Der Eisvogel hat ausgelichert und wirbt jetzt für die Konkurrenz

Kleine Aus-Zeit beim Frühschoppen. Wird der Eisvogel der Licher-Brauerei untreu? Aber momentan hat das schillernde Kerlchen andere Sorgen: Futter für die Mutter. (Foto: Uwe Schäfer)
Da hat er sich jahrelang für die Licher-Brauerei im Herzen der Natur aufgeplustert, um ihr dann schnöde den Rücken zu kehren. Tja, wie es aussieht, ist der Werbevertrag zwischen dem Eisvogel und den Hessischen Hopfen-Malzern wohl ausgelaufen. Der farbenprächtige Fiederling hat die Seiten gewechselt und ist zur Konkurrenz desertiert. Möglicherweise waren die Honorar-Konditionen dort lukrativer für ihn. Ob deren Stoff freilich besser schmeckt? Das kann der schillernd bunte, auch als „Eisenkeil“ bezeichnete Piepmatz natürlich nicht wissen. Die Flasche ist ja noch zu. Der kleine Kerl überlegt gerade krampfhaft, wo er einen Öffner herbekommt.
Denkbar auch, dass das hier ein Double ist, und das Original nach wie vor für die Braukünstler aus Lich sein Gefieder sträubt. Als deren Wappentier und PR-Botschafter macht „Alcedo atthis“, so der wissenschaftliche Name, seit vielen Jahren eine exzellente Figur. Derzeit allerdings hat er andere Sorgen und wenig Zeit, sich für Pils und Co. ins Zeug zu legen. Das aktuelle Brutgeschäft geht vor. Man(n) muss schließlich Prioritäten setzen.
Frauchen hat immerhin zwischen sechs und acht Eier gelegt. Mit seiner Holden wechselt sich der Herr des Nestes beim Brüten ab. Ende dieses Monats dürfte der Nachwuchs dann nach Futter schreien. Und dann bekommt der Bursche richtig Stress. Die Brut will schließlich versorgt sein. Der Langnese-Sperrling ist zudem ja auch als Casanova bekannt. Lebt zwar in der Regel monogam und bleibt seiner Alten treu, doch in Gebieten mit größerer Bestandsdichte, wie es sie mittlerweile auch bei uns im Hessischen wieder gibt, neigt der Schwerenöter schon mal zur Bigamie. Heißt: Er hat zeitgleich zwei Eisen im Feuer, wobei die Behausung der Zweit-Frau schon mal mehrere Kilometer vom Stammsitz entfernt liegen kann. Das erfordert dann ein ausgeklügeltes Zeitmanagement und eine bis ins Detail durchplante Logistik. Beim Catering darf sich der Doppel-Versorger keinen Patzer erlauben.
Klar, dass er in Folge schon mal eine kleine Auszeit nehmen und abschalten muss - eventuell bei einem Bierchen…. Aber muss es gleich Lager-Bräu sein? Da gibt es doch Besseres!
Diese außergewöhnliche Aufnahme ist dem Eibelshausener Naturfotografen Uwe Schäfer geglückt. Der Mann ist in Sachen Eisvogel das real existierende Pendant zur weiland von Robert Redford verkörperten Filmfigur des „Pferdeflüsterers“ und mit dieser faszinierenden Spezies quasi „per Du“.
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