Auf Entdeckungsreise entlang der "Thüringer Porzellanstraße"

Die "Thüringer Porzellanstraße" in Lippelsdorf
Man nehme etwas Feldspat, Kaolin und Quarz und schon hat man Porzellan. Na ja, so einfach ist nun doch nicht. Auf die Menge kommt es an und viele Vorgänge sind notwendig, bevor das kostbare Material entsteht.
Marco Polo brachte im 13. Jahrhundert aus China, Porzellanteile nach Europa mit. Man war entzückt und wollte es auch herstellen, doch die Rezeptur blieb als Geheimnis in China.
Erst Anfang des 18. Jahrhunderts gelang es dem in Schleiz geborenen Alchimisten und Apotheker Johann Friedrich Böttger, gemeinsam mit fachkundigen Berg- und Hüttenleuten, das „Weißen Goldes“, herzustellen, obwohl August der Starke, Kurfürst von Sachsen, wohl eigentlich wollte, dass Böttger richtiges Gold für ihn herstelle. Der Fürst schien trotzdem erst einmal zufrieden und gründete sofort in Dresden eine Porzellanmanufaktur, die er später auf die Albrechtsburg nach Meißen verlegte. Das „Meißner Porzellan“ ward geboren und ist noch heute ein Begriff und eine besondere Kostbarkeit.
Neben der fürstlichen Manufaktur entstanden, nach und nach, insbesondere in Thüringen, zahlreiche Privatunternehmen die Porzellan produzierten.
Nicht nur das weiße Porzellan entstand, sondern durch verschiedene Zusätze gab es das Material auch in den unterschiedlichsten Farbnuancen und bei der Herstellung der Modelle kannte die Fantasie kaum Grenzen.
Es wurde bemalt, verziert und es entstanden wahre Kunstwerke.
Entlang der „Thüringer Porzellanstraße“, die sich durch das Land schlängelt, trifft man auch heute noch auf kleine Manufakturen die Gegenstände aus Porzellan produzieren, andere sind zu einer Verkaufsstätte geworden oder zu einem Museum, in dem der Besucher sehen kann, unter welchen schweren Bedingungen die wundervollsten Figuren, Service, Vasen, Dosen und Döschen einst entstanden.
Sicher ist auch noch heute das handwerkliche Geschick wichtig, die Liebe zum Material und die Kreativität, doch die neue Technik macht die Arbeit sehr viel leichter.
Eine Reise entlang der „Thüringer Porzellanstraße“ ist auf jeden Fall ein Erlebnis. Romantisch gelegen ist die Manufaktur Wagner & Apel GmbH in Lippelsdorf, ein liebevoll geführtes traditionelles Familienunternehmen, in dem man, während einer fachkundigen Führung Erstaunliches über so manches technische Detail erfährt.
Ich durfte während einer Führung mit meiner Kamera einige Arbeitsschritte festhalten und ich war begeistert davon, was dort von den Mitarbeiterinnen geleistet wird.
Zum Schluss fragte ich mich, warum heißt Porzellan eigentlich Porzellan?
Aus einer Broschur erfuhr ich:
Es kommt von dem italienischen Wort „porello“ das eine porzellanähnliche Muschel bezeichnet.
Marco Polo soll es als erster für die Bezeichnung der Erzeugnisse verwendet haben. Wie viele andere glaubte auch er, dass die Chinesen aus dieser Muschel das Porzellan herstellten.
Meine Entdeckungsreise ist noch nicht zu Ende und ich bin gespannt, was mich noch alles, entlang der "Thüringer Porzellanstraße", erwartet.-
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Walter Schönheit aus Gräfenthal | 20.08.2016 | 21:03  
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Silke Dokter aus Erfurt | 22.08.2016 | 06:57  
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Margit A. aus Korbach | 24.08.2016 | 21:58  
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