Sicheres Busfahren lann man lernen - Bustraining in der Wigand-Gerstenberg-Schule Frankenberg

  Viele Schülerinnen und Schüler haben großen Respekt oder gar Angst vor der Größe eines Busses, weil sie die Abmessungen des Fahrzeugs nicht richtig abschätzen können. Zudem läuft nicht jede Fahrt reibungslos ab, weil Kinder an der Haltestelle drängeln, sich im Bus nicht richtig hinsetzen und sich mit dem Hintermann unterhalten. Wenn dann noch Ranzen im Gang stehen, wird es gefährlich: Was passiert bei einer Vollbremsung?

Sabine Hörner-Zimmermann ist mit Wummi, dem Elefanten zu Besuch in der Wigand-Gerstenberg-Schule. Seit Februar haben alle 186 Kinder der Klassen 1 bis 4 an der Busschule von der EWF teilgenommen. Heute ist als letztes noch die Klasse 4a an der Reihe. Nach der Einführung in die Thematik mit dem Film „Anna und der Bus“ geht es an die Praxis, Busfahrer Tobias Vaupel und sein Bus warten schon vor der Schule.

Zunächst probieren die Kinder aus, ob sich die Bustüren öffnen, wenn man von außen dagegen drängt. Doch erst als alle etwas zurückweichen, schwenkt sie auf und quetscht Sabine zwischen Tür und Bus ein. Alle Mädchen kreischen. Die Tür geht wieder zu und gibt Sabine frei. „Das war nur ein Spaß, mir geht’s gut“, meint Sabine. Doch das kann wirklich passieren!“ Alle atmen auf.

Nach dem "Außentraining" geht es im Bus weiter

Nach dem Einsteigen lernen die Kinder, sich richtig hinzusetzen und anzuschnallen, dazu hat Sabine allerlei wichtige Informationen. Wie schnell darf ein Bus fahren und wann darf man den Nothammer benutzen. Wie sehen eine kaputte Scheibe und die Scherben aus und wie funktioniert der Nothebel zum Türöffnen.

Auf einem Parkplatz in der Nähe geht es dann ans Eingemachte. Was passiert, wenn man bei der Mutprobe „Wer traut sich am längsten, den Fuß bis zuletzt auf die Straße vor den herannahenden Bus zu stellen“ nicht schnell genug ist? Mit einer dicken rohen Kartoffel in einem Schuh machen die Kinder den Test. Der Bus überrollt den Schuh. In den zunächst lachenden Gesichtern sieht man Schreck und Unsicherheit. „Ach du meine Güte“, hört man. „Nun stellt euch vor, das wäre ein Fuß“, meint Sabine. Betretenes Schweigen. Auch die Demonstration, wie weit das Vorderteil des Busses über den Bürgersteig schwenkt, während die Reifen den Bordstein noch nicht berührt haben, lässt die Kinder zurückzucken. Der Bus erfasst die aufgestellte Pylone und schleift sie mit.

Dann dürfen die Kinder auf dem Fahrersitz Platz nehmen und schauen, wie viel man trotz der Spiegel am Bus von den Kindern hinter dem Bus und den Pylonen vorne sehen kann. Ihnen wird bewusst, dass Tobias nicht sehen kann, wer sich im Gefahrenbereich, im toten Winkel aufhält. Immer zwei Kinder dürfen sich anschließend gesichert von Sabine zwischen die zwei Bustüren am Ausstieg hinten stellen. Auf Zuruf lässt Tobias die Türen zugehen. Das tut nicht weh, „aber es ist schon ein komisches Gefühl“, meint einer der Jungen.

Dann wird es mega-spannend

Die Gefahrenbremsung hat sich Sabine bis zum Schluss aufgehoben. Sie sammelt die Brillen der Kinder ein und passt auf, dass alle sicher sitzen. Und dann gibt Tobias Gas. Schon bei der Bremsung mit 10 km/h kreischen die Kinder. Die Vollbremsung mit 20 km/h und dann mit 30 km/h lassen den Stoff-Elefanten „Wummi“ vom hinteren Sitz bis weit nach vorne fliegen. Für die Vollbremsung mit 40 km/h muss Tobias ordentlich Anlauf nehmen. Spätestens jetzt wissen die Kinder, warum sie nicht im Gang stehen und sich richtig hinsetzen sollen. Selbst die erwachsenen Begleiterinnen spüren einen Adrenalinschub, als sie spüren, welche Kräfte im Bus wirken. Sogar die Dose mit den Gummibärchen, die im Gang steht, ist bei der letzten Bremsung nach vorne gerutscht.

Etwas verwirrt, dann äußerst beeindruckt und schließlich froh, diese Erfahrung gemacht zu haben, sind ausnahmslos alle Kinder der Klasse 4a. Beim Schulwechsel im Sommer sind sie jedenfalls gut gerüstet für die tägliche sichere Busfahrt.

Hintergrund


Seit 2013 haben im Landkreis Waldeck-Frankenberg bereits über 1500 Schülerinnen und Schüler am Bustraining der EWF teilgenommen. In jeweils drei Schulstunden werden Vorschulkinder und Grundschüler kindgerecht von Sabine Hörner-Zimmermann ausgebildet im richtigen Verhalten an der Haltestelle und bei der Busfahrt. Ohne erhobenen Zeigefinger werden Theoretisches und Praktisches eindrucksvoll vermittelt, damit die Kinder sicher und ohne Stress zur Schule und wieder nach Hause kommen.
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