FRÖHLICHE ZEITREISE

 

Eine Zeitreise in die 60er Jahre mit Jutta Failing und Dagmar Titsch am 23. Mai 2015 in Gießen!


Schon heute wäre es möglich eine Zeitreise zu unternehmen, sich in die Vergangenheit beamen zu lassen, so wurde es Angelika Steiger und mir auf Facebook verkündet. Wir müssten lediglich am 23. Mai unseren Heimatort Frankfurt am Main verlassen und nach Gießen reisen. Dort würden wir, ohne weitere Strapazen auf uns nehmen zu müssen, von Jutta Failing und Dagmar Titsch direkt aus dem 21. Jahrhundert katapultiert.
Unbeschadet an Körper und Geist würden wir im 20. Jahrhundert, in den 60er Jahren - den Wirtschaftswunderjahren - landen.
Keinem Abenteuer abgeneigt, fuhren wir also nach Gießen.
Als wir am vereinbarten Treffpunkt ankamen, warteten weitere Neugierige auf uns, die dieses Spektakel ebenfalls erleben wollten. Wie aus Zauberhand gereicht, hatten wir urplötzlich Cocktailgläser in der Hand: angefüllt mit einem köstlichen Milchshake. Plötzlich durstig geworden, wurden sie gierig geleert.
Und dann war nichts mehr wie es vorher war!
Zwei Damen standen vor uns, deren Kleidung und Schuhwerk auf uns etwas befremdlich wirkte. Sie teilten uns mit, dass für sie die Überwindung von Raum und Zeit ein schöner Zeitvertreib wäre. Am liebsten hielten sie sich allerdings in den 60er Jahren auf. Und nun seien auch wir im 20. Jahrhundert und in den 60er Jahren angekommen. Ein breites Lächeln ließ uns ihre strahlend weißen Zähne sehen, als sie uns ein Schild mit der Aufschrift: "Die Gute Budda" vor die Nase hielten.
Etwas aber muss beim "Beamen in die Vergangenheit" schiefgelaufen sein, ging es mir durch den Kopf. Unser Äußeres hatte sich nicht verändert. Die Kleidung, die wir bei der Abfahrt und Ankunft getragen hatten, schmückte uns noch immer. Gesichter und Körper waren die alten geblieben. Mein Gehirn spielt einen Streich mit mir, dachte ich noch und dann…
Urplötzlich fühlte ich mich in meine Kindheit versetzt. Die Erkenntnis, ob das auch bei den anderen zutraf, die sich mit mir auf die Zeitreise begeben hatten, blieb mir verwehrt.
Die 60er Jahre, die ich als Kind in Frankfurt am Main verbracht hatte, verbrachte ich nunmehr in Gießen: Ich spielte auf Trümmerfeldern (Abenteuer pur), malte Hickelkreise auf die Straße und hüpfte mit anderen Kindern darin herum, fuhr mit einem Eisenroller durch die Gegend, war Klassenkameradin von sogenannten "Mischlingskindern", sah Läden und Geschäfte, die heute nicht mehr existieren, eine Sonderschule nur für "besondere Schüler", Rotlichtviertel und Bars, die Männer in Uniformen bevölkern, erlebte Gießens "Wunderjahre", die denen Frankfurts sehr ähnelten: Aufbaujahre. "Bauen, bauen, bauen" für eine autogerechte Stadt hieß das Motto, Träume aus Beton, die auch Frankfurter Stadtplaner in den 60er Jahren nicht nur träumten. Und es gab endlich wieder die "gute Butter", "Negerküsse" oder "Mohrenköpfe" und die "Schuhsohlen". Und schlussendlich landete ich gemeinsam mit den anderen Zeitreisenden in einer amerikanischen Kneipe, in der mein Lieblingsspielautomat, ein Flipper, stand. Und schwuppsdiwupps waren wir (die Zeitreisenden) plötzlich wieder im 21. Jahrhundert angekommen. Nur die Besitzer der Kneipe und die aus der Zeit gefallenen Damen namens Dagmar Titsch und Jutta Failing fanden sich nicht bereit, die 60er Jahre zu verlassen. Uns wurde ein zeittypischer Snack serviert (Pommes, Hamburger, Cola oder Limonade) und Dagmar Titsch ließ einen alten Plattenspieler und eine alte Single zum Einsatz kommen. Jutta Failing und Dagmar Titsch legten gemeinsam mit dem Wirt einen Tanz auf das "Parkett", der ihnen bei der Let's dance-Tanzshow bei der Bewertung von Joachim Llambi mindestens eine minus Eins eingebracht hätte. Aber: die Show findet bekanntlich im 21. Jahrhundert statt. Das Outfit, das ich in einem Schaufenster entdeckte, als Angelika und ich zum Parkhaus liefen, stammt ebenfalls aus dem 21. Jahrhundert.
(Ursula Schweiss)

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4 Kommentare
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Eugen Hermes aus Bochum | 24.05.2015 | 21:50  
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Ursula/Uschi Schweiss aus Frankfurt am Main | 24.05.2015 | 22:17  
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Gabriele F.-Senger aus Langenhagen | 25.05.2015 | 12:36  
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Ursula/Uschi Schweiss aus Frankfurt am Main | 25.05.2015 | 15:54  
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