Sagenhaftes aus meiner mittelfränkischen Heimat ------( Heute Eiszapfen )
Die Eiszapfen
Die gefrorene Erde knarrte unter jedem Tritt. Zuweilen flatterten Raben aus dem Gebüsche, flogen kreischend in weitem Bogen durch die Luft und hockten sich dann auf eine einsame Föhre am Weg. Der Sturm fuhr mit Heulen übers Land und peitschte dem Sebaldus Flocken ins Gesicht. Der Pilger hatte die Kapuze über den Kopf gezogen ; dennoch war sein
Bart steif gefroren. Schon seit dem frühen morgen irrte der fromme man durch die Heide. Nirgends konnte er eine Höhle oder wenigstens eine schützende Grube im Erdboden finden. Schon war die Sonne hinter den Bäumen verschwunden und in der Ferne schrie das Nachtkäuzchen.
Plötzlich blieb Sebaldus verwundert stehen. Konnte er denn seinen Augen trauen, sah er richtig?. Ein Häuschen stand da , mitten im
Heideland, ein Häuschen mit Strohdach und zwei kleinen Fenstern. Dem Wanderer wurde mit einem mal fröhlich zumute. Er blies den warmen Atem in die Luft, erhob mutig den Blick und schritt rüstig vorwärts. Bald stand er an der Tür. Er klopfte einmal, zweimal ,- endlich öffnete ihm eine alte verschüchterte Frau. Was wollt ihr bei uns ? fragte sie Einkehr möchte ich halten! Antwortete Sebaldus. Da war aus der Stube eine
mürrische Stimme zu hören . Ungebetene Gäste bleiben draußen. Aber Sebaldus achtete gar nicht auf diese Worte. Er trat in die Stube und blickte sich um. Seltsam! Es war so unfreundlich hier in der düsteren Kammer. Auf dem Ofenbänklein hockte ein alter Mann, fröstelnd zusammengekauert und am Tisch saß ein Bursche der sich die Hände rieb und traurig vor sich hinstarten. ;; Seid fröhlich Freund sagte
Sebaldus, aber man antwortete in nicht. Er wandte sich zu dem alten. Wohn der leibhaftige Winter in diesem Haus? Fragte er scherzend, warum ist es so kalt bei Euch. ?. Der andere knurrte ihn an Wir haben kein Holz wir müssen frieren- erfrieren! Die Frau nahm den Sebaldus beiseite. ,,Er ist wirr im Kopf , der Alte,, sagte sie. Ein Geizteufel ist unser Vater flüsterte der Bursche am Tisch , der böse Geist der Habgier
hat seine Seele eingesponnen; er duldet nicht das wir den Ofen heizen. Was tuschelt ihr da ? Fragte der Alte und fuhr auf. Ich weiß - ja ich weiß was ihr sagt. Aber es wird kein Feuer auf den Rost gelegt. Nimmermehr! Ich dulde es nicht! Wenn ihr die Eiszapfen draußen am Fenster verbrennen wollt, so könnt ihr’s tun. Aber mein Holz rühre niemand an ! Der Alte lachte auf aber Sebald legte seine Hand um seine Schulter, da wurde er ganz still ,,Brich die Eiszapfen und bringe sie mir!” befahl der fromme Mann . Der Bursche erhob sich zögernd. Er öffnet das Fenster und holte die Eiszapfen in die Stube. Sebaldus schichtet sie sorgsam aufeinander,. Dann nahm er den Zunder und den Stein vom Tisch ließ die Funken in die glasigen Zapfen springen und murmelte ein Gebet dazu. Der Bursche stand dabei und wusste vor Verwunderung kein Wort zu sagen.
Das Weib schlug ein Kreuz und der Alte spottete: Willst du gefrorenes Wasser anbrennen, du Narr ?- wo ist die Peitsche, das ich dich hinausjage ?. Aber plötzlich hielt er inne; denn die Eiszapfen brannten. Rote Flammen flackerten auf und züngelten in die Luft. Der absonderliche Brand knisterte lustig auf dem Boden. Sebaldus aber streifte die Sandalen ab und wärmte sich die Füße. Da erhob sich auch der Alte von der Bank. Was tatest du da ? Fragte er verwundert, …was ist geschehen?. Der Bursche aber gab die rechte Antwort. Ein Wunder sagte er.
Ein heiliger Mann ist zu uns gekommen! Rief die Frau und viel auf ihre Knie nieder und der Alte schrie Befrei mich von dem Teufel des Geizes, der mein Herz besitzt!. Der Herr hat dir seine Sünden vergeben! Sagte Sebaldus ruhig.
Und draußen in der Nacht leuchtet ein Stern über dem einsamen Heidehaus





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