Hauptstadt der Region für einen Tag: Eschenburg und die Stärken des Lahn-Dill-Berglandes - Lokale Schokoladenseiten

Faszinierend, spektakulär, beeindruckend: „Pferdeflüsterer“ Peter Pfister ist eins mit seinen rassigen Freunden. So etwas ist nur möglich, wenn sich Mensch und Tier blind vertrauen können.
 
Schaufenster der Region: In der großen Reithalle auf „Meggi’s Farm“ zeigten lokale Anbieter, Direkterzeuger, Handwerker und Kulturschaffende was sie drauf haben.
Vielfalt ist die eine, Authentizität die andere Seite (ein und) der (selben) Medaille. Man kann selbige drehen wie man will, sie zeigt stets die Schokoladenseite. Und: Inflation und Wertverlust gibt es in dieser Art Währung nicht. Die Region als todsicherer Anlagenfonds, der hohe Renditen garantiert, keineswegs nur solche monetärer Natur. Lebensqualität beispielsweise, kultureller Reichtum, Brauchtum, handwerkliche und agrare Vielgestaltigkeit, angesiedelt zwischen Fortschritt, Tradition und Innovation. Der „Tag der Regionen“, der am Sonntag in Eschenburg-Eibelshausen als zentrale Veranstaltung der diesjährigen Kampagne zelebriert wurde, war eine (durchaus repräsentative) Momentaufnahme all dessen und noch mehr. Ein, wie man ja neuerdings zu sagen pflegt, „Event“, der ganz nebenbei das Gemeinschafts- und Wir-Gefühl über Orts- und Gemeindegrenzen hinweg stärkte.
Die Ortschaft durfte sich einen Tag lang als Zentrum des Lahn-Dill-Berglandes wähnen, das auf einer Fläche von 832 Quadratkilometern weite Teile der Landkreise Lahn-Dill und Marburg-Biedenkopf umschließt und von dem der 2007 ausgerufene Naturpark seinen Namen ableitet. Deutlich mehr als die erwarteten 3000 Besucher hatten den Aufstieg zum hoch über der Gemeinde gelegenen Ort des Geschehens geschafft, auch wenn, zugegeben, die meisten auf zwei oder vier Rädern angereist waren. „Meggi’s Farm“, das weitläufige Pferdezentrum des in ganz Europa anerkannten Hippologen Peter Pfister, bot einen angemessen Rahmen für diese kunterbunte Leistungsschau hiesigen Wirtschaftens, Handelns und Wirkens. Landrat Wolfgang Schuster als Schirmherr und Götz Konrad, der Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde, mochten ob der Resonanz und inhaltlichen Angebotsfülle mehr als zufrieden gewesen sein, und erstaunt. Die vielen Gäste waren es auch.
Erst fing es ganz langsam an (mit einem festlichen, ökumenischen, vom katholischen Pastroralreferent Michael Wieczorek und Pastor Karsten Künzel von der Freien evangelischen Gemeinde gehaltenen Gottesdienst in der geschmackvoll dekorierten großen Reithalle), aber dann... Akteure und Zuschauer, Direktvermarkter und Kunden, Dienstleister und –Nutzer, Werber und Umworbene, die Grenzen und Positionen waren fließend. Während auf der Aktionsbühne in der Halle unter Einbindung heimischer Musik- Gesangs- und Trachtengruppen nahezu non-stopp ein flottes Unterhaltungsprogramm ablief, ging parallel dazu der „Messebetrieb“ an den zahlreichen, stets stark frequentierten Ständen seine Gang der Dinge. Draußen vor den Toren potenzierte sich deren Zahl noch einmal.
Abgesehen von den zahlreichen „Versorgungsstationen“, neudeutsch „Catering-Points“, mit regionalen Spezialitäten aus Küche und Keller gab es hier nichts, was es nicht gab. Wobei der Akzent klar und eindeutig auf Produkten hiesiger Provenienz lag. Keine (Billig-)Waren aus anonymer Massenfertigung, sondern solche, die mit Hand und Herz hergestellt wurden und werden, automatisch versehen mit dem Echtheitszertifikat und Qualitätssiegel ihrer lokaler Herkunft. Eine Symbiose aus Kreativität, Ideenreichtum, Handarbeits- und Handwerkskunst. Ob Gebatiktes oder Gestricktes, Gehäkeltes, Geschnitztes, Geflochtenes, Gesägtes, Gemaltes, Gebranntes, Getöpfertes, Geschweißtes oder, hallo Bienchen, Geschleudertes, Gekochtes, Verwursteltes oder Gegorenes, die Offerten-Vielfalt lag schon dicht an der Grenze der Reizüberflutung.
Daneben nutzten auch Kommunen, Verbände und Organisationen die Gunst der Stunde, sich entsprechend zu inszenieren und über ihre Arbeit zu informieren. Ob das nun die Bergland-Region, die Stadt Dillenburg, der Kreisverband der Gartenbauer, die Naturschützer, das Rote Kreuz oder die Feuerwehr waren. Glanzpunkte zu setzen aber vermochte vor allem der Hausherr selbst, gegen den der einst von Robert Redford gemimte „Pferdeflüsterer“ ein Waisenknabe gewesen sein dürfte.
Peter Pfister demonstrierte eindrucksvoll, auf welch sowohl harmonische, als auch spektakuläre Weise Mensch und Pferd eins werden und sein können, sofern die entsprechende Vertrauensbasis zwischen beiden gegeben ist. Sich so tief in die „Denke“ eines Rosses hinein zu versetzen, und sich dessen Eigenheiten, Eigenwilligkeiten und von Typ zu Typ so differenzierten charakterlichen Eigenschaften zu eigen zu machen, diese Kunst ist nur wenigen Menschen gegeben. Und sie kann man wohl auch nicht lernen. Viele Zuschauer mögen diese herrlichen Geschöpfe, die je nach Wesensart mal stolz, mal verspielt, mal arrogant, trotzig, anschmiegsam, experimentierfreudig oder impulsiv, drollig, erhaben, putzig und majestätisch daherkommen (können), nach den Vorführungen des Eschenburger Pferdekundlers mit ganz andere Augen sehen.
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