RENATE REIMANN - Zottels Abenteuer - Der Spielwarenladen - Uwe H. Sültz - Autoren Tipp in MyHeimat

Essen: Renate Reimann & Uwe H. Sültz REPORT | Der Alltag des Herrn Müller war nicht immer ganz einfach. Seit kurzem hatte er sich nicht nur um Zottel, sondern auch um eine Katze zu kümmern. Man kann sich nicht mehr vorstellen, dass der alte Mann einmal verhasst auf Hunde war.

Heute ist er unglaublich tierlieb. Er hat gemerkt, dass ein Tier mehr sein kann als ein Kamerad. Nur leider geht es nicht immer so ruhig im Hause Müller zu. Zottel und Flitzi zanken sich noch sehr oft. Die Beiden werden einfach nicht miteinander warm. Der Hund braucht sie nur aus Versehen anzustoßen, schon bekommt er die Tatze der Katze auf seiner Schnauze zu spüren. Aber Flitzi meint es nicht böse und lässt jedes Mal ihre Krallen drin.

Eines Morgens meinte Herr Müller: „Ich muss mal das Haus verlassen, komme aber gleich wieder. Ich hoffe, ihr könnt solange alleine bleiben." Ein leises Mau und ein noch leiseres Wuff war zu vernehmen. Er vergaß aber, wie so oft, das Fenster in seinem Schlafzimmer zu schließen. Herr Müller verließ das Haus. Flitzi und Zottel beschnupperten sich kurz und sprangen wie auf Kommando durch das offene Fenster. Ein ungewohnter Anblick bot sich den Nachbarn aus der kleinen Siedlung. Wer sieht denn schon Hund und Katze in Eintracht über die Straße laufen.

Ein kleiner Spielwarenladen auf dem Weg bot sich als idealer Ort an, in dem die beiden sich ein wenig austoben konnten. Der Ladenbesitzer des Geschäftes vergaß regelmäßig die Eingangstür zu schließen, sodass sie bequem hineinlaufen konnten. Es war viel Betrieb und keiner achtete auf die Tiere. Die Stofftiere hatten es Flitzi und Zottel angetan. Die Katze nahm sich mit der Kralle einen Plüschball und schob ihn von links nach rechts. Zottel verbiss sich in ein anderes Stofftier. Sie spielten unbemerkt und hatten ihren Spaß.

Niemand wurde aufmerksam. Die beiden Räuber verschwanden mit den Plüschfiguren in der Schnauze genauso schnell wieder, wie sie gekommen waren. Schnell rannten sie, das schlechte Gewissen im Nacken, nach Hause. Flink sprangen sie wieder in die Wohnung hinein und legten sich scheinheilig auf ihre Decken.

Kurz darauf stand auch schon Herr Müller in der Tür. Er sagte: „Na ihr Zwei, schön brav gewesen?" Der alte Mann hatte es noch nicht ganz ausgesprochen, da sah er schon das Dilemma. Zwei Stofftiere, fein säuberlich jeweils an den Schlafstellen von Zottel und Flitzi platziert. Herr Müller rief entsetzt: „Was ist das denn!? Das kann doch nicht wahr sein. Kaum lässt man euch aus den Augen, da habt ihr schon wieder was angestellt!“

Da die Plüschfiguren unbeschädigt waren und auch noch das Preis- und Firmenschild daran hing, legte Herr Müller am folgenden Tag das Spielzeug unauffällig in das Regal des Lädchens zurück. Er konnte es nicht verstehen, denn Spielzeug hatten die Zwei ja genug. Wieder zu Hause schimpfte er ordentlich mit den Tieren. In Zukunft achtete er immer darauf, dass alle Fenster geschlossen waren, wenn er mal weg musste. Aber Flitzi und Zottel fanden trotzdem einen Weg heimlich zu verschwinden. Die nächsten Abenteuer folgen.
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