Feuerwehren fit für den Ernstfall

  Großübung auf dem BERMAS-Gelände

Erbendorf. Die Feuerwehren im Raum Erbendorf sind auf den Ernstfall bestens vorbereitet. Dies zeigte sich bei einer Großübung auf dem Gelände der ehemaligen BERMAS-Kofferfabrik. Das weitläufige Areal mit den verschiedenen Gebäuden eignete sich ganz hervorragend um ein entsprechendes Schadensbild zu simulieren.

Die erste Notrufmeldung lautete „Feuer im Mehrfamilienwohnhaus“. Kurz danach piepsten die Funkmeldeempfänger für den Löschzug Erbendorf. Fast zeitgleich wurde Alarm für die Schnelleinsatzgruppe (SEG) des BRK-Erbendorfs gegeben. Binnen weniger Minuten waren die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes vor Ort. Zu dieser Zeit drangen bereits dichte Nebelschwaden aus den Fensteröffnungen des Wohnturms an der Südbahnhofstraße.

Schnell stand fest, dass hier die eigenen Kräfte wohl nicht ausreichen würden. Zweiter Kommandant Wolfgang Gruber, der die Einsatzleitung inne hatte, forderte Verstärkung an. Die Funkzentrale in Tirschenreuth erhöhte auf Alarmstufe III, bei der alle Einheiten aus dem gesamten Raum Erbendorf alarmiert wurden.

Das Hauptaugenmerk der Rettungskräfte galt zunächst den vermissten Personen im verqualmten Wohnhaus. Mehrere Trupps drangen unter schweren Atemschutz ins Innere vor. Parallel wurde mit der Brandbekämpfung begonnen. Gleichzeitig begann auch die Arbeit für das Sanitätspersonal, denn die ersten „Verletzten“ wurden von den Trupps aus dem brennenden Haus gerettet. Den Einsatz des Rettungsdienstes koordinierten als Einsatzleiter Christian Stahl. Für den Abtransport der Patienten stand auch der nagelneue Notfallkrankenwagen des BRK Erbendorf bereit.

Doch ein Unglück kommt selten alleine und so sah das Übungsszenario eine Brandausbreitung auf die große Werkhalle vor. Dorthin wurden sämtliche nachrückenden Kräfte beordert. Um hier einen angenommenen Brand wirksam bekämpfen zu können, bedarf es einer großen Menge an Löschwasser. Glück dass die Fichtelnaab direkt durch das Werksgelände fließt. Und so waren gleich sechs Ortsfeuerwehren damit beschäftigt das Wasser aus dem Fluss zu pumpen. Doch war damit ihre Arbeit keineswegs erledigt. Denn auch die Brandbekämpfung im Innenangriff und die Menschenrettung waren den Ortsfeuerwehren zugedacht. Und diese lösten die gestellten Aufgaben mit Bravur.

Auch das Technische Hilfswerk wurde nun in die Übung mit eingebunden. Da die Drehleiter der Feuerwehr bereits an anderer Stelle eingebunden war, übernahmen die THW-Helfer die Personenrettung. Dazu brauten sie aus Steckleiterteilen eine „schiefe Ebene“ auf über die die Verletzten in Sicherheit gebracht werden konnten.

In Sichtweite des Geschehens hatte sich auch die Einsatzleitung formiert. Im Fahrzeug der Unterstützungsgruppe (UGÖEL) liefen alle Fäden zusammen.

Nach gut einer Stunde meldet der Einsatzleiter „Feuer aus“. Alle „Vermissten“ waren gerettet. In der ehemaligen Werkshalle trafen sich alle Einsatzkräfte zur obligatorischen Manöverkritik. Kritisch wurden die einzelnen Abschnitte beleuchtet und offen, die bei solchen Übungen unvermeidbaren Fehler ausdiskutiert. Bernhard Schmidt bedankte sich im Namen der Erbendorfer Feuerwehr bei allen Beteiligten für die Teilnahme an der Übung.

An der Einsatzübung beteiligten sich neben der Feuerwehr Erbendorf, die Ortsfeuerwehren Wildenreuth, Grötschenreuth, Siegritz und Wetzldorf, sowie die Feuerwehren Krummennaab, Thumsenreuth, Reuth, Premenreuth und Röthenbach. Dazu kamen die Helfer des BRK-Erbendorf und des THW-Ortsverbands Marktredwitz. Insgesamt waren 165 Mitwirkende im Einsatz.

Text: Roland Wellenhöfer
Bilder: Michael Schade
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