Unheilige Allianz zwischen Polizei und Jagdlobby: Rufmordkampagne gegen unbequeme Tierschützer

Der vom Landeslabor untersuchte Waschbär-Kadaver hätte keine Vorderpfoten mehr gehabt, behaupten die Jäger. Aber dieses Foto beweist das Gegenteil. Das fachgerecht filetierte Tier, das als Osterbraten einen zweiten Frühling erlebte, hatte sich bei dem verzweifelten Versuch, sich aus der Falle zu befreien, tiefe Verletzungen an den vorderen Extremitäten zugezogen.
Das ist eine ziemlich unheilige Allianz, die zwischen Polizei und Jägerlobby. Im sonst so beschaulichen Vogelsbergkreis, wo sich nicht nur Fuchs und Waschbär final gut Nacht sagen, bevor ihr Lebenslicht ausgeknipst wird, stecken die Trachtengruppen unter einer Decke. Die in Grün und die in Blau gewandeten. Zumindest in Lauterbach scheint das so zu sein. Brothers in Arms. Hier ist die Verzahnung zwischen Politik, Wirtschaft, Behörden, Zeitungsverlegern und Jägerschaft besonders ausgeprägt. Das hat jetzt zu einer vom Deutschen Jagdverband initiierten Rufmordkampagne gegen zwei engagierte Tierschützer geführt.
Zu Ostern dieses Jahres waren auf dem Gelände des umzäunten Lauterbacher Schlossparks zwei Waschbärinnen auf bestialische Weise geschlachtet worden. Eines der Tiere wurde filetiert und diente in Folge wohl als Osterbraten. Während der alleine nicht überlebensfähige Nachwuchs der einen Petzin in seinem Versteck wohl verhungert ist, konnten die Babys des anderen Opfertieres gerettet werden. Jetzt haben die Jäger bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige erstattet. Aber nicht gegen die nach wie vor unbekannten Täter. Sondern gegen zwei Tierfreunde, die den Fall publik gemacht hatten. (Konstruierter) Vorwurf der Nimrods: Irreführung der Öffentlichkeit und Vortäuschen einer Straftat. Das Ganze sei nämlich frei erfunden und hätte sich ganz anders abgespielt.
Die Beweislage spricht jedoch eine andere Sprache. Dennoch bleiben die Lodenmantler bei ihrer Version und stellen die Tierschützer namentlich an den öffentlichen Pranger. Sie zitieren aus Vernehmungsprotokollen der Polizei, die ihnen ein Pipi-Leaks-Mitarbeiter des Reviers zugespielt haben muss. Und sie veröffentlichen ganze Passagen aus dem Untersuchungsbericht des Hessischen Landeslabors in Gießen, der offiziell nur dem Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz Lauterbach zugänglich war. Ob die darin enthaltenen Fakten und Schlussfolgerungen richtig wieder gegeben wurden, oder etwas der eigenen Weltsicht angepasst wurden, lässt sich nicht sagen – noch nicht. Aber der Fall zeigt: Zur Durchsetzung ihrer Interessen und Diskreditierung unliebsamer Kritikern ist den Waidmännern jedes Mittel Recht. Mehr darüber hier:
http://www.rotorman.de/reicht-die-polizei-protokol...
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 03.11.2015 | 17:36  
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