Da stimmt die Chemie: I’ve got the Blues! Öli Müller und „Secret Tip“ blendend aufgelegt

Seit 44 Jahren „on the road“ und noch kein bisschen spielmüde: Öli Müller. (Foto: Detlef Krentscher)
Dietzhölztal-Ewersbach Dass er (in all den Jahren) etwas verlernt haben könnte, diese Gefahr bestand eigentlich nie. Öli Müller ist auf dem Zenit seiner Gitarrenkunst. Nach 44 Jahren „on the road“ ist das eigentlich auch nicht weiter verwunderlich. Am vergangenen Freitagabend hat sich der Saiten-Künstler aus Aubach (erneut) in der „Alten Brauerei“ in Ewersbach empfohlen, und doch war es eine Art Premiere. Erstmals teilte sich der der Bluesman die kleine Bühne der beliebten Musikkneipe mit seinen neuen Freunden, die als „Secret Tip“ regional seit geraumer Zeit gehörig abräumen.
Die Chemie unter den sieben Musikern stimmt, die stilistische Melange ebenfalls. Was vielleicht auch daran liegt, dass zumindest Teile der Band eine gemeinsame Vergangenheit verbindet. Mit Saxophonist Tino Schol und Keyboarder Steffen Runzheimer hat der gebürtige Oberschelder bereits früher das ein oder andere Ding gedreht. Blues in allen Variationen, gewürzt mit einet Brise Soul und einem Funken Jazz, das war’s, auf was sich die Zuhörer einzustellen hatten. Und das klangvolle, rhythmisch treibende 20-Gänge-Menü mit seinen vielen, souveränen Grooves und gefühlvollen Licks mundete vorzüglich.
Vor allem Sängerin Sladi Stefanovska verpasste dem Ganzen das entscheidende Quentchen Drive. Die Mazedonierin ist eine echte Bereicherung. Öli Müller selbst, obwohl ein begnadeter Solist, ist ein Teamplayer, der sich zurücknehmen und dem Ensemblespirit unterordnen kann. Mit Co-Gitarreo Holger Lisy spielte er sich unauffällig die Bälle zu, während Bassist Jürgen Garotti und Drummer Benjamin Klein einen akzentuierten, soliden Rhythmusteppich knüpften. „Cajun Moon“ von dem inzwischen leider verstorbenen J.J. Cale, „Some Kind of Wonderfull“ oder „Unchained my Heart“ von Ray Charles mögen hier stellvertretend als Anspieltipps genügen.
Aber so richtig wach wird Müller immer dann, wenn er sein Blues-Faible ausleben kann. Und das durfte er dann in der zweiten Halbzeit .Da mischten sich dann Klassiker von John Mayall, Eric Clapton oder Mary Chapin Carpenter mit bestechenden Eigenkompositionen, unter denen vor allem „Paint it Blue“ oder der „Kokain Hase“ herausragten.
Die personelle Konstellation vom Freitag soll kein Eintagsfliegen-Charakter gehabt haben. Auch in Zukunft möchten sich die sieben Musiker ganz gerne zu ausgewählten Terminen zusammen raufen. Auf ein Wort!
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