Ein Energieriese entschuldigt sich

SALZBURG. Aufgrund einer Materialermüdung beim Lager des Hauptgebläses war es Anfang Februar diesen Jahres zu einem peinlichen Fernwärmeausfall in einigen Stadtteilen Salzburgs gekommen, ausgerechnet zu einer Zeit grimmiger Kälte. Dafür wollte sich die Salzburg AG jetzt entschuldigen, indem sie die rd. 12.000 Kunden am 1. Juni zu einem Tag der offenen Tür einlud.

Wer kam, um solch ein monströses Kraftwerk einmal von innen zu erleben, konnte zwischen zwei Führungen wählen. Eine Variante führte durch die Kraftwerksanlage bis hinauf zum Kesselhausdach mit einem schönen Rundblick auf die Stadt, eine andere – die klassische – führte ebenfalls durch die Kraftwerksanlage bis hinunter zu den Tiefen des Fernwärmekollektors. Ich entschied mich für die klassische Variante, weil sie auch einen Stadtblick vom Maschinenhausdach einschloss, wenn auch nur einen eingeschränkten auf die Nordseite.

Zunächst ein eingehender Blick in die Schaltzentrale des Kraftwerkes. Zu meinem Erstaunen saßen dort nur zwei Angestellte vor einer Vielzahl von Bildschirmen und beobachteten genau die Abläufe in diesem Hauptkraftwerk. Aber auch angeschlossene Kraftwerke konnte man sehen wie beispielsweise das Kraftwerk Nord, das mit seinen Reserven während der Bibberkälte damals dazu beigetragen hatte, dass unsere Wohnung wenigstens noch halbwarm geblieben waren.

Von besonderem Interesse war dann die Besichtigung der riesigen Gasturbine, des Herzstücks der gesamten Anlage. Sie sorgt nicht nur für die Stromversorgung der Stadt, sondern auch für die Fernwärme für etwa 40.000 Haushalte. Beruhigend zu wissen, dass das notwendige Gas nicht nur von einem Lieferanten (Russland) stammt, sondern auch noch von anderen, wenn auch nur in kleinerem Umfang. Erdöl wäre heutzutage als Energieträger zu teuer und überdies auch zu umweltfeindlich, wie unserer Gruppenleiter erklärte.

An einer Unzahl von Leitungen und Kesseln auf anderen Decks vorbei gelangten wir schließlich wieder ans Tageslicht. Im Hof des Kraftwerks war ein Zelt aufgestellt, wo wir eine kleine Jause zu uns nehmen und das Erlebte in Ruhe verarbeiten konnten. Mir schien, dass diese Form der Entschuldigung von allen Besuchern gerne angenommen wurde und angemessen entschädigte für einen Vorfall, der hoffentlich ein Einzelfall bleiben wird ...
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3 Kommentare zum Beitrag
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen am 02.06.2012 um 18:40 Uhr  
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Axel Haack aus Freilassing am 02.06.2012 um 18:54 Uhr  
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen am 02.06.2012 um 18:57 Uhr  
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