Ökumenischer Kreuzweg 2011 - von Wittenburg nach Eldagsen

das Einladungsplakat stammt aus der diesjährigen Bilderserie (Siehe Angabe dazu im Beitrag)

Elze: Klosterkirche | In diesem Jahr wird die Kreuzweg-Wanderung wieder den Weg von der ehemaligen Klosterkirche Wittenburg (b. Elze) nach Eldagsen wählen.
Am 8. April startet diese Meditation um 17 Uhr hoch oben auf dem Berg in der sogenannten Westkirche. Die folgenden Stationen werden sein: (ca. 17.30) die Kapelle in Boitzum - (ca. 18.00) das kleine Kirchlein in Holtensen (b. Eldagsen) - (ca. 18.30) die Friedhofskapelle in Eldagsen - (ca. 18.50) die St.Alexandri-Kirche in Eldagsen - und die letzte Station wird dann (ca. 19.15) in der Allerheiligen-Kirche in Eldagsen meditiert werden.
Eingeladen sind alle Menschen, die sich auf den Weg machen möchten und sich mit diesen Station auf das Leiden Jesu einzulassen und immer wieder in die Gegenwart gelenkt mögen.
Dabei helfen auch in diesem Jahr wieder Bilder eines Künstlers der zusammen mit Jugendlichen der beiden großen Kirchen auch Texte und Gebete erarbeitet hat.

Für diejenigen, die sich nach dem Kreuzweg noch ein wenig mit anderen hinsetzen und dazu einen heißen Tee genießen mögen, gibt es im Pfarrheim der Allerheiligen-Kirche auch dieses Mal wieder eine gute Gelegenheit -- vielleicht auch die, gegenseitig das gute Vesperbrot zu tauschen.

Einladende zu dem ökumenischen Kreuzweg sind die katholische Pfarrgemeinde Christ-König in Springe, und die evangelischen Kirchen- und Kapellengemeinden Alferde, Boitzum, Eldagsen, Holtensen, Mittelrode, Sorsum, Völksen, Wittenburg.

weitere Informationen: Kirchenladen Eldagsen 05044 1006
Schlechtwetter-Telefon am 8.4.: 0177 37 23224

~~~~~~~~~~~~ Aus seiner Sicht ~~~~~~~~~~~~~~
Der Kreuzweg 2011 erfordert Perspektivwechsel
Sie sind schrill, sie sind außergewöhnlich und sie fordern heraus – die 24 großformatigen (2,30 x 1,80 m) Bilder, die der Adelschlager Theologe und Künstler Stefan Weyergraf, gen. Streit, zum Leidensweg Jesu gestaltet hat. Und sie sind ungewöhnlich und einzigartig in der abendländischen Kunstgeschichte, denn der Betrachter nimmt gänzlich Jesu Sicht auf das Geschehen ein. Er verfolgt Szene um Szene fix durch die Augen Jesu, und das so konsequent, dass sich auch das Bildmotiv mit seinem Blick verändert. neigt, kippt. Die gewohnte Sicht ist verschoben, verdreht, die Perspektive völlig umgekehrt. Somit sieht der Betrachter Jesus nicht, weil er seinen Standpunkt einnimmt. Das irritiert, fordert dazu heraus, sich „umzusehen“, „umzudenken“, seinen Kopf „zu drehen“ und sich neu in das Bildmotiv hineinzusehen. Dieser Perspektivwechsel holt ihn aus der Rolle des distanzierten Beobachters heraus und mitten hinein in die dargestellte Szenerie. Das provoziert die eigene Standortbestimmung: auf wessen Seite stehe ich tatsächlich?

„Meine Bilder werden auf diese Art zu einer Art Aktionsbilder. Ich muss mich dem stellen“, erläutert der Künstler.

Neun von ihnen illustrieren nun 2011 die Stationen, den Prolog und den Epilog des ökumenischen Kreuzwegs der Jugend, und sie setzen damit Akzente, die den Zielen der „Kreuzwegmacher“ nahe kommen; denn seit 53 Jahren animiert der Kreuzweg dazu, das eigene Leben im Licht des Glaubens zu betrachten und Standorte zu Gott, zum Glauben, zur eigenen Lebensweise zu hinterfragen und neu zu bestimmen.

Die Geschichte dieses Jugendkreuzweges beginnt 1958 auf dem Berliner Katholikentag. Seit 1972 wird er ökumenisch gebetet. Die Verantwortung liegt in den Händen der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, afj. Gemeinsam mit dem Bund der katholischen Jugend Deutschlands, BDKJ, und der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend, aej, wird alljährlich ein neuer Kreuzweg erarbeitet und den deutschen katholischen Pfarreien, evangelischen Gemeinden, Schulen und anderen interessierten Einrichtungen vorgelegt.

Wie siehst Du das?
Ganz Gott und ganz Mensch. Den frühen Christen war es sehr wichtig, dass Jesus ganz Gottes Sohn ist, und ganz Mensch. Sie haben sich damit nach zwei Seiten hin gewehrt: gegen die, die sagen, Jesus war ein Mensch wie Du und ich, und hat nur behauptet, er sei Gottes Sohn; denn dann wären alle seine Zusagen und seine Lehren über Gottvater nur heiße Luft und dann wäre auch sein Leidensweg ohne Folgen für uns.

Und zum anderen haben sich die Christen der Urkirche recht schnell gegen die gewehrt, die mutmaßten, Jesus sei ganz Gott und habe nicht wie ein Mensch empfunden und gefühlt. Demnach hätte er auch am Kreuz gar nicht richtig gelitten.
Der Jugendkreuzweg dieses Jahres baut auf ganz intensive Weise Brücken zu diesem leidenden Gottmenschen Jesus, dem Christus.
Und zwar in der Weise, dass er uns die Passion sehr intensiv miterleben lässt: wir betrachten das ganze Geschehen durch die Augen Jesu. Das ist zuerst mal ziemlich befremdlich. Soll es aber auch sein. Die Art, wie die Bilder zu uns sprechen, zwingen uns, neu hinzuschauen und auch auf uns selbst und unsere Empfindungen zu blicken. Neu „Stellung zu beziehen“. Hierzu empfehlen wir Euch auch besonders die Ausführungen des Künstlers in diesem Journal.
Für uns, das Redaktionsteam, war die Beschäftigung mit diesen Bildern sehr intensiv. Uns ist stets wichtig, dass wir Euch keine Anleitung zu einem Historienspiel mitgeben. Jesu Leiden und Kreuz geschah vor 1.977 Jahren – aber es geschieht auch hier und heute und für Dich und mich. Jesu Passion hat zuallererst was mit Dir und Deinem Leben zu tun. Mit Deinen eigenen Lebensthemen und Lebensfragen.
Woher, wenn nicht aus Kreuzweg und Auferstehung ziehst Du Deine Hoffnung und Zuversicht? Deine Courage und Dein Vertrauen in die Zukunft?

Deshalb wurden diese Bilder gewählt. Es sind 7 aus 24. Und sie alle fordern uns auf ihre spannende und packende Art auf, uns an Jesu Seite zu stellen und eben auch Stellung zu beziehen.
Diese Aktualität machen auch diesmal wieder Jugendliche deutlich, die die Themen der Stationen auf ihr Leben übersetzen.


Daten zum Künstler:
Stefan Weyergraf gen. Streit
1966
geboren als Stefan Streit, aufgewachsen in Lenting
1986 -1992
Studium der Kath. Theologie in Eichstätt und Wien,
Diplom 1992: Joseph Beuys’ Auseinandersetzung mit dem Christentum
1991
Schüler von Chihiro Shimotani, Bildhauer aus Nara-ken, Japan, geb. 1934
1991-1992
Studium der Philosophie und Kunstgeschichte in Eichstätt
1992-1996
Studium an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Gerd Dengler
seit 1992
Einzel-und Gruppenausstellungen, Kunst am Bau, Aktionen und Projekte, Leitung von Mal- und Bildhauerkursen
1993-95, 1999, 2008, 2009
Dozent an der Sommerakademie Neuburg
1997,1998
Codozent von Chihiro Shimotani an der Internationalen Sommerakademie Salzburg
seit 2000
verschiedene Lehraufträge im Fachbereich Kunst, u.a. Dozent an der Kath. Universität Eichstätt / Ingolstadt
2007
aufgenommen in: „Who’s Who in the World“

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