Zwischen Zynismus und Heuchelei: Aus Liebe zu Tier und Natur töteten Deutschlands Jäger über fünf Millionen Mal

Mit oder ohne Zielwasser: Die deutschen Weidmänner und -frauen haben im abgelaufenen Jagdjahr 2014/15 über fünf Millionen Tieren in Wald und Flur das Lebenslicht ausgeblasen. Und sie sind stolz darauf. (Foto: abschaffung-der-jagd.de)
Ist es blanker Zynismus? Selbstironie? Satire vielleicht? Oder haben wir es ganz einfach mit einer besonders krassen Form von Realitätsverlust zu tun, worunter ja die Unfähigkeit von Menschen, das eigene Handeln mit der Objektivität der realen Welt und der Denkweise des Umfeldes in Einklang zu bringen, zu verstehen ist. „Wir finden Erfüllung in dem, was wir für die Natur und für Gottes Geschöpfe in dieser Natur tun“. Mutter Teresa hätte man diesen Satz ja noch durchgehen lassen. Halali! Aber er stammt von Hobby-Jägern, die, wenn es darum geht, ihr blutiges Handwerk zu verbrämen, regelmäßig zu rhetorischen und rabulistischen Höchstleistungen auflaufen.
Da werden argumentative Haken geschlagen, dass es im Gebüsch kracht und sich die Tannenzweige in den Eichenwäldern biegen. Man/frau verstehe sich als Anwalt des Wildes und opfere uneigennützig viel Freizeit und Geld, um draußen in Wald, Feld und Flur Gutes zu bewirken. Die Liebe zur Natur und zu den Tieren sei Hauptantriebsfeder, um mit der Flinte in den Forst zu ziehen. Hallo? ! Vor dem Hintergrund der kürzlich veröffentlichten gesamtdeutschen Jagdstatistik für die Saison 2014/15 gewinnen solche und ähnliche Aussagen eine ganz neue Bedeutungsschwere.
Die vorgeblichen „Anwälte“ der von ihnen selbst immerhin als Geschöpfe Gottes bezeichneten Tiere haben in besagten Zeitraum über fünf Millionen ihrer „Mandanten“ zur Strecke gebracht. Unter strenger Wahrung der Weidgerechtigkeit, versteht sich. Und sie sind stolz darauf! Die propagierte „Achtung vor der Kreatur“ fand ihre Entsprechung in 1,1 Millionen toter Rehe, über einer Million vom Himmel oder den Bäumen geholter Rabenkrähen und Elstern, 552.000 erschossenen Wildtauben, 520.000 exekutierten Wildschweinen, 457.000 in die ewigen Jagdgründen beförderten Füchsen, 116.000 eliminierten Waschbären und 43.000 erschossenen oder in Totschlagsfallen gefangenen Steinmardern. Bei besonders hohen Abschusszahlen ist dann euphemistisch von „Bestandskontrolle“ die Rede, nicht von Massenmord. Weil: Es geht ja um Arten-, Naturschutz und Biodiversität. Eine Analyse: http://www.rotorman.de/anwaelte-die-ihre-mandanten...
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 04.02.2016 | 17:34  
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