Perplexed“, aber mit viel Groove und großem Spaß - 100-prozentige Muttersprachler ohne rollendes „Rrr“

Wem gehört das Bier??? „The Perplexed“ haben am Freitagabend in der Alten Brauerei in Ewersbach mächtig in die Saiten gelangt. V.l.n.r.: Tom Skotarczyk, Benjamin Griebenow, Miriam Krentscher, (Drummer Justin Fehst ist abgetaucht) und Tobias Krentscher. (Foto: Detlef Krentscher)
 
An ihnen hätten auch Lindi, Maffay und Grönemeyer Einhundertpro ihre helle Freude. V.l: Patrick Zapf, Martina Grund, Dirk Kessler, Oliver Zapf und Andreas Becker. (Foto: Detlef Krentscher)
Dietzhölztal-Ewersbach (jh) - Den eigenen Führerschein haben sie (altersbedingt) noch nicht allzu lange. Ein Mitglied des Quintetts hat noch gar keine Lizenz. Und das setzt(e) der Mobilität natürlich Grenzen. Was die musikalische Bandbreite anbelangt, fühlen sich die fidelen, alle noch diesseits der 20 angesiedelten Fünf an solche freilich nicht gebunden. Mit „The Perplexed“ hat sich am Freitagabend in der „Alten Brauerei“ in Ewersbach eine vielversprechende Nachwuchs-Combo aus dem Südkreis empfohlen, von der der letzte Ton sicherlich noch längst nicht zu hören war. Da steckt viel Potential drin, da dürfte noch einiges kommen.
Tobias Krentscher (Bass), Tom Skotarczyk (E-Gitarre), Benjamin Griebenow (Akustik-Gitarre), Justin Fehst (Schlagzeug) und Miriam Krentscher (Gesang), die allesamt aus dem Raum Wetzlar/Ehringshausen stammen, hatten ihr Publikum in der beliebten Dietzhölztaler Musikkneipe schnell auf ihrer Seite und bestachen spielfreudig-locker mit zum Teil recht eigenwilligen Coverversionen aktueller (und auch teils nicht mehr ganz so taufrischer) Chartstürmer. Wobei vor allem die stimmstarke Vokalistin stilprägend war. Ein grooviger, phonstarker Abend, dem in dieser personellen Konstellation sicherlich noch weitere folgen werden.

Man singt Deutsch

Die Gäste aus LDK-Süd hatten sich unter anderem bei den Red Hot Chili Peppers, Pink, Adele, Bon Jovi, Luxuslärm, Tracy Chapman und Greenday bedient. Die Location selbst ist inzwischen als Konzertstätte und Treffpunkt für alte, junge und junggebliebene Fans guter- und handgemachter Musik längst über den Geheimtipp-Stratus hinaus. Renommierte, aber (noch) unbekannte Formationen gehen hier ein und aus, auch solche von jenseits der Landesgrenzen. In der ehemaligen „Bierfabrik“ gibt es an jedem Wochenende Live-Musik - mindestens zweimal. Am Abend nach den „Perplexten“ wurde ausschließlich und einhundertprozentig Deutsch geschnackt. Nomen est omen: Mit „Einhundertpro“ brachte hier eine rein muttersprachlich orientierte heimische Band die Hütte zum Kochen. Was das Mädel und die vier Jungs aus Dillenburg da ablieferten, hätte auch Udo Lindenberg, Peter Maffay, Herbert Gröhlemeyer, pardon, Grönemeyer oder Klaus Lage, aus deren Fundus die flotten Fünfe u.a. schöpften, gefallen. Da fällt nichts hinter das Original zurück!

Im Wellenbad die Welle gemacht

Am kommenden Freitag gibt sich die Ska-Coverband „Skameleon“ an gleicher Stelle die Ehre. Da wird es eng in der Hütte – und erst Recht auf der kleinen Bühne. Die Band pflegt mit bis zu neun Musikern aufzutreten und besticht mit tanzfähigen Interpretationen bekannter Rock- und Pop-Gassenhauer, Filmmelodien oder Songs der Neuen Deutschen Welle.
Die Herborner haben ja in diesen Tagen einen veritablen Video-Hit gelandet. Der Streifen, der den alten von den „Skas“ mächtig aufpolierten „Haddeway“-Hit „What is Love“ visualisiert, ist an einem für so etwas doch recht unorthodoxen Ort entstanden: im ehemaligen, zum Abriss verurteilten Herborner Wellenbad. Der marode Plantsch-Tempel i.R., der seine beste Zeit schon viele Jahre hinter sich hat, erwies sich für diesen Zweck als nachgerade ideal und erlaubte den Kameramännern kreative und originelle Einstellungen, die sonst so nirgendwo möglich sind. Das Ergebnis kann sich sehen lassen - und tut es auch. Auf youtube hat sich der 4,15 Minuten lange Film zum Klick-Hit gemausert: www.youtube.com/user/skameleonband

Oli und Öli

Und dann, am darauffolgenden Freitag (15. November), winken ausgiebige Reminiszenzen an unsere alten, teils noch bumsfidelen, teils leider auch schon verblichenen, in ihren Werken aber unsterblichen Helden, seien es nun Rory Gallagher, „Erich Klapperton”, B.B. King, Muddy Waters, Johnny Winter, John Lee Hooker und wie sie alle heißen bzw. hießen. Für diesen Abend hat der Oli Müller den Öli Müller verpflichtet (Beide sind aber, trotz phonetischer Namensähnlichkeit, weder verwandt noch verschwägert). Letztgenannter Müller, also der mit den zwei Strichelchen auf dem „O“, genießt hier schon so etwas wie Heimvorteil. Mit seiner Bluesband will der gebürtige Oberschelder und jetzige Wahl-Aubacher dem Publikum noch mal zeigen, wo der Hammer hängt. Eine Mission, die auch die Covberband „Eve“ umtreibt, die dann am Abend darauf auf den Putz zu hauen gedenkt. Let it rock!
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