Handwerkskammer Ulm – Ex-Kammer-Präsident führte Begleittransport in Vernichtungslager Auschwitz

Jahre lang galt er als unbescholtener Bürger der Stadt Heidenheim. Im Jahre 2002 huldigte die Handwerkskammer Ulm in einer Laudatio zum 100-jährigen Geburtstag als einen zutiefst im christlichen Glauben wurzelnden Überzeugenden Vertreter der CDU im Gemeinerat und Kreistag der Stadt Heidenheim.

Friedrich Degeler, ein klingender Name in Heidenheim. Friedrich wurde 1902 als jüngstes von acht Kindern dieser bekannten Küferfamilie geboren, machte später seinen Meister und übernahm die hier gut etablierte Weinhandlung. Das Handwerk war auch in den folgenden Jahrzehnten der goldene Boden, auf dem der bekennende Protestant seine vielfältigen Talente entfaltete, die auch auf kirchlichem Terrain und nicht zuletzt auf politischer Bühne zum Tragen kamen. Nach dem Krieg und mehrjähriger Gefangenschaft avancierte der Obermeister seiner Innung zum Kreishandwerksmeister, erhielt Sitz und Stimme im Gemeinderat, wurde 1962 zum Präsidenten der Handwerkskammer Ulm gewählt, und 1968 zog der Christdemokrat für eine Legislaturperiode in den Stuttgarter Landtag ein.

Die Bedeutung des hochdekorierten Mannes, dem unter anderem das Bundesverdienstkreuz, die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und der Heidenheimer Ehrenring verliehen worden ist, lässt sich an einem Schild ablesen, das unmittelbar vor dem Eugen-Loderer-Zentrum und in Sichtweite des Rathauses seinen Platz hat. „Friedrich-Degeler-Platz“ steht dort geschrieben und rückt so den Namen einer Persönlichkeit in den öffentlichen Blickpunkt, mit dem Weggefährten und Zeitzeugen gern Eigenschaften wie Frömmigkeit, Standfestigkeit und Aufrichtigkeit in Verbindung bringen. Ein Patriarch der alten Schule – ein präsidialer Mensch mit prägnantem Profil. … weiterlesen kompletten Artikel SüdwestPresse
Mehrere Jahre beim SS-Polizeiregiment

Die „prähistorische Zeit“, in die man damals allgemein nicht so gern zurückblicken mochte, holt ihn jetzt ein. In einer Veröffentlichung zu den Deportationen aus Westeuropa kam kürzlich ans Licht, dass auch er in die Judenvernichtung involviert war, wenn nicht in Russland, wo er als Oberleutnant der Schutzpolizei im Einsatz gewesen war, so doch in den Niederlanden, wo er 1943/44 mit dem I. Bataillon des SS-Polizeiregiments 16 stationiert war. In mindestens zwei Fällen war er nachweislich der verantwortliche Führer des Begleitkommandos vom Durchgangslager Westerbork nach Auschwitz bzw. Bergen-Belsen. Der Transportleiter hatte dabei nämlich jeweils die Übernahme der mitgegebenen Lebensmittel zu quittieren, und zwei dieser Quittungen sind für Degeler erhalten.

Die Vorgeschichte: Hospitant der NSDAP-Fraktion

Degeler wurde Ende 1931 für die stramm rechte Deutschnationale Volkspartei in den Gemeinderat gewählt. Die Unterschrift, mit der er seinen in der ersten Sitzung abgelegten Diensteid bezeugte, begegnet uns, etwas schwungvoller geworden, aber gut erkennbar, im März 1944 wieder.

DNVP und NSDAP erhielten 1931 zusammen nur fünf der 24 Sitze. Dann kam die „Machtergreifung“ Hitlers und das Verbot der linken Parteien bzw. die erzwungene Selbstauflösung der restlichen. Anfang Juli 1933 – die beiden KPD-Stadträte saßen auf dem Heuberg, die SPD-Fraktion war noch vor dem Verbot geschlossen zurückgetreten – umfasste der mittlerweile per Gesetz umgebildete Gemeinderat außer neun NSDAP-Mitgliedern nur noch drei andere. Zwei davon warfen bis Ende des Jahres das Handtuch, einer, Degeler, ging den Weg seiner Parteigenossen beispielsweise im Reichstag und „suchte darum nach, als Hospitant der NSDAP-Fraktion angehören zu dürfen“. Dem Gesuch wurde stattgegeben. In der ersten Sitzung danach von Kreisleiter Mauer begrüßt, „mit dem Wunsche, er möge sich gut in die Ideen des Nationalsozialismus einleben“, versicherte Degeler, „er freue sich über die eingetretene Veränderung und darüber, daß die Zeit, in welcher der Individualismus und Internationalismus vorherrschend war, ihren Abschluß gefunden habe; er werde dem Nationalsozialismus gerne seine Dienste zur Verfügung stellen, wo sie verlangt werden. Sein Eintritt in die NSDAP sei längst vorbereitet und mit dem jetzt offiziell erfolgten Eintritt in die Partei habe er nicht notwendig gehabt seine Gesinnung zu ändern.“

Zumindest nicht sehr. Nach Ernst Staudenmaier, der offensichtlich auf persönliche Mitteilungen Degelers zugreifen konnte, hatte dieser 1932 an Hitlers Großkundgebung in Günzburg teilgenommen: „Er kehrte aus Günzburg mit der Überzeugung zurück, dass Adolf Hitler etwas zu den drängenden Problemen der damaligen Zeit zu sagen hatte. Aus seinem Interesse und seiner Aufgeschlossenheit gegenüber den neuen Ideen machte Degeler kein Hehl.“ Dass Degeler aber nie Parteigenosse war, stimmt nach der zitierten Äußerung höchstens formal. Seit dem 1. Mai 1933 bestand eine Mitgliedersperre, die erst zum 1. Mai 1937 wieder aufgehoben wurde (da kam sie für Degeler jedoch wirklich nicht mehr in Frage). Fundamentales demokratisches Bewusstsein tut sich in all dem jedenfalls nicht kund. …weiterlesen kompletten Artikel SüdwestPresse

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Wundert euch nicht. In den Zwangskammern sind so mancherlei kuriose bis kriminelle “Gestalten” zwangsvereint. Auch heute noch sind Nazis in den Mitgliederlisten der Zwangskammern gelistet. Selbstverstäöndlich nicht ls Nazis. Aber es gibt sie in den Mitgliederlisten. Und die Kammern wissen dies.

Jedermann, der ein Gewerbe anmeldet, wird ( vom Gesetzgeber mit aller Macht gefördert ) in diese Zwangskooperation gezwungen.

Vom Gesetzgeber gefördert, nicht legalisiert. Denn wenn sich die sogenannte Justiz an Grundgesetz ( Art 25 ) orientieren und daran halten würde, käme Art 20.2 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in Betracht und es gäbe keinen Kammerzwang.
Eine Zwangskooperation mit Nazis, Rechtsextremen, Salafisten,, ja gar Pädophilen, u.s.w.

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Realität: Rassisten und Rechtsextremisten in den (Zwangs-) Kammern



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