Dem Bulgaren sei Dank!

SALZBURG | Es gibt zwischen der Getreidegasse und dem Universitätsplatz eine Reihe interessanter Passagen oder "Durchhäuser", wie sie von Salzburgern gerne genannt werden. Einer der beliebtesten Durchgänge ist der in der Getreidegasse 33, denn dort befindet sich der "Bosnastand". An ein Vorbeikommen ist kaum zu denken, zu verführerisch sind nämlich die Düfte, die jedem Fußgänger dort in die Nase steigen und den Mund wässrig machen.

Viele Passanten können der Verlockung nicht widerstehen und reihen sich geduldig in die Warteschlange vor dem kleinen Imbisstand ein. Später, wenn sie eine Bosna in der Hand halten, gehen sie auch nicht gleich weiter, sondern suchen ein ruhiges Plätzchen am Rande des Durchgangs. Dort verzehren sie dann genussvoll das Schmankerl und achten darauf, dass nichts zu Boden fällt und zum Fraß gieriger Tauben oder vorbei laufender Hunde wird.

Wer in der Schlange steht, hat Zeit genug, sich für eine der 5 Varianten zu entscheiden, für eine Bosna im Zwiebelbett mit oder ohne Senf, mit Ketchup oder ohne, oder einfach für das "Original". Was in keinem Fall fehlen darf, ist das pikante Gewürzpulver auf beiden Bratwürsten, dessen Zutaten ein gut gehütetes Geheimnis des Herstellers ist. Zeit bleibt auch, um einen Blick zu werfen auf den Textaushang gleich neben dem Ausgabefenster. Unter der Überschrift "Dem Bulgaren sei Dank" steht dort zu lesen, dass nun schon seit 60 Jahren dieser Balkangrill die Gaumen von Nicht-Vegetariern, einheimischen und auswärtigen, erfreut.

Wer nahe genug am Stand steht, kann auch das Kleingedruckte auf dem Aushang lesen. Demnach grillte der aus Bulgarien stammende Zanko Todoroff im Müllnerbräu um 1950 eine Bratwurst, die den Einheimischen unbekannt war. Diese Spezialität nannte er "Nadinizer". Das Geschäft kam gut in Schwung, sodass Todoroff einen kleinen Imbisstand in der Getreidegasse kaufte. Da es jedoch der Kundschaft schwer fiel, sich den Namen "Nadinizer" einzuprägen, taufte der Bulgare alsbald seine Wurst um und nannte sie "Bosna".

Kein Wunder also, wenn dieser Imbissstand in der Getreidegasse heute weniger unter "Balkangrill" bekannt ist, sondern mehr unter "Bosnastand". Feinschmecker bzw. "Feinspitze" wissen, dass es dort die beste Bosna gibt und alle anderen Bosna-Grills in Salzburg nicht groß konkurrieren können ...

PS: Mein letzter Bosna-Bericht liegt fast 3 Jahre zurück. Höchste Zeit, das Gesagte upzudaten!

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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg am 12.01.2012 um 09:43 Uhr  
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Axel Haack aus Freilassing am 12.01.2012 um 11:42 Uhr  
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Karl-Heinz Mücke aus Pattensen am 12.01.2012 um 11:57 Uhr  
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg am 12.01.2012 um 13:36 Uhr  
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