Versenkt die Nimitz! Rasanter Skydive-Spaß zwischen Heißluft, Buttercreme und Oxygen

Süßer Gruß: Da achten wir mal nicht auf die schlanke Linie. Kalorienbombe nach dem Jubiläumssprung. Die zu servieren, scheint dem Kollegen richtig Spaß zu machen. (Foto: Sven Vollert)
 
Knapp vorbei ist auch daneben. Den kleinen Pool mit der Mini-Nimitz zu treffen, war gar nicht so einfach. Da hatte sich selbst Vorjahres-Champion Steve Chlebusch etwas verschätzt. (Foto: Sven Vollert)
Die von der Decke der geräumigen Flugzeugkabine herabbaumelten Beatmungsschläuche erinnerten ein klein wenig an das Innere eines Notarztwagens. Im weitesten Sinne traf es das auch, nur dass die vermeintlichen Patienten quietschfidel waren und sich im Vollbesitz aller ihrer geistigen und körperlichen Kräfte befanden. Zumindest behaupteten sie das von sich selbst. Aber besondere Maßnahmen erfordern nun mal besondere Vorkehrungen. Wie in diesem Falle. Ab einer bestimmten Flughöhe kann ein zusätzlicher „Schluck“ aus der Sauerstoffpulle nämlich nicht schaden. Der Verzicht auf einen solchen in Flugzeugen ohne Druckkabine schon. Deshalb war für ausreichend Oxygen-Reserven gesorgt. Da fühlt man/frau sich doch gleich schon viel besser und schlägt der ansonsten drohenden Hypoxie ein Schnippchen.
Die High-Level-Absprünge aus 6.000 Metern über Breitscheid zählten deshalb nicht nur ihrem Namen nach zu den Höhepunkten der traditionellen, an Ereignissen nicht gerade armen, neudeutsch „Sommer-Boogie“ genannten Sprungwoche. Dazu hatten die hiesigen Skydiver Verstärkung von Kollegen aus ganz Deutschland und dem benachbarten europäischen Ausland erhalten. Acht Tage konnten die Luftsportler exzessiv aus dem Vollen schöpfen. Stefan Gessner hat das Geschehen in einem sehr schönen Videobeitrag skizziert: http://vimeo.com/176928558

Das volle Programm: Wingsuit, Sunrise, Freeflying

Hüpfer aus Heißluftballonen – für jeden passionierten Sportspringer ein ganz besonderes Erlebnis – zählten ebenso dazu wie Sunrise-Sprünge, Wingsuit-Fliegen, Free-Flying oder Formations-Wettbewerbe. Fortbildungs- und Anfängerkurse ergänzten die rasante Agenda, während es der personell aufgestockten Tandem-Crew des Vereins auch nicht gerade langweilig wurde. Ein im wahrsten Sinne des Wortes ständiges Auf und Ab - beginnend beim ersten Hahnenschrei und erst dann endend, wenn sich die Sonne weit im Westen schlafen legte. Vereinzelte Regenschauer zwischendurch erforderten hin und wieder Zwangspausen, aber letztendlich lieferte das Wetter keinen Grund dafür, mit dem meteorologischen Schicksal zu hadern.

Süße Versuchung: Tief fliegende Buttercremetorten

Dass ab und an auch die ein oder andere Buttercremetorte durch den unteren, erdnahen Luftraum segelte, war einer alten und liebgewonnen Tradition der Springer geschuldet. Knackt einer von ihnen eine bestimmte Marke an Sprüngen, gibt es von den Kameraden Süßes, nicht Saures – mitten ins Gesicht. Tortenschlachten dieser Art gehören zu den unabdingbaren Ritualen auf jeder „Drop-Zone“. Aber da wären der merkwürdigen Gepflogenheiten und obskuren Spielchen noch mehr. „Hit & Chuck“ nennt sich eines davon. Das Reglement erschließt sich einem Außenstehenden nicht auf den ersten Blick.
Die „Spieler“ hechten aus relativ geringer Höhe (1200 Meter) aus dem Flugzeuge und aktivieren umgehend den Schirm, um dann in steiler Fahrt eine am Boden platzierte Flasche Bier anzuvisieren. Derjenige gewinnt, der sich den Inhalt der Pulle am schnellsten einverleibt hat. Gestoppt wird die Zeit zwischen ersten Bodenkontakt und Vollzug. Ein Riesenspaß zum Abschluss eines Sprungtages. Und seit dem vergangenen Jahr gibt es bei den Breitscheidern Himmelstauchern noch eine neue Gaudi-Variante: den Nimitz-Boogie. Das ist eine verschärfte Modifikation des beliebten Spiels „Schiffe versenken“.

Angriff auf die US Nimitz

Ein maßstabsgerecht verkleinertes Modell des dienstältesten US-Flugzeugträgers dümpelt in einem mit Wasser gefüllten Kinderpool auf den Wellen. Es gilt, den „Pott“ beim Landen genau zu treffen und möglichst zu versenken. Das war in diesem Jahr schon nach relativ wenigen Versuchen der Fall. Matthias Kraft schickte den Kahn auf den Grund. Sturmreif geschossen hatte diesen zwar kurz zuvor bereits ein Schweizer Kollege, doch auch hier galt: „The Winner Takes It All. Weil Kraft (durch Freude) in Folge auch das Bierbuddel-Championat für sich entscheiden konnte, war die Entscheidung der Jury unanfechtbar. Der “Matze“ ist halt ein echtes Multitalent….
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