Wo der Bär(-lauch) steppt: Dieses Kraut hat es in sich, schmeckt lecker und hilft gegen viele Wehwehchen

Bärlauch, so weit das Auge reicht. Das Zwiebelgewächs fühlt sich in schattigen, feuchten und humusreichen Laubwäldern am wohlsten. (Foto: Siegbert Werner)
 
Schmeckt lecker und ist gesund. Das weiß auch die Wildhummel zu schätzen. (Foto: Siegbert Werner)
Hier steppt der Bär(-lauch)! Und wenn man weiß, wo, tut er das, so weit das Auge reicht. Aber solche Stellen werden nicht unbedingt öffentlich plakatiert oder flächendeckend bei Facebook geteilt. Auch Siegbert Werner, der Urheber dieser Aufnahmen, hält sich da etwas bedeckt und lokalisiert den Platz sibyllinsch mit „irgendwo auf dem Westerwald“. Das hat natürlich Gründe.
Die „Hexenzwiebel“, wie das krautige Gewürz- und Wildgemüse auch genannt wird, erfreut sich als solches wachsender Beliebtheit. Die Zahl derer, die ihr auf der Spur sind, steigt. Insofern besteht schon die Gefahr, dass die vorhandenen Bestände darunter leiden.
Bärlauch breitet sich relativ schleppend aus. Gut, wenn er denn mal irgendwo Fuß gefasst hat …. In domestizierter Form kann man ihn während der Saison aber auch legal im Handel kaufen, was vielleicht naturverträglicher ist. Er stammt dann aus gezieltem Anbau. Das schont die natürlichen Vorkommen. In ausgewiesenen Naturschutzgebieten darf man den „Zigeuner(knob)lauch“ sowieso nicht sammeln, andernorts nur ganz zurückhaltend für den Eigenbedarf.

Tödliche Verwechslungsgefahr

Doch Vorsicht: Jahr für Jahr schießen sich, bildlich gesprochen, viele Fans dieser von den Engländern „Ramsons“ genannten Pflanze auf der Jagd nach selbiger selbst ins Knie. Ihre zwei bis fünf Zentimeter breiten Blätter ähneln denen der Maiglöckchen, Herbstzeitlosen und des Gefleckten Aronstabes. Und die sind, so man sie verspeist, ziemlich nachtragend. Tödliche Vergiftungen sind die Folge. Unkundige sollten sich deshalb im Zweifelsfalle lieber auf ihre Nase, denn ihre Augen verlassen. Fehlt der intensive Knoblauchgeruch, Finger weg!
Bärlauch schmeckt (und riecht) wie Knoblauch, aber man/frau stinkt anschließend nicht so intensiv danach, braucht also nach dessen Genuss nicht zu befürchten, in temporäre Einsamkeit zu verfallen. Wenn die kleinen weißen Sternen ähnelnden Blüten dieses freilebenden Zwiebelverwandten leuchtend sprießen, ist es aber mit der leckeren Herrlichkeit in der Regel schon vorbei. Dann schmeckt das Zeugs zunehmend bitter(er). Die späteren Früchte lassen sich aber immerhin noch als Kapernersatz verwenden. Getrocknet verliert das Gewächs seine Helwirkung, erhitzt den Geschmack.

Sternstunden der Haute Cuisine

Die Pflanze ist zwar komplett essbar, genutzt werden aber vorwiegend ihre Blätter, mitunter auch die Stengel. Bärlauch mundet am besten, wenn man ihn von April bis Mai jung und damit zart erntet. Als Kräuterquark-Ingredienz ist er ein Wucht, ebenso, in schmale Streifen geschnitten, als Butterbrot-Aufstrich. Aber damit ist sein Einsatzspektrum in den Küchen dieser Welt noch längst nicht erschöpft. Bärlauch-Pesto oder Bärlauch-Eier sind da noch die simpelsten Kreationen. Wenn die Kreativen am Herd mit der „Waldherre“ als Zutat zaubern, warten mitunter Sternstunden der Haute Cuisine.
Oft genug ist es im Leben ja leider so, dass das, was gut geschmeckt, nicht gleichzeitig auch gesund sein kann. Bärlauch verbindet beide Vorteile. Die Volksheilkunde sieht in ihm seit Jahrhunderten ein adäquates Mittelchen bei Magen, Darm- und Verdauungsstörungen, Blähungen und Bluthochdruck. Er wirkt Arterienverkalkungen entgegen und hat ob der in ihm enthaltenen schwefelartigen ätherischen Öle positiven Einfluss auf Atemwege, Leber Galle und den Cholesterinspiegel. Die „wilde Knofel“ ist zudem fiebersenkend, entzündungshemmend und schleimlösend, hilft bei Appetitlosigkeit und Frühjahrsmüdigkeit und senkt das Risiko eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles. Also das reinste Labsal gegen viele Zivilisationskrankheiten. Mehr kann man eigentlich nicht verlangen ….
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