Vom heidnischen Brauch zur Touristenattraktion

Ein geschmückter Osterbrunnen in Waldeck (Stadt Kemnath) im Landkreis Tirschenreuth
Osterbrunnen und Osterkronen haben angeblich eine lange Tradition. Zum Osterfest zieren zig Tausende zu Girlanden gebundene Plastikostereier die öffentlichen Grünflächen in Franken und in der Oberpfalz. Ein einzigartiger Brauch, der sich in der Region zur österlichen Touristenattraktion entwickelt hat. Dabei hatte das Schmücken der Wasserquellen zunächst nichts mit der Auferstehung Jesu zu tun.

Der genaue Ursprung des Osterbrunnen-Brauchs ist unklar und reicht vermutlich bis ins Heidentum zurück . Nach dem Winter sind die Quellen und Brunnen geputzt und von dem letzten Frost befreit worden. Um sie vor Schmutz und Unrat zu schützen, legten die Menschen Fichtenzweige über sie.

Die Kirche duldete diesen Brauch und vereinnahmte ihn im Laufe der Zeit. Eine regelrechte Renaissance hat die Tradition allerdings erst Anfang der 1950er Jahre in Franken erlebt. Seither sind ganze Dörfer damit beschäftigt, die bunte Ostertradition zu pflegen. Wenn es keinen passenden Brunnen in der Ortschaft gibt, werden mehr oder minder geschmackvolle Osterkronen errichtet. In den letzten Jahren schwappte der Brauch verstärkt auch in die Oberpfalz.
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