Rückblick und Zeitreise: Dem Autofahrer auf die Schulter geschaut

Die Neigung der Autofahrer, einen Sicherheitsgurt zu tragen, war je nach Landesteil unterschiedlich. Während in ländlichen Gebieten und in kleineren Städten nur 48 Prozent der Fahrzeuginsassen den Gurt angelegt hatten, waren es in städtischen Bereichen 50 Prozent. Am stärksten ausgeprägt war das Bewusstsein um das leibliche Wohl auf den Autobahnen. (Foto: Archiv Global Press/PMS/TRD)
Am Montag, 5. April 1976 berichtete der motor-informations-dienst im 25. Jahrgang über Sicherheitsgurte:

(PMS/mid) Dem Autofahrer auf die Schulter geschaut: Nordrhein-Westfalens Innenminister Dr. Burkhard Hirsch ließ den Autofahrern im Lande erstmals auf die Schulter schauen. In einer Verkehrskontrolle, die im Bereich von sechs Kreispolizeibehörden und auf drei stark befahrenen Autobahnstrecken stattfand, wurden die Insassen von 10.019 Fahrzeugen darauf geprüft, ob sie sich vorschriftsmäßig angeschnallt hatten. Das Ergebnis dieser Kontrolle wertete der Minister als durchaus erfreulich: 56,3 Prozent der überprüften Fahrer und Mitfahrer waren der seit Jahresbeginn bestehenden Anschnallpflicht gefolgt.

Dabei war die Neigung der Autofahrer, einen Sicherheitsgurt zu tragen, je nach Landesteil unterschiedlich. Während in ländlichen Gebieten und in kleineren Städten nur 48 Prozent der Fahrzeuginsassen den Gurt angelegt hatten, waren es in städtischen Bereichen 50 Prozent. Am stärksten ausgeprägt war das Bewusstsein um das leibliche Wohl auf den Autobahnen. Dort hatten sich 70 Prozent der kontrollierten Fahrer und Mitfahrer angeschnallt.

Gefragt nach den Gründen, warum sie ihren Sicherheitsgurt nicht benutzten, antworteten von insgesamt 3.200 Personen: Anlegen vergessen (29,2 Prozent), zu lästig beim häufigen Ein- und Aussteigen (23,2 Prozent), der Gurt beengt (20,5 Prozent), die Vorschrift ist unzweckmäßig (8,0 Prozent), Vorschrift nicht gekannt (5,1 Prozent). 14,1 Prozent nannten sonstige Gründe.

… und am Montag, 12. April 1976 berichtete der Dienst im 25. Jahrgang weiterhin:

Gurtsummer für Vergessliche: Wer noch immer vergisst, vor dem Starten zu gurten, sollte sich mit einem “Gurt-Warnsummer” daran erinnern lassen. Das ist ein elektrischer Impulsgeber, der nach Anlassen des Motors fünf Sekunden lang ein akustisches und optisches Signal gibt. Den Einbausatz gibt es für alle Pkw und kann von Automobilisten, die nicht gerade zwei linke Hände besitzen, selbst montiert werden.

Erhältlich ist der 28 DM teure Gurtsummer in vielen Kfz.-Fachgeschäften. Einen Bezugsquellennachweis gibt auch die AvD-Info-Zentrale, 6000 Frankfurt/Main. – Tja, das waren noch Zeiten, als der Gurt im Auto summte …
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 18.04.2016 | 00:27  
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