Erding Bulls Juniors gewinnen die Herzen und den Respekt zurück

Nach dem letzten Spiel konnte es für die Junior Bulls eigentlich nur noch bergauf gehen. Warum das aber gerade beim Bayerischen Meister in Fürstenfeldbruck gelingen sollte, vermochte vor dem Spielbeginn niemand vorhersagen.

Die ersten Punkte zum 6:0 erzielten die Gastgeber dann auch typisch mit einem Lauf. Kurz später, erneut in Ballbesitz, ließ ihr Quarterback den Ball fallen, Philipp Jelitte schaltete blitzschnell, eroberte sich das Ei und schaffte es mit einem fantastischen Lauf bis in die Endzone. Den 6:6 Ausgleich erhöhte Sebi Weber mit dem Extrapunkt sogar zur Erdinger Führung im 1. Viertel.

Die Defense Linemen und Linebacker der Bulls konnten das Laufspiel der Razorbacks ein ums andere Mal stoppen und für die erfolgreiche Passverteidigung zeichnete v.a. Thomas Kratzer verantwortlich, so dass sich in der ersten Hälfte ein ausgeglichenen Spiel zwischen dem Aufsteiger und dem haushohen Favoriten entwickelte.

Die letzten Punkte vor dem Seitenwechsel erzielte dann wieder Fursty zur 14:7 Pausenführung.



Vom Ergebnis bis dahin betrachtet also ein Spiegelbild der Vorwoche. Was nun aber folgte, war eine moralische Meisterleistung der Erdinger und an Teamgeist kaum zu überbieten.

Obwohl die Razorbacks zwischenzeitlich auf 22:7 davonzogen, gaben sich die Bulls nie auf. Johannes Heller stoppte die gegnerischen Läufe schonungslos und nach dessen vorübergehenden Ausfall übernahm Nils Stiller souverän die Aufgabe des Defense Leader. Dank eines sehenswerten Touchdown Passes von Kratzer auf Jelitte verkürzten die Gäste im 3. Quarter wieder auf 22:14 und setzen vor allem ein Zeichen dafür, dass sie an diesem Tag nicht zurückweichen würden.

Zu Beginn des 4. Abschnitts standen die Wildschweine nur noch Zentimeter vor ihrem nächsten Touchdown. Die schweren Jungs der Erdinger stoppten den 4. Versuch der Amperstädter und hielten ihre Mannschaft damit weiter im Spiel. Der Schlagabtausch zwischen den beiden Teams setzte sich fort. Auch als die Fürstenfeldbrucker durch einen Safety auf 10 Punkte davonzogen, blieben die Bulls immer gefährlich.

Philipp Jelitte brachte den FFB-QB schließlich mit einem Sack zu Fall, ließ geistesgegenwärtig von ihm ab und konnte mit dem Ball selbst erst 10 Yards vor der Endzone gestoppt werden. Lukas Wolf stieß danach mit zwei kraftvollen Läufen durch die sichtlich verunsicherte Defense der Gastgeber und verkürzte durch seinen Touchdown auf 24:20. Dank der von Chris Sass gefangenen Two-Point-Conversion stellten die Bulls auf 24:22 und waren nun auf Schlagdistanz.

Offensichtlich war den Bruckern die Gefahr zu groß, den Sieg noch aus der Hand zu geben. So knieten sie ab und ließen die Zeit runterlaufen, um ihre letzten Spielzüge nicht mehr ausspielen zu müssen.


Die Erding Bulls gingen als moralischer Sieger vom Feld. Sie feierten zu Recht ihre großartige Mannschaftsleistung unter dem Applaus der Zuschauer, während der siegreiche Meister sich darüber wunderte, welche Gegenwehr ihm dieses Mal widerfahren war.

Text: Alex Biegert, Foto: Christiane Biegert

Bild: Thomas Kratzer #1 hindert den Angreifer erfolgreich am Fangen eines langen Passes
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