghausen an die Stadt den Falkenkeller zu übernehmen.
CON:
http://con-nect.de/pages/barsinghausen/subpages/npd_will_falkenkeller_betreiben/index.html
Die anhaltenden Gewaltorgien und die Kosten sind ja nicht so gut für die Stadt, andererseits wird ja in der Zeitschrift der Falken erhebeblich gehetzt gegen alles und jeden der nicht den totalen...
Burgdorf: Brandente | Am Dienstag im Anzeiger von HAZ und NP: Eine wüste Schlägerei, bei der eine Bierflasche auf dem Schädel eines Beteiligten zerbarst, hat gestern das Amtsgericht Burgdorf beschäftigt. Der Körperverletzung angeklagt ist der Exfraktionsgeschäftsführer der rechtskonservativen Wählergemeinschaft Die Hannoveraner.
Die 2012 ins Leben gerufene Aktion der New Yorker Künstlerin Eve Ensler wird dieses Jahr zum Valentinstag am 14.02.2013 stattfinden. Ziel der Aktion ist es weltweit eine Milliarde (one billion) Frauen in friedlichen Streiks und Protestaktionen zu vereinen.
Die Aktion fordert ein Ende der Gewalt gegen Frauen und setzt sich für globale Gleichstellung und Gleichberechtigung ein. Die PIRATEN Thüringen, die diese Ideale teilen...