„Achtung Sommersonne!“

Chefarzt Dr. Anton Lang

Ein Sonnenbad steigert den Vitamin D-Haushalt des Körpers und zugleich das Wohlbefinden. Doch lauern Gefahren wie weißer Hautkrebs, wenn man sich der Sonne und den UV-Strahlen zu lange aussetzt.

Etwa 150.000 Menschen erkranken allein in Deutschland jedes Jahr an weißem Hautkrebs. Tatsächlich ist der weiße Hautkrebs die häufigste Krebsform überhaupt. Die Entstehung dauert in der Regel Jahrzehnte, darum trifft die Diagnose überwiegend ältere Menschen über 60 Jahre. Der Prozess ist schleichend, denn kleine Wunden, hautfarbene Narben im Gesicht oder ein Knötchen an Ohren, Stirn, Nase oder Lippen sind für viele noch kein Grund zur Besorgnis. So wird die Erkrankung im Anfangsstadium in vielen Fällen übersehen.

Weißer Hautkrebs – die unterschätzte Gefahr
Hinter einer solchen Hautveränderung kann sich jedoch ein Basaliom, der sogenannte weiße Hautkrebs, verbergen. „Diese Krebsart bildet zwar so gut wie nie Metastasen, wächst aber lokal zerstörend. Hierbei wird das umliegende Gewebe angegriffen, und nach längerem Bestehen kann der Tumor sogar auf Knochen übergreifen“, erklärt Dr. Anton Lang, Chefarzt der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Groß-Umstadt und Experte für den Fachbereich Dermato-Chirurgie an den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg. Besonders gefährdet für die Entstehung solcher Basaliome seien Körperstellen, die ungeschützt und permanent der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. „Basaliome finden sich am allerhäufigsten im Gesicht. Hierbei sind vor allem die Nase, die Ohren und die Stirn betroffen", so der Chefarzt.

Entfernung der Basaliome ist die sicherste Therapie
Ohne Behandlung wachsen Basaliome langsam in die tieferen Hautschichten. Die Therapie besteht daher in der vollständigen Entfernung der Tumore. Der Eingriff wird an den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg zweizeitig vorgenommen: „In der ersten Operation wird das Basaliom mit einem Sicherheitsabstand entfernt und zur feingeweblichen Untersuchung eingesandt. Bereits am nächsten Vormittag erhalten wir das Ergebnis“, sagt Dr. Lang. „Ist der Tumor vollständig entfernt, erfolgt in einem zweiten Schritt der Verschluss der Wunde.“ Je früher ein solcher Tumor erkannt wird, umso einfacher und unbelastender ist das operative Verfahren. Abhängig von der Größe des Tumors können mitunter recht ausgedehnte Defekte entstehen. „Gerade im Gesichtsbereich besteht die Kunst dann darin, diese Defekte so zu verschließen, dass die natürlichen Gesichtszüge nicht entstellt werden“, sagt Dr. Lang. Dies gilt insbesondere dann, wenn auch funktionelle Strukturen wie die Augenlider oder die Lippen betroffen sind. „Um die ästhetischen und funktionellen Einheiten des Gesichtes bei einer solchen Rekonstruktion zu erhalten, stehen uns in der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie eine Vielzahl operativer Techniken zur Verfügung. Hierbei kommen zum Beispiel verschiedene Hautlappenplastiken aus der unmittelbar dem Defekt angrenzenden Umgebung sowie bei großen Defekten die Transplantation von Vollhaut- oder Spalthauttransplantaten zur Anwendung. Auf diese Weise gelingt es uns einerseits, den Tumor vollständig zu entfernen, und andererseits die ästhetische Harmonie der Gesichtszüge zu bewahren“, sagt Dr. Lang.

Vorbeugen ist die beste Therapie
Ganz entscheidend ist es vor allem im Sommer, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen beim Sonnenbaden zu beachten. Hellhäutige Menschen haben hierbei ein höheres Risiko als dunkelhäutige. Grundsätzlich empfiehlt sich aber für alle Hauttypen eine Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor ab 30 und ein begrenzter Aufenthalt in der direkten Sonne von maximal 15-20 Minuten. Bei der Verwendung von Sonnenschutzcremes sollten auch die Lippen stets geschützt werden. Vor allem bei hellhäutigen und familiär vorbelasteten Menschen sind darüber hinaus regelmäßige Untersuchungen der Haut durch einen Hautarzt zu empfehlen. „Wenn der weiße Hautkrebs früh erkannt wird, besteht eine sehr gute Chance auf vollständige Heilung“, so Dr. Lang.
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