Kneippverein auf dem Roswithaweg unterwegs

  Freden (Leine): Roswithaweg | Zu einer Wanderung auf dem Roswithaweg machten sich die Wanderer vom Kneippverein Barsinghausen vom Bahnhof Freden/Leine bei herrlichstem Sommerwetter auf. Der Roswithaweg verbindet als Pilger- oder Fernwanderweg die Städte Nienburg und Bad Gandersheim, dem Geburtsort der ersten deutschen Dichterin Roswitha von Gandersheim.

Der Weg führte zunächst auf Gemeindestraßen stadtauswärts und dann durch die Feldmark über den Elendsberg zum Waldrand des Selters. Wie auch schon auf dem Weg hierher, bot sich dort den Wanderen ein fantastischer Blick in das Leinetal mit dem frischen Grün der Wiesen und Wälder, dem Gelb der Rapsfelder und den bunten Häusern von Freden, als Kontrast zu dem wolkenlosen und strahlend blauen Himmel.

Nach einer kleinen Trinkpause sollte nun der Aufstieg zum Roswithaweg auf dem Selterkamm angegangen werden. Dieser Pattweg zum Selterkamm, der im letzten Abschnitt dem 1. Schützenkönig von 1909 - Karl Zierke in Freden - gewidmet ist, hatte es aber auch in sich, musste die Gruppe doch einen Höhenunterschied von gut 160 Meter mit Steigungen zwischen 18% und 28% bewältigen, und dieses meistens auf einem nicht so griffigen Untergrund.

Dann endlich war der Roswithaweg (Kennzeichnung XR) erreicht, und die Wanderer stärkten sich mit der Verpflegung aus dem Rucksack, und die noch kühlen Getränke sorgten für die erforderliche Erfrischung. Dabei boten die Rotbuchen mit ihrem frischen Blattwerk auch schon für ausreichend Schatten. Leider fehlt es, wie fast auf der gesamten Strecke, an wandergerechten Rastplätzen oder auch Sitzbänken, und so mussten bei dieser Mittagsrast Baumstümpfe, nur eine Bank und sonst das frische Gras als Sitz- und Rastgelegenheit dienen. Was aber dem Erholungswert in keiner Weise abträglich war.

Ausgeruht und gestärkt wanderte die Gruppe nun auf dem Kammweg weiter, der gesäumt war von blühenden Löwenzahn, Taubnesseln, Sternmieren, Veilchen, noch blühenden gelben Buschwindröschen, lila/rot blühenden Frühlings-Platterbsen, alles in der vollen Pracht des Frühlings und sehr schön anzusehen. Dann wurde das Oberbecken der Pumpspeicheranlage Erzhausen, wo mehr als 1,6 Millionen Kubikmeter Wasser zur Erzeugung von elektrischer Energie vorgehalten werden, passiert. Von hier wird über zwei 3,4 Meter im Durchmesser großen Fallrohren in Lastspitzenzeiten das Wasser zu vier Turbinen bei einer Fallhöhe von fast 300 Meter in das Unterbecken geleitet und so maximal 220 MW elektrische Energie innerhalb von 56 Sekunden bereitgestellt. Das Pumpspeicherwerk wurde nach einer langen Planungsphase 1964 in Betrieb genommen.

Nun führte der XR stetig bergab erst durch alten Rotbuchenbestand, um dann am Bärenwinkel nochmals den Blick in das Leinetal mit den gelben Rapsfeldern, den Ortschaften Bruchhof, Greene und Kreiensen, freizugeben. In der Ferne konnte sogar der Brockengipfel ausgemacht werden.

Nachdem der Süllberg erreicht und später die Bundesstraße 64 überquert war, führte der Weg an einem Aussiedlerhof vorbei durch den Greenerwald zur Greener Burg. Diese Ritterburg wurde um 1308 auf einer kleinen Bergnase, strategisch sehr gut über dem Leinetal, errichtet. In den folgenden Jahrhunderten verfiel die Burg zusehends. Nach einigen Sanierungsmaßnahmen 1952/1953, 1988 und 1992 entstand die heute parkähnliche Anlage mit dem begehbaren Turm, der einen herrlichen Ausblick ins Leinetal, Harzvorland und Weserbergland bietet, den die Gruppe ebenfalls bei diesem schönen Sommerwetter genießen konnte.

Dann rief der Wanderführer zum Aufbruch und der Weg führte über eine Brücke mit dem Zusammenfluss von Gande und Leine durch eine schöne Weidelandschaft nach Kreiensen zum Bahnhof, von wo die Rückreise nach Barsinghausen angetreten wurde. Dabei konnten die Teilnehmer noch einmal die doch sehr anspruchsvolle Wanderung Revue passieren lassen.

Von Wanderführer Karl-Heinz Pfennig
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