Auftaktkonzert des Jugendsinfonieorchesters der Edertalschule am 1. März 2015 in Frankenau

  Die Augen schließen und sich in den Weiten Amerikas wiederfinden: Das konnte man beim Auftaktkonzert der diesjährigen Konzertsaison des Jugendsinfonieorchesters der Edertalschule. Am Sonntag, 1. März 2015 war ein Teil des Konzertprogramms in der evangelischen Kirche zu Frankenau zu hören.

Das Orchester saß dicht gedrängt im Altarraum des Gotteshauses, welches sich für 75 Minuten – zumindest im Kopf – durch die 20th Century Fox-Fanfare sofort in einen Filmsaal verwandelte. Unter dem Motto „Hollywood in Concert“ spielten die jungen Musiker ebenfalls Oscar-reif Musiken aus zahlreichen Filmen, die mit Oscars ausgezeichnet oder nominiert wurden. „Worte wenden sich an den Verstand“, so Markus Wagener, Leiter des Orchesters, „doch die Musik wendet sich an unser Gefühl, und dem kann man kaum ausweichen. Daher ist Filmmusik das, was Schüler am liebsten spielen“.

Und es sind vor allem die Helden, die die Filmwelt bereichern: Forrest Gump, der durch Krieg und die Unwegsamkeiten seines Lebens läuft und sich bis zum Schluss die Unschuld eines Kindes behält. Der Hobbit, der mit seinen großen haarigen Füßen durch das Auenland stapft. Johnny und Babe, die in ihrem mitreißenden Schlussstück „Time of my life“ im Film „Dirty Dancing“ selbst die Senioren des Sommercamps zum Tanzen bringen. Kevin Costner als treffsicherer Herzensbrecher Robin Hood oder Tom Cruise als Agent in „Mission Impossible“ - sie alle sind „Gut gegen Böse“, und die Musik wurde für die Ewigkeit komponiert.

Erstaunlich, dass selbst Filmmusik aus den 60er Jahren, bei den Schülerinnen und Schülern gut ankommt. Und während in der Vorstellung Lorne Greene alias Ben Cartwright in der Western-Serie „Bonanza“ über die Mattscheibe ritt, hielt es die Bläser des Orchesters kaum auf den Stühlen. Und wer kennt sie nicht, die „Glorreichen Sieben“, unter anderem Yul Brynner und Horst Buchholz. Die weltbekannte Musik des im Jahre 1961 erschienen Westerns wurde ebenfalls für einen Oscar nominiert und sogar in der Werbung verwendet.

Das breit aufgestellte Repertoire an Musik hielt aber auch noch andere Besonderheiten bereit, so wurde das Streicherstück „Palladio“ von Karl Jenkins doch von einem Cajon begleitet. Das selten gespielte Klarinetten-Konzert B-Dur des Komponisten Anton Dimler hingegen war ein sehr schön vorgetragenes Stück von Abiturientin Luisa Engel. Es ist immer wieder bemerkenswert, dass junge Musiker nicht nur ein Instrument erlernen, sondern auch lernen, Musik öffentlich vorzutragen. Die Plattform hierfür bietet das Gymnasium gerne, „und sogar das Verbeugen lernen und üben wir“, so Wagener mit einem Schmunzeln.

Heimlicher Höhepunkt des Nachmittags war Lars Erik Larssons Konzert für Posaune und Streicher. „Das haben Sie sicherlich noch nie gehört“, so Wagener in seiner Moderation. „Lassen Sie es erstmal wirken und staunen Sie dann“. In der Tat honorierten die Zuhörer das umwerfende Posaunenspiel des Abiturienten Christian Traute mit stehendem Applaus, denn die zunächst befremdlich klingende Komposition löst sich immer wieder in Harmonie auf und Trautes herrlich weiches Posaunenspiel lässt ahnen, wie intensiv er dieses Stück erarbeitet hat.
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1 Kommentar
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 11.03.2015 | 13:18  
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