Dreimal Edelmetall bei der Fallschirmsprung-DM in Eisenach: Breitscheider „Freeflyer“ holen den Deutschen Meistertitel

Und Action! Hand in Hand auf die himmlische Tanzfläche. Saskia Richter (rechts) und ihr Teampartner Matthias Kraft (links) beginnen mit ihrer Kür. Ihr Videoflyer Michael Wagner war dicht dran am Motiv. (Foto: MIchael Wagner)
 
Zu Feierfly1: Saskia Richter aus Heligenborn (Mitte) hatte Grund zum Strahlen. Gemeinsam mit ihrem Teamchef Matthias Kraft (links) und Kameramann Michael Wagner (rechts) errang die sportliche Westerwälderin den Deutschen Meistertitel. (Foto: Skydive Westerwald)
Da hat nicht viel gefehlt und die Breitscheider Fallschirmsportler hätten Doppel-Gold mit nach Hause gebracht. Aber ein veritabler Deutscher Meistertitel, ein Vize-Meister-Pokal und ein dritter Platz beim Championat der Deutschen Skydiver in Eisenach sind, etwas Understatement sei erlaubt, ja auch nicht zu verachten! Die DM am Himmel West-Thüringens geriet für die Luftsportler vom Westerwald zum Triumpf. Drei Teams des auf der Breitscheider „Hub“ beheimateten Vereins „Skydive Westerwald“ waren angetreten, ihre Kräfte mit den besten Freifallern der Republik zu messen. Die Lahn-Dill-Kreisler stellten somit die stärkste Teilnehmergruppe. Hatten sie im vergangenen Jahr im oberschwäbischen Bad Saulgau bereits mächtig Eindruck geschunden, sollte es diesmal für sie noch besser laufen, viel besser.
Alle drei Wettkampfmannschaften der mittelhessischen Schirm-Athleten hatten für die Kategorie „Aristic Freeflying“ gemeldet, eine besonders rasanten und innovativen „Spielart“ dieses Adrenalin-lastigen Himmelssportes. Dabei erreichen die Springer vertikale Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h und müssen während ihrer Kür, für die sie netto nur 45 Sekunden Zeit haben, eine bestimmte Abfolge festgelegter Figuren und Kombinationen absolvieren. Sie (f)liegen dabei nicht, wie beim „konventionellen“ Fallschirmspringen üblich, in horizontaler Körperlage auf dem Bauch, sondern puzzeln ihre Choreografien unter Ausnutzung des kompletten dreidimensionalen Raumes aus instabilen Fluglagen zusammen: Kopfstand (Headdown), Hocke (Sitfly) oder Stehen (Stand-up). Bewertet werden der "saubere" Ausstieg aus dem Flugzeug, ein möglichst kreatives Ende der Manöver sowie Schwierigkeitsgrad und optische Darbietung.
Jedes Team besteht aus zwei „Performern“ und einem Kameramann, der das, was seine beiden Kameraden/innen hoch in der Luft treiben, für die Nachwelt und vor allem für die Jury auf Video bannt. Und die Damen und Herren von der filmenden Zunft bekamen, immer dicht dran am Motiv, etwas vor die Linse! Spektakuläre Highspeed-Sequenzen, einzigartige, in unglaublicher Präzision und Synchronizität ausgeführte himmlische Ballett-Szenen.
Saskia Richter aus Heiligenborn durfte schließlich nach einem knappen, dramatischen Kopf-an-Kopf Rennen aufs Siegertreppchen klettern. Die 31-Jährige hatte sich mit ihrem Teamchef Matthias Kraft und Kameramann Michael Wagner in der Einsteigerklasse erst auf den letzten Metern durchsetzen können. Bis fast zum Schluss lag das Trio auf Platz 2, überholte die starke Konkurrenz aus Kassel dann aber in der alles entscheidenden fünften Runde. (Sieben Durchgänge waren ursprünglich vorgesehen, doch machte das Wetter dem einen Strich durch die Rechnung). 33 Zähler, die sich nach einem dem Eiskunstlauf nicht unähnlichen Wertungssystem errechneten, bedeuteten dann aber nach einer dramatischen Aufholjagd den Meistertitel. Infolge durfte das Sieger-Team auch der ersten Silbe seines Wettkampfnamens alle Ehre machen: „Feierfly“. 2013 hatten die ambitionierten Aerosportler bereits die Silbermedaille errungen.
Saskia Richters Ehemann Chrissi ließ sich auch nicht lumpen. Doch bei ihm und den Seinen (zur „Vertigo“-Crew zählten noch Team-Commander Sebastian Picard und Videomann Stefan Gessner aus Siegen) verlief die Dramaturgie des Geschehen umgekehrt. Bis zuletzt hatte der Flotte Dreier in der Fortgeschrittenen-Klasse vorne gelegen, knapp zwar, aber vorne. Dann aber entrissen ihnen die freundlichen Mitbewerber von "Krass-Freefly" aus Magdeburg den bereits sicher geglaubten Pott. Der Unterschied betrug gerade mal 0,9 Zähler. Doch auch mit dem Vizemeister-Titel dürften sich die Breitscheider schnell angefreundet haben. Einen solchen in dem bedeutendsten nationalen Wettbewerb dieser Art zu erringen, ist schon eine beachtenswerte Leistung.
Dafür, dass „Skydive Westerwald“ das Edelmetall-Spektrum in seiner Dreifaltigkeit komplett abedecken konnte, sorgten „Die Nopros“. Team-Leiter Sebastian Lauber, Jennifer Weber und Video-Dokumentatorin Katrin Kreisel errangen in der Offenen Klasse, bei der die Schwierigkeitsgrade der Übungen noch einen Tick anspruchsvoller als bei den übrigen Freefly-Kategorien sind, auf Anhieb die Bronzemedaille.
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