„Beruflicher Bildungsweg ist kein Weg zweiter Klasse“

  Erlangen: Redoutensaal |

Klare Positionierung des VLB zur beruflichen Bildung in Bayern

Auf großes Interesse stieß die von über 400 Gästen besuchte Hauptveranstaltung des 12. VLB-Berufsbildungskongresses im Erlangener Redoutensaal.

Humorvoll und mit geschichtlichem Hintergund zum Veranstaltungsort, moderiert vom Kreisvorsitzenden Gerald Wölfel, konnten die aus ganz Bayern angereisten Kongressbesucher - ein Who-is-who der bayerischen Berufsbildungslandschaft – nach der Begrüßung durch den mittelfränkischen VLB-Bezirksvorsitzenden Horst Lochner zunächst den Grußworten von Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik, MdL Thomas Kreuzer (CSU), MdL Thomas Gehring (Grüne), MdL Kati Petersen (SPD) und MdL Günther Felbinger (Freie Wähler) folgen.

Allen politischen Rednern gemein war der Dank an die beruflichen Schulen für ihre hervorragende Arbeit, was VLB-Landesvorsitzender Jürgen Wunderlich in seiner Festrede zum Anlass nahm zu fordern, dass dem wiederholten Lob endlich konkrete Taten folgen müssen. Die Baustellen im beruflichen Schulwesen müssen endlich erfolgreich zu einem Ende geführt werden, so Wunderlich.

In seiner immer wieder von Applaus der VLB’ler unterbrochenen Festrede benannte Wunderlich nicht nur die aktuell drängenden Probleme im beruflichen Schulwesen, sondern formulierte an Minister Spaenle klare VLB-Forderungen:

- Schaffung einer mobilen Lehrerreserve an allen beruflichen Schulen;
- Anpassung des Wochenstundenmaßes an die Philologen (23 Std.), da beide Lehrergruppen in der Sekundarstufe II unterrichten;
- Erhöhung der Kontingente der Anrechnungsstunden;
- Eigener Topf für Anrechnungsstunden für den Schulleiterstellvertreter;
- Erhöhung der Anwärterbezüge, um das Lehramt für berufliche Schulen weiterhin attraktiv zu erhalten.


Unter Applaus stellte Wunderlich fest, dass das „Duale Ausbildungssystem ohne das Engagement der Lehrkräfte kein Erfolgsmodell wäre“. Es müssen jetzt endlich Taten folgen, damit positiver Vollzug vermeldet werden kann.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, selbst Historiker, spannte zum Einstieg seiner Rede den Bogen zur gelungenen beruflichen Integration der Erlangener Hugenotten im 16. Jahrhundert, nicht zuletzt zum wirtschaftlichen Wohle der Stadt und stellte fest, dass es keinen geeigneteren Tagungsort für einen VLB-Berufsbildungskongress geben könne.

Auch wenn er die duale Bildung als Rückgrat zur Gewinnung von Fachkräften und das enorme Engagement der Berufsschulen für junge Flüchtlinge mit BAFs hervorhob, blieben die Aussagen in Folge, anders als in den Vorjahren, leider wenig konkret.

Attribute wie Chancengerechtigkeit, enorme Innovationsfähigkeit, größtes Engagement, herausragende Arbeit von Lehrkräften für junge Flüchtlinge, Nachwuchsförderung für Handwerk, Industrie und Handel und die 43% Hochschulabsolventen aus den beruflichen Schulen erkannte der Minister zwar richtig als Verdienst des beruflichen Schulwesens. Doch wie Vorredner Wunderlich befürchtete, fehlten wieder einmal die konkreten Maßnahmen im ministeriellen Handgepäck.

Minister Spaenle sprach zudem die Reform der Wirtschaftsschule an, die mit ihrem bundesweit einzigartigen Angebot einen festen Platz in der Schullandschaft habe. Mit dem neuen Lehrplan und der neuen Stundentafel könne die pädagogische Arbeit an den Wirtschaftsschulen weiter gestärkt werden.

Stellvertretender VLB-Landesvorsitzender Wolfgang Lambl überreichte Minister Spaenle zum Schluss der Veranstaltung symbolisch einen Hirtenstab, damit er die kommenden zwei Jahre als "Kümmerer seiner Herde“ das Notwendige in die Wege leiten könne. Er dankte dem Minister zudem, dass er mit dazu beiträgt, die berufliche Bildung in Bayern zunehmend ins Interesse der Öffentlichkeit rücken und so den Wirtschaftsstandort Bayern auch weiter zu stärken.
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